Ostbahnhof Maidamm

Präsentkorb für Petra und Jürgen Kleen

Die Genossenschaft Obama hat dafür gesorgt, dass aus dem historischen Ostbahnhof in Bruchhausen-Vilsen die Villa Gleisbett geworden ist. Jetzt wurde das 100. Mitglied begrüßt.
13.07.2020, 17:26
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch
Präsentkorb für Petra und Jürgen Kleen

Glückwunsch: Die Genossenschaft Obama um Christel Stampe (von links) und Meina Fuchs begrüßten kürzlich mit Petra und Jürgen Kleen ihr 100. Mitglied.

Vasil Dinev

Bruchhausen-Vilsen. Große Freude bei Meina Fuchs und Christel Stampe. Die beiden konnten jetzt das 100. Mitglied in ihrer Genossenschaft Obama – kurz für Ostbahnhof Maidamm – begrüßen. Sie überreichten Jürgen Kleen aus Süstedt und seiner Frau Petra einen Präsentkorb. „Der Grund meines Einstiegs bei Obama liegt in der Begeisterung für die Leistung der Beteiligten, den Bahnhof vor dem Abriss zu retten. Ich finde, es ist architektonisch ein so schönes Gebäude. Meine Hochachtung gilt allen, die sich hier eingebracht haben“, sagte der ehemalige Hausarzt.

Es schien Jürgen Kleen froh zu stimmen, als Meina Fuchs versicherte, kein Genosse werde mit seinem Beitrag verpflichtet, eine Schaufel oder ähnliches in die Hand zu nehmen. „Manche haben sich explizit vor dem Erwerb eines Anteilscheins erkundigt, ob das von den Genossinnen oder Genossen verlangt würde. Das ist nicht der Fall“, beruhigte Fuchs. „Aber jeder, der mit anpackt, ist natürlich hilfreich.“

Es heißt ja scherzhaft: Treffen drei Deutsche aufeinander, gründen sie einen Verein. Besteht die Absicht, eine Genossenschaft zu gründen, müssen es tatsächlich, gesetzlich vorgegeben, drei Personen sein. 2015 entschlossen sich Fuchs, Stampe und einige Mitstreiter, die optimistisch waren, den Ostbahnhof am Maidamm 52 in Bruchhausen vor dem Abriss retten zu können, zu dieser Gesellschaftsform einer eingetragenen Genossenschaft. Als Folge kauften 37 Mitglieder 74 Anteile. Inzwischen reicht die Spanne der Anteilhalter vom Kind – Tilda Moosbauer wurde durch ein Taufgeschenk Genossin – bis zum Ruheständler.

In einer Genossenschaft werden soziale oder auch Gemeinschaftsbetriebe gefördert. Auch am Maidamm wurden die Weichen gemeinsam bei Umbau, Ausbau und Restaurierung des Gebäudes gestellt mit dem Ziel, aus dem ehemaligen Bahnhof ein Gästehaus zu machen (wir berichteten). Obama – nicht verwandt oder verschwägert mit dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten – nahm Fahrt auf.

„Villa Gleisbett“ heißt das Haus seit seiner Fertigstellung. Bald nach Eröffnung waren die fünf Gästezimmer ausgebucht. Die Doppelzimmer kosten 75 Euro, das Einzelzimmer 65 Euro. Für 350 Euro kann das Haus komplett gebucht werden. Das Frühstück wird in eigener Regie zubereitet oder bei der Bäckerei Kornau geordert. Dann kam durch die Auswirkungen des Coronavirus der Betrieb zum Erliegen, wie allerorten.

„Jetzt aber hatten wir wieder erste Gäste. Eine Fahrradgruppe kam kürzlich, Eisenbahner waren am Dieseltag bei der Museumsbahn und übernachteten hier. Weil jetzt wieder zehn Personen gemeinsam einchecken dürfen, steht außerdem eine kleine Familienfeier an“, sagt Christel Stampe und strahlt.

Doch Obama ist noch nicht fertig: Im Schuppen nebenan wird in Kürze der Einbau einer Toilettenanlage in Angriff genommen, die bei Außenveranstaltungen zur Verfügung stehen soll. Selbst auf der Suche nach Stühlen wurde man mittlerweile fündig. Was nun noch fehlt, sollte nicht aus Plastik sein. Das passt nicht zum Haus, da sind sich die Frauen einig.

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