Kreisschulausschuss Diepholz

Fürsprache für Erhalt der Förderschule Lernen

Eigentlich sollen die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen im Landkreis Diepholz in den kommenden Jahren auslaufen. Für den Erhalt sprachen sich nun der Kreiselternrat sowie der Kreisschulausschuss aus.
03.06.2021, 15:32
Lesedauer: 2 Min
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Fürsprache für Erhalt der Förderschule Lernen
Von Esther Nöggerath
Fürsprache für Erhalt der Förderschule Lernen

Die Hacheschule in der Gemeinde Weyhe ist die einzige der drei Förderschulen Lernen im Landkreis, die noch bis 2028 weiterbetrieben werden kann.

Janina Rahn

Landkreis Diepholz. Die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen im Landkreis Diepholz stellen in den kommenden Jahren ihren Betrieb ein. Bis 2022 sollen die Standorte Diepholz und Sulingen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zur Inklusion und geringer Schülerzahlen auslaufen, die Förderschule am Standort Weyhe kann noch bis Sommer 2028 weitergeführt werden. Gegen die Schließung der Einrichtungen regt sich jedoch Protest: So stellte der Kreiselternrat im Landkreis Diepholz nun einen Antrag auf Erhalt der Förderschule Lernen. Auch seitens der Mitglieder des Kreisschulausschusses wurde am Mittwoch signalisiert, dass sie einen Erhalt der Förderschulen im Landkreis befürworten würden. Ein entsprechendes Zeichen gaben die Ausschussmitglieder mehrheitlich nun auch an den Kreistag weiter mit der Bitte, die Forderung an die zuständige Landesbehörde weiterzugeben.

"Wir haben festgestellt, dass die Eltern gerne ihr Wahlrecht ausüben möchten", erklärte Ulrike Göbel, Vorsitzende des Kreiselternrates und als Elternvertreterin allgemeinbildender Schulen auch Mitglied im Ausschuss. Derzeit hätten Eltern von Schülern mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf die Möglichkeit, ihre Kinder in einem inklusiven Rahmen in einer allgemeinbildenden Schule oder in einer schwerpunktbezogenen Förderschule unterrichten zu lassen. Wenn künftig keine Wahl mehr bestehe, "fallen viele Kinder hintenüber", befürchtete Göbel. Denn nicht alle kämen mit der Situation und dem Arbeiten in oft großen Gruppen an den Regelschulen zurecht. "Wir sind davon überzeugt, dass die Förderschule Lernen als wichtiger Bestandteil der Schullandschaft bleiben soll und parallel weiter die Inklusion vorangetrieben wird", erklärte die Kreiselternratsvorsitzende.

Zustimmung erhielt sie dafür auch von einigen der anwesenden Politiker. "Ich würde es sehr begrüßen, wenn Eltern auch weiterhin das Wahlrecht haben", erklärte etwa Jürgen Abelmann (Linke), der dabei auch aus eigenen Erfahrungen als Vater sprach. Hans-Werner Schwarz (FDP) erklärte: "Es gibt eine gesetzliche Grundlage, die uns daran hindert, im Sinne des Kreiselternrates tätig zu werden." Daher stellte er den Antrag, als Schulausschuss zumindest ein entsprechendes Zeichen an den Kreistag abzugeben, der die Forderung auch an das Land weitertragen solle.

"Das Recht auf Inklusion ist keine Pflicht zur Inklusion", betonte Schwarz. Daraus folge die klare Forderung für den Erhalt des Wahlrechts auf die Förderschule Lernen. "Das kann ich nur unterschreiben", sagte auch Stephan Kawemeyer von der CDU, die grundsätzlich für den Erhalt aller Schulzweige sei. "Wir können natürlich unsere Kanäle nutzen, um eine Veränderung zu erreichen", merkte Kawemeyer an, räumte aber zeitgleich ein, dass das schwerlich etwas bewirken werde. Ulrike Göbel erklärte daraufhin, dass auch andere Kreiselternräte derzeit dabei sind, ihre Landkreise davon zu überzeugen, damit gesammelt zur Landesbehörde zu gehen, um so möglicherweise mehr zu erreichen.

Es gab aber auch Gegenstimmen gegen die Forderung. "Ich kann die Eltern gut verstehen", betonte Peter Jahnke (SPD). Allerdings könne es beim Erhalt der Förderschulen eben auch passieren, dass die Regelschulen dies nutzen, um Schüler dorthin abzuschieben. "Es gibt auch keine ausreichenden Lehrkräfte, um eine zweigleisige Struktur zu tragen", erklärte Jahnke. Die Forderung müsse daher eher sein, dass viel mehr Geld in die Inklusion in den Schulen gesteckt werde. Die SPD und auch Ulf Schmidt von den Grünen, der Jahnke in seiner Argumentation zustimmte, enthielten sich daher auch bei der Abstimmung über den FDP-Antrag. Ansonsten einstimmig wurde dieser trotzdem an den Kreistag weiterempfohlen.

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