Mehr als 20 Fälle an zwei Tagen

Polizei warnt erneut vor betrügerischen Anrufen besonders in Stuhr

Mehr als 20 Anzeigen wegen betrügerischer Anrufe hat die Polizei im Kreis Diepholz an nur zwei Tagen allein in Stuhr registriert. Die Beamten geben Tipps, wie sich Bürger schützen können.
17.09.2021, 16:53
Lesedauer: 2 Min
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Polizei warnt erneut vor betrügerischen Anrufen besonders in Stuhr
Von Alexandra Penth

Stuhr/Landkreis Diepholz. Die Polizei im Landkreis Diepholz warnt erneut vor betrügerischen Anrufen – insbesondere in Stuhr. Dort habe es mehr als 20 Anzeigen an den vergangenen zwei Tagen gegeben. Am Donnerstag sei es in den Nachmittagsstunden etwa zu einem versuchten Betrug durch falsche Polizeibeamte gekommen, bei dem die Geldübergabe durch einen aufmerksamen Taxifahrer verhindert werden konnte. Zuvor hatte sich ein angeblicher Polizeibeamter bei einer 84-jährigen Stuhrerin gemeldet. Dieser gab vor, dass bei der Festnahme einer Tätergruppe eine Liste gefunden wurde, aus der die Stuhrerin als nächstes potenzielles Opfer hervorgehe. "Sie wurde in der Folge nach vorhandenen Vermögenswerten ausgefragt und aufgefordert, 5000 Euro von ihrer Hausbank abzuheben", schildert Polizeisprecher Thomas Gissing. Der Taxifahrer, der die Stuhrerin zur Bank fahren sollte, sei bei einer Unterhaltung mit der 84-Jährigen hellhörig geworden und habe die Polizei informiert. "Damit verhinderte er eine Geldübergabe an die Betrüger", sagt Gissing weiter.

Ob Betrug am Telefon durch falsche Polizeibeamte oder Schockanrufe, die Unfälle mit Angehörigen vorgaukeln, diese und ähnliche Maschen nutzen Betrüger laut dem Polizeisprecher Tag für Tag und erbeuten damit Bargeld am Telefon. Oftmals verfügen die Anrufer über Detailwissen und wirken äußerst souverän. "Nicht selten werden die Opfer am Telefon mit angstbereitenden Behauptungen unter Druck gesetzt", berichtet Gissing. Bei einem anderen aktuellen Fall aus Stuhr sagten die Anrufer, dass die Täter bereits auf dem Weg zum Opfer seien, um Vermögenswerte aus dem Haus zu erlangen. Der Betrüger habe in dem Fall am Telefon behauptet, ein ziviles Einsatzteam habe sich schon vor dem Wohnhaus positioniert, damit Wertgegenstände vor Eintreffen der Täter von einem Kriminalbeamten an einen sicheren Ort gebracht werden können.

Gissing betont, dass die Polizei Bürger niemals dazu auffordern würde, Vermögenswerte, Bargeld oder Schmuck auszuhändigen. "Lassen Sie sich am Telefon niemals unter Druck setzten", sagt er. Bei verdächtigen Vorfällen solle immer die Polizei über die Festnetznummer verständigt werden. "Ganz wichtig wäre auch, das Gespräch sofort zu beenden und nicht lange abzuwarten", sagt Gissing. Das für Weyhe und Stuhr zuständige Polizeikommissariat in Leeste ist über die Festnetznummer 0421/80660 zu erreichen.

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