Schülermesse

Preisgekrönter Fahrradschuppen

Die Schülerfirma Fahrradschuppen aus Bruchhausen-Vilsen ist jetzt auf einer Schülermesse ausgezeichnet worden. Immerhin 110 Euro gab es als Gewinn.
29.05.2019, 10:36
Lesedauer: 2 Min
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Von Bärbel Rädisch
Preisgekrönter Fahrradschuppen

Ausgezeichnet: Die Schülerfirma Fahrradschuppen hat einen Preis gewonnen. Hier schrauben Tim und Jerik an einem Reifen.

Vasil Dinev

Bruchhausen-Vilsen. Die Schülerfirma Fahrradschuppen aus Bruchhausen-Vilsen ist eine der bundesweiten Gruppierungen, deren Mitglieder im jugendlichen Alter probieren, für das spätere Berufsleben Kompetenzen zu erwerben. Die Mitarbeiter lernen, selbstständig Ideen umzusetzen, im Team zu arbeiten, Herausforderungen anzunehmen und wirtschaftliche Zusammenhänge zu begreifen. Seit 2005 gibt es die Gruppe in Vilsen unter der Betreuung des Vereins Lebenswege Begleiten. Seitdem bieten sie unter dem rechtlichen Dach der Oberschule und des Gymnasiums in Bruchhausen-Vilsen ihre Dienstleistung rund um das Fahrrad an. Dafür wurden sie nun ausgezeichnet.

Nicht das erste Mal präsentierte sich die Stammmannschaft von derzeit 15 Mädchen und Jungen auf einer Schülermesse, die diesmal am 3. April im Metropol-Theater in Bremen stattfand. Veranstalter war das Landesinstitut für Schule in Bremen. Für ihre Präsentation errangen die Dienstleister aus dem Luftkurort einen ersten Preis. Ein Sponsor hatte dafür 110 Euro ausgelobt.

„Wir hatten unseren blau-gelben Fahrradständer dabei, der immer vor der Haustür am Marktplatz 1 steht, mit einem kleinen Kinderrad und einem Vorführrad, an dem geschraubt wurde“, erzählt Juliane Schwecke, Pressesprecherin der Schülerfirma. „In einem kleinen Film konnten die Besucher einen Blick in unsere Arbeitsräume und das Materiallager werfen, aber auch die Arbeitsabläufe näher kennenlernen.“

Die Gymnasiastin ist in der elften Klasse und ihr Job ist es, sich um die Buchführung zu kümmern, Gelder zu verwalten oder Kundenwünsche zu ermitteln. Voll Begeisterung erzählt sie, wie viel Spaß es ihr mache, zusammen mit Rieke Brümmer das Büro zu schmeißen. „Wir haben unser Konzept vorgestellt, über die Historie erzählt und Flyer verteilt“, fügt Rieke an, die in die neunte Klasse geht. Dass jeweils auch ein Bruder der Mädchen, nämlich Dominik und Jarne, ebenfalls in der Firma tätig sind, ist keine Ausnahme. Immer wieder rücken Geschwister nach, wenn ein Platz frei wird.

Ab der fünften Klasse kann sich beworben werden. Dienstags von 14 bis 16.30 Uhr steht die Tür für Kunden offen, die ihr Fahrrad repariert haben wollen oder ein Ersatzteil brauchen. „Der örtliche Fahrradhändler schickt uns ab und zu jemand, wenn ein Schlauch zu flicken oder eine Kleinigkeit zu richten ist. Er sieht uns nicht als Konkurrenz“, betont Jarne, der bald die Schule beendet. Zeitweise kamen auch einige der Geflüchteten, die inzwischen hier leben, um Fertigkeiten beim Schrauben zu erlernen. Das Lager ist gut gefüllt mit Rädern, die größtenteils gespendet wurden. In Regalen lagern in Kästen Ersatzteile und Material. Wer sich ein gebrauchtes Rad zulegen will, wird ebenfalls fündig.

Gerade kommt draußen wieder eine Fuhre an. Ein Hoyaer bringt drei Räder und einen Fahrrad-Anhänger. „Ich mache im Bekanntenkreis ständig Reklame für die Schülerfirma“, sagt er. Wortgewandt bedankt sich Juliane. Nach ihrem Berufswunsch gefragt, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Ich will Pastorin werden.“ Ihrer zukünftigen Gemeinde dürfte eine äußerst redegewandte junge Frau vorstehen, die sich schon so manche Fähigkeit in ihrer Schülerfirma angeeignet hat.

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