Pedelec-Kurse Im Slalom zum sicheren Fahrstil

Aufgrund der steigenden Zahl von Radunfällen bietet der Landkreis Diepholz mehrere Pedelec-Kurse an. Anfänger und Fortgeschrittene können unter der Anleitung von Polizei und Verkehrswacht sicheres Fahren üben.
08.07.2021, 15:15
Lesedauer: 3 Min
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Im Slalom zum sicheren Fahrstil
Von Antonia Blome

Landkreis Diepholz. Um in Zukunft noch selbstbewusster auf den Sattel aufzusteigen, haben sich an diesem Mittwoch erstmals motivierte Fahrradfahrer auf dem Parkplatz der BBS Syke versammelt. Ausgerüstet mit Kaltgetränken und Schutzhelmen nahm die 14-köpfige Gruppe bei strahlendem Sonnenschein an dem Kurs "Fit mit dem Pedelec" teil. Die Veranstaltungsreihe findet in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Diepholz, der Verkehrswachten des Landkreises und der Polizeiinspektion statt. Den Antrieb für den Kurs gab laut Saskia Vullriede, Fachdienstleiterin Straßenverkehrswesen im Landkreis Diepholz, die steigende Anzahl von Fahrradunfällen im vergangenen Jahr.

Polizistin Lena Bavendiek war selbst jahrelang im Streifendienst in Diepholz tätig und moderierte die Veranstaltung zu Beginn. "Das Miteinander im Straßenverkehr ist oft schwierig", gab sie zu. Um diese Koexistenz für die Teilnehmer in Zukunft einfacher zu gestalten, haben die Organisatoren ein etwa 4,5-stündiges Programm in petto, das sowohl einen Theorie- als auch einen Praxisblock beinhaltet. Das Angebot richtet sich an Menschen, die bereits ein Pedelec besitzen und an Anfänger, die noch mit dem Gedanken spielen, sich eines anzuschaffen. Nach dem Theorieteil wurden Fortgeschrittene und Anfänger getrennt und konnten sich auf verschiedenen Teilen des Parkplatzes ausprobieren. Im Slalom-Parcours lernten die Teilnehmer Schaltung und Unterstützung ihrer eigenen oder gestellten Fahrräder besser kennen.

Zudem klärte Lena Bavendiek die Teilnehmer über die Bedeutung verschiedener Verkehrsschilder sowie häufige Fehler auf. "Viele Radfahrer verhalten sich falsch", sagte die Polizeibeamtin. "Radfahrer, die links fahren, gehen ein hohes Risiko ein und werden häufig bei Unfällen schwer verletzt." Gegenseitige Rücksichtnahme und die Einhaltung der Sorgfaltspflicht seien im Straßenverkehr außerdem besonders wichtig. Viele Autofahrer würden vergessen, einen Abstand von eineinhalb Metern zu Radlern zu wahren. Problematisch sei dazu, dass die Geschwindigkeit der Pedelecs häufig von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt werde.

Des Weiteren ist das Problem der Diebstähle laut Lena Bavendiek noch immer akut. "Die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen ist nicht besonders hoch, deshalb sollte man in ein gutes Schloss investieren", riet sie den Teilnehmern. Wichtig sei außerdem, sich die Individualnummer seines Gefährts aufzuschreiben. Ein wieder aufgefundenes Fahrrad könne nur anhand dieser Nummer wieder dem Besitzer zugeordnet werden.

Über besondere Gefahrenquellen bei der Fahrt mit dem Pedelec klärte Wolfgang Rehling von der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz auf. Riskant könne zum Beispiel die Anfahrt werden, wenn eine große Unterstützung eingestellt sei. "Mit der Wucht rechnen viele nicht", informierte er. Deshalb sei es ratsam, in einem kleinen Gang anzufahren und die Schaltung zu nutzen. Anfänger müssten schließlich erst einmal lernen, mit der Unterstützung zu arbeiten.

Alles andere als ein Anfänger ist Peter Goll, der ebenfalls an dem Kurs teilnahm und eine Menge Erfahrung mitbrachte: Seit über zehn Jahren ist er mit dem Pedelec unterwegs und kennt sich in der Szene gut aus. Goll hat bereits selbst den Vortrag "Mit dem Pedelec sicher unterwegs" im Landkreis Diepholz gehalten. "Man kann aber immer etwas dazu lernen", sagte er. Von dem Kurs des Landkreises Diepholz zeigte sich der passionierte Radfahrer begeistert: "Alle wichtigen Informationen sind dabei und das Publikum beteiligt sich ebenfalls." Das Fahren mit dem Pedelec hat für ihn "Suchtpotenzial", wie er verrät: Jedes Jahr verschlägt es ihn gemeinsam mit Freunden zu einer Tour durch die Alpen.

Zur Sache

Die Anschaffung eines Pedelecs

Wichtig zu verstehen ist zunächst der Unterschied zwischen einem Pedelec und einem E-Bike. "Als Pedelecs bezeichnet man elektrische Fahrräder, die bis zu 25 Kilometer pro Stunde erreichen können", sagt Wolfgang Rehling von der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz. Damit der Motor arbeitet, müssen die Fahrer selbst in die Pedale treten. Dieses Gefährt sei am beliebtesten. Bei E-Bikes ist hingegen keinerlei Pedalkraft für die Fortbewegung notwendig.

Bei der Anschaffung ist es laut Rehling nötig, seine eigenen Ansprüche und Bedürfnisse zu kennen. "Es ist ein großer Unterschied, ob ich mit meinem Fahrrad nur sonntags Brötchen holen oder lange Strecken fahren will", sagt er. Der Experte empfiehlt, sich an einen Händler mit großer Auswahl zu wenden, seine Ansprüche zu schildern und sich beraten zu lassen. Dabei sollten außerdem verschiedene Räder gefahren werden. "Das Fahrrad muss von Anfang an wie ein Schuh passen", findet er. Je mehr Ansprüche man habe und je mehr Strecke mit dem Rad zurückgelegt werden soll, desto teurer dürfe das Pedelec auch sein.

Info

Die nächsten Termine in Diepholz sind Mittwoch, 21. Juli, 18. August und 15. September in Diepholz. In Syke finden die nächsten Kurse Mittwoch, 4. August und 1. September, statt. Der Kurs kostet zehn Euro. Für weitere Informationen können sich Interessierte bei Eva Wätje aus dem Team Verkehrssicherung des Landkreises unter der Telefonnummer 04242/9764760 melden.

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