Auch Schulbus-Problematik wurde besprochen

Landkreis will ÖPNV-Ausbau in den Kommunen bezuschussen

Der Landkreis Diepholz will Anreize schaffen, dass die Kommunen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) weiter ausbauen.
10.09.2020, 17:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Yannik Sammert
Landkreis will ÖPNV-Ausbau in den Kommunen bezuschussen

Der Landkreis will seine Mitgliedskommunen dabei unterstützen, ihr ÖPNV-Netz zu stärken (Symbolbild).

Hendrik Schmidt/DPA

Landkreis Diepholz. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist am Mittwoch Thema im Schulausschuss des Landkreises Diepholz gewesen. Nachdem die Mitglieder im Syker Gymnasium an der La-Chartre-Straße in einer Schweigeminute des kürzlich verstorbenen Schulleiters des Gymnasiums gedacht hatten, ging es unter anderem um den Ausbau des ÖPNV. Auch die derzeitige Herausforderung in den Schulbussen durch die Corona-Pandemie war Thema.

Wie Erster Kreisrat Wolfram van Lessen erzählte, ist der Landkreis gewillt, einen erheblichen Anreiz zum weiteren Ausbau des Nahverkehrs innerhalb der Kommunen zu schaffen. Die Verwaltung will dafür ein Förderprogramm einrichten. Zurzeit sind bereits 14 der 15 kreisangehörigen Kommunen im Stundentakt durch Bahn oder Bus an die Mittel- und Oberzentren angebunden, doch darüber hinaus gibt es zur weiteren Vernetzung in einigen Gemeinden auch noch selbst finanzierte innerörtliche Verkehrsangebote wie etwa die Bürgerbusse. Sollten Gemeinden Geld investieren, um den Nahverkehr weiter zu stärken, möchte der Landkreis künftig 50 Prozent der verbleibenden Kosten, also nach Abzug möglicher Zuschüsse, übernehmen. Dabei ist egal, ob sich die innerörtliche Erschließung in Form von Bürgerbussen, bedarfsgesteuerten Systemen wie Anruflinien- oder Sammeltaxis oder Linienverkehre darstellt.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich überwiegend angetan von dem Ansatz, was sich dann auch in der Abstimmung widerspiegelte. „Alleine schon aus Gründen des Klimaschutzes ist die Idee zu befürworten“, betonte Peter Jahnke von der SPD. Die Bezuschussung ist auf 50 000 Euro pro Gemeinde und Jahr begrenzt, der Förderzeitraum soll insgesamt über fünf Jahre laufen. Das jährliche Fördervolumen für die Stärkung des ländlichen Raums beträgt somit maximal 750 000 Euro. Das Programm steht jedoch unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit, sodass final erst mit den Haushaltsberatungen Ende des Jahres darüber abgestimmt werden soll.

Auch der Vorstoß des Kreises, die mögliche Einführung einer Landesbuslinie zwischen Vechta und Diepholz mit 20 000 Euro zu unterstützen, erntete Zustimmung. Thema war zudem ein Brief des Schulelternrates der Diepholzer Graf-Friedrich-Schule. Die Eltern kritisieren, dass die Schulbusse trotz der Pandemie aktuell überfüllt seien, keine Abstände eingehalten werden und es zur Durchmischung von Schülern kommt. So heißt es im Schreiben, die Situation in den Bussen „konterkariert alle Anstrengungen von Schulen und Eltern, Kontakte zu minimieren, Abstände sicherzustellen und Infektionsketten nachzuverfolgen“. Van Lessen sagte, dass er die Sorgen als Vater gut verstehen könne. Doch eine Verdoppelung der Bus-Anzahl lasse sich nicht realisieren. Alle Busse seien schon im Einsatz und es herrsche ein Busfahrer-Mangel. Überhaupt habe es bisher noch keine Ansteckung in Schulbussen gegeben.

Dennoch muss die Situation nicht bleiben, wie sie ist – die Ausschussmitglieder haben sich einige Gedanken gemacht. So sei die Staffelung der Schulanfangszeiten eine Möglichkeit der Entzerrung. Außerdem empfehlen sie, möglichst mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Bei großer Sorge der Eltern könnten Kinder im Einzelfall gegebenenfalls auch auf spezielle Masken, die Partikel zurückhalten und somit Eigenschutz bieten, zurückgreifen. Empfehlen möchte van Lessen dies allerdings nicht. „Es wäre problematisch, wenn die Masken dann in den medizinischen Einrichtungen fehlen“, erklärte er.

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