Rathaus Bruchhausen-Vilsen

Homeoffice, Anbau oder beides?

Im Rathaus Bruchhausen-Vilsen wird es langsam eng. Deswegen soll ein Anbau her. Oder lieber doch auf Home-Office umgestellt werden? Oder beides?
23.10.2020, 17:51
Lesedauer: 2 Min
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Homeoffice, Anbau oder beides?
Von Micha Bustian
Homeoffice, Anbau oder beides?

Heinrich Klimisch (von links), Ulf Schmidt, Bernd Bormann, Torsten Tobeck und Reinhard Thöle warten mit dem Rathausanbau ab, bis Ergebnisse zur Digitalisierung vorliegen.

Michael Braunschädel

Nein, die Ratssitzung der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen am Donnerstagabend wurde nicht wegen des Coronavirus abgesagt. Es mangelte schlicht an Themen. Um das Feuerwehrgerätehaus in Engeln, einer der Punkte auf der Rats-Tagesordnung, kümmerte sich der Samtgemeindeausschuss. Der SPD-Antrag zu den Themen Rathausanbau und Homeoffice (wir berichteten) wurde verschoben. „Bis ins Frühjahr“, ergänzte Sozialdemokrat Reinhard Thöle bei einer extra dafür einberufenen Pressekonferenz am Freitag im örtlichen Rathaus.

Die Fraktionsvorsitzenden Heinrich Klimisch (CDU), Ulf Schmidt (Die Grünen), Reinhard Thöle (SPD) und Torsten Tobeck (UWG) hatten sich zusammen mit Bernd Bormann im Sitzungssaal eingefunden, „um Licht ins Dunkel zu bringen, warum die Sitzung abgesagt wurde“, wie es der Samtgemeindebürgermeister formulierte. Doch eigentlich ging es darum, Einigkeit zu präsentieren.

Zuerst waren sich die vier Fraktionsvorsitzenden und der Verwaltungs-Chef einig, dass das Rathaus überfüllt sei. „In jedem Büro sitzen zwei bis drei Angestellte“, erzählte Heinrich Klimisch. Das würde Einzelgespräche nahezu unmöglich machen. Zudem wären vier der Büros mittlerweile im Keller angesiedelt. „Fünf bis sechs weitere Büroräume“ hält der CDU-Politiker für sinnvoll. Nur: wohin?

Die Idee eines Anbaus auf dem kleinen Parkplatz in Richtung Schulzentrum ist keine neue. Seit Mai 2019 sei das Platzproblem bekannt, so Ulf Schmidt. Doch die Corona-Pandemie habe neue Möglichkeiten eröffnet. Das Homeoffice zum Beispiel. „Das Homeoffice löst das Platzproblem nicht alleine“, meinte Heinrich Klimisch. „Das Home-Office hat einen neuen Push bekommen“, entgegnete Schmidt. „Und wir sollten die Betrachtungen aus den vergangenen Monaten nicht einfach so an uns vorbeiziehen lassen.“

Auch da herrschte Einigkeit. Heißt: Es braucht noch ein wenig Zeit, um die Erfahrungen mit dem Homeoffice auszuwerten. Und nicht nur diese. Das Institut für Informationsmanagement Bremen (IFIB) hat bereits den Auftrag erhalten, die IT-Struktur der Samtgemeindeverwaltung aufzunehmen. Auch die Möglichkeiten des Personals sollen untersucht werden in Hinsicht auf die anstehende Digitalisierung der Verwaltung. Erst wenn die Resultate vorliegen, soll die Diskussion weitergehen, soll herausgefunden werden, was nötig ist und was es kosten soll.

Die beiden Anträge von SPD und UWG zum Thema Homeoffice wurden dementsprechend zurückgezogen. Im Sommer, wenn die Einsparungsmöglichkeiten diskutiert werden, werde sich die Frage, was nun mit dem Anbau wird, erneut stellen, vermutet Torsten Tobeck. „Dann können wir gesamtheitlich alles beleuchten.“ Man wolle ja nicht vorschnell Geld ausgeben, „zumal ja auch die Finanzierung der Digitalisierung ein großer Schluck aus der Pulle sein wird“. Auch Reinhard Thöle plädiert dafür, die Ergebnisse des IFIB und die Kostenschätzung des Architekten für den Anbau abzuwarten, ehe eine Entscheidung getroffen wird. Klar ist aber auch: Diese Entscheidung soll der aktuelle Rat noch treffen.

Dann wird die Frage lauten: Anbau, Homeoffice oder beides? „Das werden wir gemeinsam besprechen und die Entscheidung gemeinsam tragen“, sagt Heinrich Klimisch. Für Reinhard Thöle ist die Entscheidung auch maßgeblich für künftige Einstellungen von Personal. „Das Ausweiten des Homeoffice könnte für Arbeitnehmer attraktiv sein“, vermutet er. „Jede Kommune sucht zurzeit. Und gutes Personal ist selten.“

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