Landkreis Diepholz

Dezentrale Impfungen: Die über 70-Jährigen sollen folgen

Das dezentrale Impfen im Landkreis Diepholz geht weiter: Nach den über 80-Jährigen sollen nun auch alle über 70-Jährigen ein solches Angebot erhalten. Rund 21.000 Kreis-Bewohner könnten davon profitieren.
24.03.2021, 12:16
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Dezentrale Impfungen: Die über 70-Jährigen sollen folgen
Von Esther Nöggerath

Nachdem bereits in den meisten Kommunen des Landkreises Diepholz inzwischen die dezentralen Impfungen der über 80-Jährigen angelaufen sind, verkündet Landrat Cord Bockhop, dass danach nun auch die Gruppe der über 70-Jährigen ein solches Angebot bekommen soll. Einige der Kommunen hatten bereits vorab dafür ihre Bereitschaft signalisiert, mit den dezentralen Impfungen auch weiterzumachen. „Weil das so gut lief, wollen wir das nun fortsetzen“, erklärt Bockhop. Zusammen mit den Gemeinden, Städten und Samtgemeinden sowie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Partner will die Kreisverwaltung das dezentrale Angebot entsprechend fortführen.

Während noch bis Ende dieses Monats die Erstimpfungen der über 80-Jährigen laufen, sollen die Kommunen parallel mit der Vorbereitung für die Impfungen der über 70-Jährigen starten. „Wir werden jetzt die nächsten Termine vergeben“, sagt Bockhop. Das wird allerdings eine organisatorische Herausforderung: Denn die Gruppe der über 70-Jährigen umfasst noch einmal deutlich mehr Menschen. Deswegen sollen die Kommunen bei der Terminvergabe gestaffelt vorgehen. „Das sind rund 21.000 Menschen im Landkreis insgesamt“, berichtet der Landrat und Kreisrätin Ulrike Tammen ergänzt: „Das erfordert noch einmal ganz andere Vorkehrungen in den Städten und Gemeinden.“

Zunächst soll daher nun erst den Ältesten dieser Gruppe (sprich den 79 und dann den 78 Jahre alten Kreis-Bewohnern) ein dezentrales Impf-Angebot gemacht werden, die anderen folgen danach stufenweise. Es kann also sein, dass ein 71-jähriger Bürger etwas länger auf sein Angebot warten muss. „Die Rathäuser schreiben alle an“, verspricht Bockhop, der daher um Geduld bei den Impflingen bittet.

Rückfragen können danach auf kommunaler Ebene geklärt werden, entsprechende Kontaktdaten sind auf den jeweiligen Impf-Anschreiben vermerkt. Dabei seien auch, anders als auf Landesebene, individuelle Lösungen denkbar, erklärt Bockhop. Lediglich für diejenigen, die bereits einen Impf-Termin im Impfzentrum des Landkreises Diepholz in Bassum haben, gilt das Angebot der dezentralen Impfungen nicht. „Die sollten ihren Termin im Impfzentrum wahrnehmen“, appelliert der Landrat an die Bürger. Wer dagegen auf der langen Warteliste stehe und noch keinen Termin habe, könne sich dann besser über die Rathäuser einen Termin in der eigenen Kommune geben lassen.

Innerhalb der nächsten sechs Wochen soll das dezentrale Impf-Angebot der über 70-Jährigen im Landkreis dann auch bereits mit den Erst-Impfungen umgesetzt werden. „Unsere Überlegungen mit dem DRK gehen dahin, dass jede Kommune einen Impf-Tag bekommt“, erzählt Tammen. Je nach Größe der Kommune würden an diesem Tag dann jedoch unterschiedlich viele Impfteams vor Ort sein. In größeren Gemeinden wie Stuhr oder Weyhe könnten das demnach bis zu vier Impfteams auf einmal sein, die dann entsprechend viele Impfungen an einem Tag vornehmen könnten.

Zufrieden zeigten sich die Kreisrätin und der Landrat auch mit dem bisherigen Verlauf der dezentralen Impfungen in den Kommunen. Die Rückmeldungen von den über 80-Jährigen und ihrer Angehörigen seien sehr positiv gewesen. „Wir konnten einige Menschen sehr glücklich machen. Manche hatten es schon aufgegeben, über die Landeshotline einen Termin zu bekommen“, erklärt Bockhop.

Gut 3700 Menschen sind bereits in den vergangenen zweieinhalb Wochen dezentral geimpft worden, berichtet Tammen. Nun für weitere 21.000 Kreis-Bewohner ein Impf-Angebot vor Ort zu ermöglichen und entsprechende Termine zu vergeben, sei auch ein bisschen ein Lackmustest für die Kommunen.

Parallel zu den dezentralen Impfungen läuft derweil auch der Betrieb im Impfzentrum des Landkreises weiter. „Die Berufsgruppen werden auch weiterhin dort geimpft“, erklärt Bockhop. Die Mitarbeiter der priorisierten Berufsgruppen müssen also nach wie vor den Weg über die Impf-Hotline oder das Online-Portal des Landes gehen. Bedauerlich findet der Landrat, dass ein Teil der Impf-Termine von den Mitarbeitern nicht wahrgenommen werde. An einem Sonnabend seien das schon mal gut fünf Prozent der Impflinge, die ohne Abmeldung ihren Termin nicht wahrnehmen würden. „Die Termine verfallen dann“, moniert Bockhop.

Der Landrat geht davon aus, dass in absehbarer Zeit nach Ostern auch die Hausärzte für die Impfungen mit ins Boot geholt werden dürften. „Das fängt klein an“, betont er. So wäre etwa denkbar, dass ein niedergelassener Arzt pro Woche zunächst nur etwa 20 Impfdosen erhalte. Wie genau die Terminvergabe dafür aussehen könnte, sei aber noch unklar. Sicher ist dagegen, dass auch die Ärzte die Impf-Prioritäten einhalten müssten. Das Einbinden der ansässigen Ärzte in den Impf-Prozess „würde uns echt unterstützen“, merkt Bockhop an.

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