Kreismuseum Syke Meyer löst Vogeding ab

Das Kreismuseum des Landkreises Diepholz steht ab dem 16. September unter neuer Leitung: Nils Meyer löst Ralf Vogeding ab, der dieses Amt 33 Jahre bekleidete.
15.09.2022, 17:29
Lesedauer: 3 Min
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Meyer löst Vogeding ab
Von Micha Bustian

Syke/Landkreis Diepholz. Es ist wieder Bauernmarkt auf dem Gelände des Syker Kreismuseums. Am Sonntag, 18. September, von 10 bis 18 Uhr schlendern wieder Hunderte Besucher über das Areal direkt an der Bundesstraße 6. Einer von ihnen feiert dann Premiere: Nils Meyer, der neue wissenschaftliche Leiter im Eigenbetrieb Kreismuseum des Landkreises Diepholz, ist dann im dritten Tag in Syke im Dienst. An diesem Freitag, 16. September, löst er offiziell Ralf Vogeding ab, der diesen Posten 33 Jahre ausgefüllt hat.

Da sitzt er nun, der Neue, zwischen seinem Vorgänger Ralf Vogeding und Landrat Cord Bockhop. Vierter im Bunde bei der Pressekonferenz: Erster Kreisrat Wolfram van Lessen. Doch so ganz neu ist Meyer hier im Forum Gesseler Goldhort gar nicht mehr. "Ich war schon vier- oder fünfmal hier", verrät der 49-Jährige. Zwei, drei Gespräche habe er schon geführt, auch beim Mitarbeiter-Frühstück im August war er dabei. Und dann war er als Chef des Heimatmuseums Scheeßel eingeladen zur Verleihung des Preises der Sparkassenstiftung an das Forum Gesseler Goldhort. "Da war die Entscheidung schon zu seinen Gunsten gefallen", sagt Wolfram van Lessen. Und das war keineswegs selbstverständlich, denn Nils Meyer hatte um die 30 Konkurrenten.

Wobei: Nils Meyer ging überaus gelassen ins Vorstellungsgespräch. Der Grund: "Meine Frau hat gesagt: Das klappt." Das Gefühl des Vaters eines Sohnes war von Anfang an ein gutes. Der prähistorische Archäologe beschreibt es mit markigen Worten: "Das passte wie Arsch auf Eimer." Deshalb hatten weder die große Runde noch der große Saal nachhaltige Wirkung auf seinen Auftritt. "Ich war in der Tat relativ entspannt." Und letztlich bekam er den Job.

Wer ist dieser Nils Meyer? Er wurde in Brake an der Unterweser geboren und ist auch in der Wesermarsch aufgewachsen. Sein Magisterstudium mit den Fächern Vor- und Frühgeschichte, Ethnologie und Bodenkunde sowie einen Aufbaustudiengang Museumsmanagement absolvierte er an der
Universität Hamburg, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises Diepholz. Heute sei Meyer seit 15 Jahren als wissenschaftlicher Museumsleiter tätig: bis Ende 2017 im Museum Moorseer Mühle in Nordenham, danach im Heimatmuseum Scheeßel und nun also im Kreismuseum des Landkreises Diepholz, zu dem auch die Außenstelle am Dümmer in Lembruch gehört.

Zurzeit wohnt Nils Meyer mit seiner kleinen Familie noch in Scheeßel. Doch er findet, Pastoren, Ärzte und Museumsleiter müssten direkt vor Ort wohnen. Ein Punkt, in dem ihn sein Vorgänger Ralf Vogeding unterstützt. Er sei vor 33 Jahren gleich nach Henstedt gezogen und habe immer "nicht in Rufweite, aber in Fahrtweite" vom Syker Kreismuseum entfernt gewohnt. "Was meinen Sie, wie oft ich nachts im Museum war", fragt er rhetorisch in die Runde. Auch für Meyer ist klar, dass ein Umzug ansteht. Er selbst wohnt unter der Woche schon im St.-Annen-Stift in Twistringen, will auch seinem Sohn, der in die zweite Klasse geht, noch etwas Zeit zur Umgewöhnung geben. "Wir wollen uns erst einmal im Landkreis Diepholz umschauen. Dann sehen wir, wo wir gerne wohnen würden."

Ein Grund für den anstehenden Umzug sind sicher auch die menschlichen Qualitäten Nils Meyers. Nicht unwichtig, denn insgesamt arbeiten etwa 100 Ehrenamtliche für das Kreismuseum. "Das ist ein reichhaltiger Schatz", findet Landrat Cord Bockhop. "Es bedarf besonderer Kompetenz und Erfahrung, wie man Menschen motiviert." Auch Meyer findet die Pflege des Ehrenamtes wichtig. "Man glaubt gar nicht, wie viel Arbeit die Betreuung der Ehrenamtlichen macht."  

Cord Bockhop ist bewusst, dass mit Nils Meyer im Kreismuseum eine neue Ära anbricht. "Ich bin guter Dinge, dass es mit neuen Ideen vorangetrieben wird." Der neue Leiter schwärmt bereits jetzt für seine ab heute aktuelle Dienststelle. "Es hat eine traumhafte Lage", meint er. Seine Familie hat sofort den Spielplatz in Beschlag genommen. "Und mein Sohn hat gleich gefragt: Papa, hast du jetzt den Schlüssel für den Goldschatz?"

Zur Sache

Wissenswertes über die Kreismuseen

Zum Eigenbetrieb des Landkreises gehört neben dem Kreismuseum in Syke auch das Dümmermuseum in Lembruch. Die Bewohner des Landkreises Diepholz können sich auch zukünftig auf die vielfältigen Angebote beider Museen freuen. Das Kreismuseum, Herrlichkeit 65 in Syke, ist geöffnet von Dienstag bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr sowie an Sonntagen von 12 bis 18 Uhr. Die Öffnungszeiten des  Dümmermuseums, Goetkers Hof 1 in Lembruch: von Mitte März bis Ende Oktober von Dienstag bis Sonntag (10 bis 18 Uhr), dazu im November und von Februar bis Mitte März an jedem Sonntag von 12 bis 16 Uhr. Weitere Informationen gibt es im Internet unter den Adressen www.kreismuseum-syke.de und www.duemmer-museum.de.

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