Landkreis Diepholz

Lüftungsanlagen für Klassenräume nur in Einzelfällen

Landrat Cord Bockhop sieht keine Notwendigkeit für Lüftungsanlagen in den Klassenräumen. Einzelfälle, wo nicht oder nur unzureichend gelüftet werden kann, will der Landkreis Diepholz aber prüfen.
14.07.2021, 14:36
Lesedauer: 2 Min
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Lüftungsanlagen für Klassenräume nur in Einzelfällen
Von Esther Nöggerath
Lüftungsanlagen für Klassenräume nur in Einzelfällen

Mobile Lüftungsanlagen könnten in Klassenzimmern Abhilfe schaffen, wenn dort nur eingeschränkt gelüftet werden kann.

Sven Hoppe/DPA

Landkreis Diepholz. "Wir werden nicht alle Klassenräume mit Belüftungsanlagen ausstatten", erklärte Landrat Cord Bockhop mit Blick auf die vom Land Niedersachsen neu aufgelegt Richtlinie "Sächliche Schutzausstattung für Schulen", für die nun noch einmal 20 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen. Mit gut 80 Prozent fördert das Land die Anschaffung solcher Luftgeräte in den Schuljahrgängen 1 bis 6, da die jüngeren Schüler unter zwölf Jahren noch nicht geimpft werden dürfen. "Allerdings bekommen wir nur dann die 80 Prozent gefördert, wenn in dem entsprechenden Klassenzimmer nur eine eingeschränkte Belüftung möglich ist", so Bockhop. Das sei aber im Landkreis Diepholz eher der Ausnahmefall. "Solche Probleme kommen bei uns nur selten vor, das sieht in anderen Kommunen anders aus." Dennoch sei der Landkreis bereit, einzelne Räume dahingehend zu überprüfen.

Für alle anderen Klassenräume sei es dagegen lediglich möglich, Anlagen zur Verbesserung des regelmäßigen Lüftens, wie etwa Fenster-Ventilatoren, anzuschaffen. "Da ist die Frage, ob nicht eher eine Belüftungsampel sinnvoll wäre, die einen daran erinnert, dass gelüftet werden muss", erklärte Bockhop. Denn Lüften sollte man so oder so, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Auch, weil das für die Konzentration der Schüler deutlich fördernder sei. "So eine Lüftungsampel macht also auch abseits von Corona Sinn", so der Landrat.

Durch die 20 Millionen Euro Fördergelder würden bei gut 25.000 Klassenräumen in den Schuljahrgängen 1 bis 6 auch gerade einmal 800 Euro pro Raum zur Verfügung stehen. Die größeren Geräte würden aber meistens mehr als 1000 Euro kosten. "Und das ist nur der Beschaffungspreis, die Wartungskosten kommen ja auch noch dazu", so Bockhop. Allein im Landkreis Diepholz würde es rund 590 Klassenräume für die unter Zwölfjährigen geben, die Schulen in freier Trägerschaft ausgenommen. Daher werde man nicht alle Klassenräume mit Belüftungsanlagen ausstatten können. "Aber an Einzelfälle gehen wir natürlich ran", betonte Bockhop.

Eine Notwendigkeit für eine flächendeckende Ausstattung mit Lüftungsgeräten sieht der Landrat nicht. Die Schulen im Landkreis sind laut Bockhop auch während der ganzen bisherigen Corona-Pandemie nie von größeren Infektionsausbrüchen betroffen gewesen. Man habe dort immer nur wieder mal Einzelfälle gehabt, die man gleich isolieren konnte. Ansonsten hätten sich sowohl Lehrer als auch Eltern und Schüler alle an die Auflagen und Hygienekonzepte gehalten. "Die Schulen sind keine Hotspots", erklärte Bockhop.

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