Präventionskampagne im Landkreis Diepholz Plakate sollen Autofahrer sensibilisieren

Immer wieder kommt es im Landkreis Diepholz zu schwerwiegenden Baumunfällen. Mit einer neuen Präventionskampagne wollen Verkehrswacht, Polizei und Straßenmeistereien nun die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren.
28.06.2021, 18:07
Lesedauer: 3 Min
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Plakate sollen Autofahrer sensibilisieren
Von Esther Nöggerath

Landkreis Diepholz. Immer wieder kommt es auf den Landstraßen im Landkreis Diepholz zu schwereren Unfällen. Und häufig sind dabei Bäume involviert. So ereigneten sich allein in den Jahren 2018 bis 2020 insgesamt 94 Unfälle mit schwerverletzten Personen im Landkreis durch Baumunfälle. Fünf Baumunfälle endeten im vergangenen Jahr tödlich, im Vorjahr waren es sieben Unfälle mit Todesfolge. "Die Hauptunfallursachen sind dabei Geschwindigkeit und Ablenkung", berichtet Polizeihauptkommissar Ingo Büntemeyer. Um für das Thema zu sensibilisieren und Autofahrer zu einem bewussteren Fahrverhalten zu bewegen, hat die Landesverkehrswacht Niedersachsen zusammen mit den Niedersächsischen Ministerien für Inneres und Sport sowie für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung nun eine neue Präventionskampagne unter dem Motto "Mein Tempo – mein Leben!" gestartet. Auch im Landkreis Diepholz sind dafür nun von den Straßenmeistereien entsprechende Plakate an verschiedenen Stellen im Kreisgebiet aufgestellt worden.

Insgesamt zwölf Plakate mit drei verschiedenen Motiven sind an die vier Straßenmeistereien verteilt worden, die diese an Hauptverkehrsachsen und Unfallschwerpunkten aufgestellt haben. So stehen diese etwa nun an der B51 im Bereich Barnstorf, Cornau und Lemförde. "Wir haben hier mit die höchste Verkehrsbelastung im Gebiet und auch viele Stellen mit Allee-Charakter", sagt Wolfgang Schwiering von der Straßenmeisterei Diepholz. "Da passen die Plakate ganz gut."

Die zwölf neuen Plakate sind auch nicht die ersten im Landkreis. Seit gut 20 Jahren gibt es immer wieder neue Kampagnen mit verschiedenen Themenschwerpunkten. Zuletzt etwa ging es um Wildunfälle. "In den vergangenen Jahren haben wir mehr mit Fotos gearbeitet", berichtet Wolfgang Rehling von der Verkehrswacht Grafschaft Diepholz. Die neuen Plakate sind dagegen nun eher grob skizziert und in leuchtenden Farben gehalten, wie Büntemeyer erklärt. "Es darf nur auch nicht zu viel darauf stehen, weil man es ja auch relativ schnell lesen können muss", sagt der Polizeihauptkommissar.

Die Motive werden dabei regelmäßig ausgewechselt. "Es ist wichtig, dass es immer mal wieder etwas Neues ist", berichtet Lena Bavendiek, Verkehrssicherheitsberaterin bei der Diepholzer Polizei. "Ansonsten nehmen das die Verkehrsteilnehmer auch irgendwann nicht mehr wahr, wenn sie zum hundertsten Mal daran vorbeifahren." Büntemeyer ergänzt: "Es dürfen auch nicht zu viele Plakate sein. Wenn alle paar hundert Meter eins steht, achtet irgendwann keiner mehr darauf. Das ist nicht zielführend."

Mit der neuen Kampagne soll vor allem an die Eigenverantwortung appelliert werden. Sie richtet sich insbesondere an die jüngeren Fahrer, die zur Hochrisikogruppe für Baum- und Geschwindigkeitsunfälle gehören. "Jeder Verkehrsteilnehmende sollte sich die Frage stellen, ob es sich wirklich lohnt, immer wieder mit überhöhter Geschwindigkeit zu fahren oder mit seinem Handy eine Nachricht während der Fahrt zu schreiben oder zu lesen", betont Büntemeyer.

Gerade auf dem Land ist Ablenkung eine häufige Ursache für Verkehrsunfälle. "In der Stadt, wo viel Verkehr ist, sind die Leute aufmerksamer", erklärt der Polizeihauptkommissar. Auf dem Land, wo weniger los ist und man viele gerade Strecken hat, würden Fahrer schneller mal einen Blick auf das Smartphone riskieren. Oftmals würden sie dabei nicht bedenken, mit welchen Geschwindigkeiten sie unterwegs sind. Viele Meter werden dabei in einer vermeintlich kurzen Zeit im Blindflug zurückgelegt. "Man setzt damit sein Leben und gegebenenfalls auch das seiner Mitfahrer aufs Spiel", so Büntemeyer. Weniger aufmerksam seien aber nicht nur Raser oder Handynutzer, ergänzt Rehling. "In einem Flächen-Landkreis legen die Menschen täglich die gleichen, langen Strecken zurück und werden irgendwann weniger aufmerksam", erklärt Rehling.

Die Initiative "Mein Tempo – mein Leben" ist langfristig angelegt: So soll die Kampagne auch kontinuierlich mit neuen Präventionsmaßnahmen ergänzt werden. Neben den Plakaten, die in ganz Niedersachsen aufgestellt werden, umfasst die Kampagne auch noch ein Kurzvideo, in dem es um die Thematik Tempo und Baumunfälle geht. Außerdem soll dazu auch noch eine Social-Media-Aktion gestartet werden. Begleitet werden soll die Aktion von temporären Verkehrsüberwachungen. Weitere Informationen dazu gibt es online unter www.landesverkehrswacht.de sowie www.mi.niedersachsen.de.

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