Landkreis Diepholz Weniger Unfälle auch auf den Autobahnen 1 und 28

22 Prozent weniger Unfälle als 2019 hat die Autobahnpolizei Ahlhorn im vergangenen Jahr auf den 145 Kilometer langen Strecken, für die sie zuständig ist, verzeichnet.
19.04.2021, 16:06
Lesedauer: 2 Min
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Weniger Unfälle auch auf den Autobahnen 1 und 28
Von Esther Nöggerath

Landkreis Diepholz. Auch auf den Autobahnen 1, 28 und 29 hat es im vergangenen Jahr deutlich weniger Unfälle durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen gegeben. Rund 22 Prozent weniger Unfälle im Vergleich zu 2019 hat die Autobahnpolizei Ahlhorn auf den insgesamt 145 Kilometern Strecke, für die sie zuständig ist, verzeichnet. Das geht aus der Unfallstatistik 2020 der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch hervor. „Im Zeitraum des Lockdowns gingen die Verkehrsunfälle sogar um etwa 50 Prozent zurück“, heißt es darin. Insgesamt 1179 Unfälle hat die Autobahnpolizei 2020 verzeichnet, im Vorjahr waren es noch 1520.

Mit den Anfang Mai beschlossenen Lockerungen, insbesondere auch für den Tourismus, verzeichnete die Autobahnpolizei jedoch einen sprunghaften Anstieg der Verkehrsunfallzahlen. „Teilweise lagen diese sogar über dem Vorjahresniveau“, teilt die Autobahnpolizei mit. Mit Verschärfungen der Corona-Regeln fielen die Zahlen dann erneut merklich ab.

Die Unfälle mit Verletzten sind im Vergleich zu der Gesamtzahl nicht ganz so rückläufig gewesen. 175 verzeichnete die Autobahnpolizei Ahlhorn 2020, im Jahr davor waren es noch 204, also ein Rückgang um gut 15 Prozent. Die Anzahl von schwerverletzten Personen lag mit 60 auf einem ähnlich hohen Wert wie 2019 (59). Und die Zahl der Getöteten hat sich auf dem gesamten Streckennetz sogar auf zehn verdoppelt: Diese Zahl sei maßgeblich durch zwei tragische Unfälle bestimmt worden, heißt es seitens der Autobahnpolizei. So habe sich im Januar 2020 ein schwerer Unfall auf der Autobahn 1 im Bereich der Gemeinde Dötlingen ereignet, als es im Nebel zu einem Zusammenstoß mehrerer Autos und Lastwagen kam. Insgesamt waren 29 Menschen an dem Unfall beteiligt, zwei Verkehrsteilnehmer erlitten dabei tödliche Verletzungen. Bei einem weiteren Unfall im Oktober 2020, ebenfalls auf der Autobahn 1, starben zudem fünf Menschen in einem Kleintransporter an den Unfallfolgen.

Dabei steht weiterhin jeder dritte Unfall im Zuständigkeitsbereich der Autobahnpolizei Ahlhorn in Zusammenhang mit Verkehrsstörungen, die etwa durch Baustellen verursacht werden. „Auffahrunfälle an Stauenden haben sehr häufig besonders schwere Folgen“, teilt die Autobahnpolizei weiter mit. Als Hauptunfallursachen gelten hierbei die Übermüdung und die Ablenkung der Fahrzeugführer. In diesem Zusammenhang beteiligt sich die Autobahnpolizei Ahlhorn auch intensiv an dem Projekt „Ablenkung im Führerhaus“ der Polizeidirektion Oldenburg und hat im vergangenen Jahr 255 Verstöße zur Anzeige gebracht.

80 Prozent aller Unfälle werden laut Autobahnpolizei nach wie vor durch die für den Schnellstraßenverkehr „typischen Fehlverhaltensweisen“ verursacht. Neben Fehlern beim Fahrstreifenwechsel und der Missachtung der Vorfahrt beim Einfädeln an Anschlussstellen und Parkplätzen sei häufig auch der unzureichende Sicherheitsabstand im Zusammenspiel mit der Fahrgeschwindigkeit ein Faktor. Allein bei der Bekämpfung der Hauptunfallursache Abstand seien 2020 von der Autobahnpolizei 4701 Verstöße zur Anzeige gebracht worden.

Bei den an den Unfällen beteiligten Fahrzeugen handelte es sich 2020 zu 43 Prozent um Fahrzeuge des Schwerverkehrs (2019 waren es 35 Prozent), Hauptunfallverursacher waren Fahrzeuge des Schwerverkehrs jedoch nur bei 33 Prozent der aufgenommenen Unfälle (2019 waren es 27 Prozent).

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