Kommunalwahl

Sozialdemokraten stärkste Kraft

Bernd Bormann bleibt Bürgermeister Bruchhausen-Vilsens. Das war die erste Erkenntnis der Kommunalwahl am Sonntag. Dieses Ergebnis stand bereits um 19.41 Uhr fest.
13.09.2021, 00:22
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Von Micha Bustian
Sozialdemokraten stärkste Kraft

Keine Überraschung: Bruchhausen-Vilsens Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann bleibt im Amt; er war konkurrenzlos.

Vasil Dinev

Bruchhausen-Vilsen. 14.410 Bürger in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen waren berechtigt, am Sonntag den Bürgermeister, die Gemeinderäte und den Samtgemeinderat für Bruchhausen-Vilsen zu wählen. 8536 davon haben ihre Kreuze gemacht, das entspricht einer Quote 59,24 Prozent. Am Ende ging die SPD als die stärkste Kraft in der Samtgemeinde hervor. Sie erhielt 34,1 Prozent der Stimmen. Sicher auch ein Verdienst von Lars Bierfischer, der allein mehr als 1700 Kreuzchen auf sich vereinte. 

Bierfischer, in Personalunion auch Bürgermeister des Fleckens Bruchhausen-Vilsen, war entsprechend angetan vom Resultat der Kommunalwahl. "Das ist ein Spitzenergebnis. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz." Auch das Gesamtergebnis konnte sich seiner Meinung nach sehen lassen. "Ich bin jetzt seit etwa 20 Jahren dabei. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal die stärkste Fraktion gestellt hätten." Bei der Suche nach Gründen für das gute Resultat nannte Bierfischer "die gute Mischung" der Kandidaten, aber auch den "Trend der Bundestagswahl". Ein Extra-Lob gab es für den scheidenden Fraktionsvorsitzenden Reinhard Thöle für dessen "besonnene, aber zielstrebige Politik".

Die Grünen hatten nach ihren 21,7 Prozent in der Samtgemeinde mit "Grüner Veltliner" angestoßen, berichtete Bernd Schneider. Der extra für die Wahlparty eingekaufte Weißwein mundete. "Wir haben unser gutes Ergebnis von vor fünf Jahren behauptet und teilweise auch Zugewinne gemacht", freute sich Schneider. Es sei das "beste Wahlergebnis im Nordkreis". Woran das liegt? An der Angst vor dem Klimawandel eher nicht. "Vor Ort werden Personen gewählt." Und da habe man beispielsweise mit Katja Stuhrhan jemanden aufgestellt, der positiv überraschte. "Ich bin guter Dinge."

Auch Torsten Tobeck von der Unabhängigen Wählergemeinschaft konnte dem Resultat der Kommunalwahl etwas Gutes abgewinnen. "Wir sind in jedem Gemeinderat mit mindestens zwei Kandidaten vertreten. Das ist ein Grund zu sehr großer Freude." Die allerdings werde getrübt von der Tatsache, dass die UWG nur noch mit vier Sitzen (13,4 Prozent) im Samtgemeinderat vertreten sei. Durch das Ende der politischen Karrieren von Heinrich Lackmann, Heinfried Kabbert und Lothar Dreyer hatten etwa 1800 Stimmen gefehlt. "Neulinge erreichen diese Stimmenanzahl nicht." Zudem habe die FDP mit ihrem starken Kandidaten Alexander Grafe der UWG einige Kreuzchen gekostet.

Die Freien Demokraten sicherten sich mit 4,9 Prozent sogar zwei Plätze im Samtgemeinderat, die Partei Die Partei (2,35 Prozent) kam auf einen Sitz, der dem Einzelkandidaten Dietrich Wimmer trotz seiner 426 Stimmen (1,7 Prozent) verwehrt blieb.

Also noch die CDU. Die musste ein Minus von gut fünf Prozent hinnehmen, ergatterte immerhin noch 24,6 Prozent der Stimmen. "Da schlägt die Bundespolitik durch", vermutete Claudia Staiger, Vorsitzende des CDU-Samtgemeindeverbandes Bruchhausen-Vilsen. Auch persönlich sei sie "nicht so zufrieden". Die Resultate ließen schwierige Verhältnisse erwarten, der Rat müsse sich nun erst neu finden. "Wir müssen sehen, wie sich das entwickelt."

Weniger überraschend als das Formtief der Christdemokraten war indes die erneute Wahl von Bernd Bormann zum Bürgermeister der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen. Der Amtsinhaber war ohne Gegner ins Rennen gegangen und erhielt 83,18 Prozent der Stimmen. "Sehr zufrieden" war er damit, das Resultat sei "absolut okay". Fast 17 Prozent Nein-Stimmen ärgerten ihn dennoch. "Wir werden versuchen, diese Zahl in den nächsten fünf Jahren zu reduzieren." Wir, weil er zwar mit seinem Namen auf dem Wahlzettel stand, "aber die Menschen damit ja die Arbeit des Rathauses wählen". Gerne hätte er einen Gegner gehabt, "an dem ich mich inhaltlich hätte reiben können", doch es fand sich niemand. "So hatte ich auch keine Möglichkeit, Wahlkampf zu betreiben, mit den Menschen zu reden". Das aber hätte er sich gewünscht.

Abschließend eine kurze Zusammenfassung. Die Kommunalwahl am Sonntag ergab für den Rat der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen folgende Sitzverteilung: Die SPD schnappte sich zehn Sitze. Auf den Plätzen: CDU (8 Sitze), Grüne (7), UWG (7), FDP (2) und Die Partei (1).

Zur Sache

Die Gemeinderäte in Kürze

In Asendorf gibt es eine neue Wählergruppe. "Wir für Asendorf" heißt sie und müsste mit dem Kommunalwahlergebnis außerordentlich zufrieden sein. Der Zusammenschluss von CDU, SPD und anderen Parteien lohnte sich: Die Wählergruppe erhielt 70,2 Prozent der Stimmen. Die Grünen (20,4) und die FDP (9,4) wurden weit distanziert. In Martfeld ist die SPD (30,9) die stärkste Kraft. Sie lag zwei knappe Prozentpunkte vor der ULM (29,1). Auch die Grünen sind mit 26,1 Prozent nicht weit entfernt. Die CDU erhielt 12,8 Prozent der Wählerstimmen. Fünf Kilometer weiter, in Schwarme, sicherte sich die SPD den größten Anteil an Stimmen. 41,52 Prozent gingen an Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg und seine Genossen. Es folgten UWG (29,8) und CDU (22,5). Beachtliche 6,2 Prozent gab es für den Einzelbewerber Wilken zum Hingst. Im Flecken Bruchhausen-Vilsen gab es fast ein totes Rennen: SPD 33,4 Prozent, CDU 33,2 Prozent. Die Grünen erhielten 22,9 Prozent, die UWG sieben. Und Dietrich Wimmer, als Einzelkandidat mit Parteibuch der ökologisch-demokratischen Partei, kam auf 3,6 Prozent.

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