Spielplätze

Zwei Perlen, viel Durchschnitt

Das Urteil ist schon ein wenig traurig: Die Verwaltung Bruchhausen-Vilsens findet die Spielplätze in der Samtgemeinde insgesamt nur mäßig spannend. Deshalb will sie 2021 ein Konzept entwickeln.
20.11.2020, 17:03
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Zwei Perlen, viel Durchschnitt
Von Micha Bustian
Zwei Perlen, viel Durchschnitt

Viel Wasser soll nicht mehr hinunterfließen, bis die Spielplätze in der Samtgemeinde neu gestaltet werden.

Udo Meissner

Bruchhausen-Vilsen. Die Umfrage „Deine Stimme zählt“ in den Jugendhäusern der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen brachte es ans Tageslicht: Es fehlt an Spielgeräten im Luftkurort und der Umgebung. Und die Spielplätze, die vorhanden sind, sind eher langweilig. Nun, es hat tatsächlich eine Reaktion darauf gegeben. Eine externe Firma hat eine Begehung gemacht und den Fallschutz beanstandet. „Das nimmt jetzt der Bauhof in die Hand“, erklärte Cattrin Siemers, Fachbereichsleiterin Bildung, jüngst in der Sitzung des Ausschusses für Jugend und Soziales. Ab 2021 werde der Fallschutz jetzt automatisch dreimal im Jahr ersetzt.

23 Spielplätze listet die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen auf ihrer Internetseite auf. Darunter Perlen wie den Wassererlebnis-Spielplatz an der Kreuzung Am Bahnhof/Bollenstraße sowie den Waldspielplatz am Heiligenberg. Was Cattrin Siemers auch da fehlt, ist eine ordentliche Beschilderung „mit Notrufnummer und Ähnlichem“. Da starte die Samtgemeindeverwaltung gerade mit der Umsetzung, „aber das wird dieses Jahr wohl nichts mehr“.

13 Spielplätze befinden sich auf dem Gebiet des Luftkurortes. „Sie sind alle in akzeptablem Zustand“, findet Cattrin Siemers. Ausnahme: der Spielplatz an der Straße Hoher Kamp. Der steht in der Nähe des evangelischen Gemeindehauses in Vilsen und ist laut Siemers „nicht mehr bespielbar“. Dennoch setzte sich Bernd Garbers (SPD) für den Erhalt ein. Denn: „Dort stehen Tore, da kann man bolzen. Das wird immer wichtiger.“

Unterstützung bekam er von einer Familie im Zuschauerraum, die genau das während der Einwohnerfragestunde moniert hatte: das Fehlen von Fußballplätzen. Garbers wies noch auf den Soccer-Käfig am Wiehe-Bad hin, aber der gehört dem Förderverein des Bades und werde dementsprechend nur vier Monate genutzt. Ob man das wohl ändern könnte, fragte der Sozialdemokrat. Seine Parteigenossin Christel Stampe machte ihm da aber wenig Hoffnung: „Der Förderverein hat beschlossen, den Soccer-Käfig nicht mehr auf- und abzubauen. Dann sollten wir lieber einen zweiten anschaffen.“

Cattrin Siemers hakte weiter die Liste ab. Der Spielplatz Am Kurpark habe eine neue Rutsche bekommen, der am Hoppendeich werde am meisten genutzt. Aber: „Da fehlt etwas für kleine Kinder.“ Das Areal Auf den Bleichen könnten größere Kinder besser nutzen. Ihr Gesamturteil: „Okay, aber mäßig spannend.“ Häufig sei an Spielgeräten nur das aufzufinden, „was hier auf dem Dorf fast jeder im Garten hat“. Siemers attestierte „wenig Aufforderungs-Charakter“. Ihre Konsequenz: weniger, aber bessere Spielplätze.

Dazu soll es im kommenden Jahr eine Bereisung geben, anschließend eine Bestandsaufnahme und letztlich eine Ideensammlung. Daraus will Cattrin Siemers ein Spielplatzkonzept entwickeln. Christel Stampe finde es gut, „wenn wir das 2021 auch wirklich anpacken“. Siemers indes fiel auf, dass „wir dafür in den kommenden Haushalt noch keine Summe eingestellt haben“. Ein Thema, das Hildegard Grieb (Die Grünen) aufnahm. „Spielplätze verschlingen viel Geld. Wir sollten mehr in Qualität investieren und anschließend länger warten.“ Auch Siemers fand es sinnvoll, ständigen Austausch zu vermeiden: „Das ist zu teuer.“

Letztlich schlug die Dame aus dem Bildungsressort vor, Jahr für Jahr je einen Spielplatz zu verbessern. Eine Anregung, die im Gremium auf allgemeine Zustimmung traf – auch ohne Abstimmung.

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