Erdgasförderung als Ursache? Schwaches Erdbeben erschüttert Kreis Diepholz

Im Landkreis Diepholz hat am Donnerstagmorgen die Erde gewackelt. Der Niedersächsische Erdbebendienst meldete eine Magnitude von 2,4. Ursache des Erdbebens könnte Erdgasförderung gewesen sein.
17.12.2020, 14:09
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Schwaches Erdbeben erschüttert Kreis Diepholz
Von Esther Nöggerath

Am frühen Donnerstagmorgen hat es im Landkreis Diepholz im Grenzbereich zum Nachbarkreis Nienburg ein leichtes Erdbeben gegeben. Der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) am Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG), der als staatlicher seismologischer Dienst die Erdbebentätigkeit in Niedersachsen und den angrenzenden Gebieten überwacht, hat dort gegen 5.11 Uhr ein „schwaches seismisches Ereignis mit einer Lokalmagnitude von 2,4 registriert“, teilt Eike Bruns, Sprecher des LBEG, mit.

Das Epizentrum befindet sich demnach zwischen Siedenburg und Wietzen in der Nähe von Harbergen im Bereich des Erdgasfeldes Staffhorst. „Erschütterungen durch das Erdbeben wurden von Anwohnern im Umfeld wahrgenommen“, berichtet Bruns weiter. Demnach würden erste Meldungen aus der Bevölkerung vorliegen. Das Erdbeben wurde offenbar auch akustisch wahrgenommen. Hinweise auf Schäden sind dem LBEG allerdings nicht zugegangen.

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„Das seismische Ereignis steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Erdgasförderung im Erdgasfeld Staffhorst“, erklärt der LBEG-Sprecher. Die Förderung von Erdgas führe zu Spannungen im tiefen Untergrund. „Wenn diese an Schwächezonen im Untergrund impulsartig abgebaut werden, kann es zu spürbaren Erschütterungen an der Oberfläche kommen.“ In dem Gebiet zwischen Siedenburg und der Grenze zum Landkreis Nienburg war zuletzt am 29. Januar dieses Jahres ein schwaches seismisches Ereignis mit einer Magnitude von 1,9 registriert worden.

Anwohner, die das aktuelle Ereignis verspürt haben, können ihre Beobachtungen über einen Fragebogen auf der Internetseite des LBEG melden unter www.lbeg.niedersachsen.de/erdbebendienst. Die dort gemachten Angaben sollen für eine unabhängige Bestimmung des Epizentrums und zur Abschätzung der Auswirkungen des Ereignisses genutzt werden.

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