Gymnasien und Förderschulen im Kreis Diepholz

Schulsozialarbeit soll fortgeführt werden

Der Landkreis Diepholz zahlt die Sozialarbeit an acht Gymnasien und Förderschulen selbst. Das soll er auch weiterhin, hat der Kreisschulausschuss entschieden. Zumindest, bis das Land der Aufgabe nachkommt.
15.09.2021, 16:33
Lesedauer: 2 Min
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Schulsozialarbeit soll fortgeführt werden
Von Alexandra Penth
Schulsozialarbeit soll fortgeführt werden

Das Land Niedersachsen wollte 200 Vollzeiteinheiten in der Schulsozialarbeit schaffen. Die acht Gymnasien und Förderschulen, für die der Landkreis Diepholz bisher aufkam, haben davon jedoch nicht profitiert (Symbolbild).

Jens Büttner/DPA

Landkreis Diepholz. Die Fortsetzung der Förderung der Schulsozialarbeit an Gymnasien und Förderschulen im Landkreis Diepholz ist am Dienstag Thema im Kreisschulausschuss gewesen. Die CDU-Fraktion hatte einen entsprechenden Antrag auf Verlängerung gestellt. Seit dem 1. Januar 2018 unterstützt der Landkreis Diepholz die Schulsozialarbeit mit insgesamt vier Vollzeitstellen an acht Schulen. Die Förderung ist bis zum 31. Dezember befristet. "Wir wollen das weiterführen. Bisher haben wir die Stellen nicht vom Land finanziert bekommen", sagte Dieter Engelbart (CDU). Die Finanzierung solle laut CDU-Antrag enden, sobald das Land Personal in den jeweiligen Schulen einsetzt. Bisher unterstützt der Landkreis die Schulsozialarbeit an den Gymnasien in Syke, Sulingen, Diepholz, Bruchhausen-Vilsen und Twistringen sowie an den Förderschulen in Syke, Sulingen und Diepholz. Dafür sind Haushaltsmittel von bis zu 250.000 Euro für das Haushaltsjahr 2022 veranschlagt worden.

Die Fortführung hielt Hans-Werner Schwarz (FDP) für richtig, jedoch dürfe nicht vergessen werden, dass sich das Land zu seiner Aufgabe bekannt hat, auch Gymnasien und Förderschulen mit Sozialarbeitern auszustatten. Er forderte deshalb, bei den Haushaltsberatungen daran fortan zu erinnern. Hermann Schröder (Freie Wählergemeinschaft) wollte wissen, ob es ein genereller Beschluss ist oder Jahr für Jahr neu abgestimmt werden solle.

Erster Kreisrat Wolfram van Lessen erklärte, dass aus vergaberechtlichen Gründen für die an vier externe Anbieter vergebene Schulsozialarbeit im nächsten Sommer Neuausschreibungen erfolgen müssen. Das Land habe die insgesamt zugesagten 200 Vollzeitstellen in Niedersachsen bereits verteilt, die acht Schulen im Landkreis seien leer ausgegangen. Im Landkreis hätten lediglich die Grundschulen Erichshof und Lahausen jeweils eine halbe Stelle erhalten. Bei der Ausstattung hätten insbesondere soziale Faktoren eine Rolle gespielt. Van Lessen ließ wenig Hoffnung durchblicken, dass das Land in nächster Zeit die Schulsozialarbeit weiter aufstocken wird. Er bat die Ausschussmitglieder zudem, sich Gedanken über die weitere Laufzeit der Förderung zu machen: "Die Fachkräfte sind knapp. Wenn wir den Anbieter nur für ein Jahr beschäftigen, werden wir sie nicht finden."

Ingrid Langkau forderte als Arbeitnehmervertreterin, die Halbtagsstellen bei der Gelegenheit gleich aufzustocken. Am Gymnasium Syke sei eine Kraft mit 16 Wochenstunden für mehr als 1000 Schüler zuständig. Befristete Verträge für halbe Stellen seien wenig attraktiv. Auch Elke Oelmann (Grüne) störte sich an der unzureichenden Planungssicherheit der Schulsozialarbeiter. Der zuständige Fachdienstleiter Thorsten Abeling erklärte, dass die Anbieter der Schulsozialarbeit die Freiheit haben, Personal auch flexibel an den Schulen einzusetzen.

Abeling sagte in Bezug auf den weiteren Zeitrahmen der Förderung der Schulsozialarbeit aber auch: "Bis Ende 2023 können wir davon ausgehen, dass das Land keine weiteren Mittel auf den Weg bringen wird." Der CDU-Antrag wurde mit Neun Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen angenommen.

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