Kunst in der Provinz

Viele Ideen, viel zu tun

Nach zwei Jahren der Suche hat sich jüngst ein neuer Vorstand für den Verein Kunst in der Provinz organisiert. Manfred Evensen und seine Stellvertreterinnen Kim Peters und Ingeborg Landwehr haben viel vor.
19.10.2020, 16:51
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Von DAGMAR VOSS
Viele Ideen, viel zu tun

Nehmen die Geschicke in die Hand: Kim Peters (von links), Ingeborg Landwehr und Manfred Evensen bilden den neuen Vorstand von Kunst in der Provinz.

Michael Braunschädel

Landkreis Diepholz. Die erste Hälfte der 40 Jahre seines Bestehens wurde der Verein Kunst in der Provinz von seinem Begründer Hans Gronau geleitet, die zweite Hälfte von der Sulingerin Brunhild Buhre. Nun ist auch diese „Epoche“ – die „époque Bruni“, wie es Kunsthistoriker Detlef Stein in seiner Abschiedsrede benannte – zu Ende gegangen (wir berichteten). Ob es nun eine dritte Epoche mit gleichbleibenden Vorsitzenden werden wird, bleibt abzuwarten, denn zwei Dekaden sind eine lange Zeit.

Zunächst einmal sind alle froh, dass es einen neuen Vorstand gibt, der sich nach fast zwei Jahren Suche und etlichen Workshops zum Thema „Nachfolge“ zusammengefunden hat. Drei sind es nun, die gemeinsam die Geschicke des großen Zusammenschlusses Kunstschaffender im Landkreis Diepholz gemeinsam gestalten wollen: als neuer Vorsitzender Manfred Evensen, als seine Stellvertreterinnen Kim Peters und Ingeborg Landwehr.

Da wartet eine ziemliche Aufgabe auf diese drei, denn die Vereinigung der hiesigen Region hat viel geschaffen, viel veranstaltet und viel geboten. Seit der Gründung im Jahr 1980 mit 26 Mitgliedern ist der rührige Künstlerzusammenschluss auf knapp 300 Mitglieder gewachsen. Und nicht nur das, die Aktivitäten haben zugenommen, das Interesse von Künstlern aus dem norddeutschen Raum richtet sich vermehrt auf diesen Verein und das Geschehen.

Die Mitglieder des Vereins haben sich zusammengefunden, um Lebendigkeit und Vielfalt des künstlerischen Schaffens zu leben, zu fördern und auszubauen. Eine bunte Palette künstlerischer Angebote von und für die Mitglieder prägen den Verein, also Vorträge, Diskussionsforen, Symposien, Künstlergespräche, Atelierbesuche, Kinderprojekte, Kunstpreisverleihungen, Exkursionen, Ausstellungen, Lesungen und musikalische Inszenierungen. Alle diese Aktivitäten sollen dazu beitragen, Kunst als Potenzial der gesellschaftlichen Gestaltung wahrzunehmen, zu vermitteln und aktiv zu verstehen. Da gibt es beispielsweise die Vergabe eines vereinsinternen, aus Eigenmitteln finanzierten Kunstpreises oder seit 2004 die jährlichen Bildhauersymposien in Weyhe. Darüber hinaus kommen etliche andere Engagements wie die Herausgabe der Bücher „Künstlerprofile“ und viele andere hinzu. Das wichtigste Vereinsziel bleibt aber weiterhin, Vernetzungen unter den Mitgliedern zu schaffen, damit sie sich treffen und austauschen können.

Für Manfred Evensen und seine beiden Mitstreiterinnen kein leichtes Erbe. Der Sulinger Evensen, seit zwei Jahren Vereinsmitglied, bringt mit seinen Kenntnissen im Lehramt Kunst und vor allem als ehemaliger Schulleiter die nötige Organisationserfahrung mit. Er hat seit seiner Pensionierung vor fünf Jahren nunmehr wieder Lust und Tatendrang zum Engagement, deren Entdeckung vor allem dem Süstedter Künstler und Gründungsmitglied Clemens Niewöhner zu verdanken ist. Zukünftige Aufgaben sieht der 70-Jährige so: „Man muss halt, gerade jetzt in Corona-Zeiten, über den Rhythmus von Veranstaltungen nachdenken und natürlich über die verringerte Größe derselben.“ Dazu will er sich die Netzwerkarbeit vornehmen, um möglichst öffentliche Orte und private Räume zu finden, in denen kleinere Ausstellungen und Veranstaltungen möglich sind. Da der Verein nicht mehr in den Räumen des Landsitzes Wachendorf ausstellen wird, wo eine große Zahl von Mitgliedern ihre Werke präsentierte, wird das ohnehin nötig sein.

Ingeborg Landwehr, zwar neues Vereinsmitglied, aber von Kunst ebenfalls berührt als Kunstpädagogin und Kulturschaffende, sieht vor allem die nachwachsende jüngere Künstlergeneration im Mittelpunkt: „Man könnte und sollte Nachwuchskünstler fördern, beispielsweise durch regionale Mal-Aktionstage für Jugendliche oder Kinder – mir wäre dieses Anliegen von Bedeutung, da es auch immer weniger Malwettbewerbe für Kinder und Jugendliche gibt.“

Nur für die Jüngste in der Vorstandsrunde, die Künstlerin Kim Peters, ist die Vorstandsarbeit nicht neu, sie ist schon seit vier Jahren aktiv dabei. Ihre Überlegungen lauten. „Nun steht alles auf dem Prüfstand mit dem Augenmerk darauf, was wir wie weiterführen wollen und wie wir eine interne neue Verteilung der Aufgaben finden.“ Dazu gehören auch die einleitenden Reden bei den Ausstellungen oder Konzepte zu besonderen Aktivitäten. Da ist also viel zu tun und zu betrachten, was Kunst in der Provinz so vor sich hat, nicht zu vergessen, dass die Mitgliederzahl und das Interesse stetig steigen.

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