Budget erhöht Budget um 170.000 Euro erhöht

Die Mehrheit des Samtgemeinderates Bruchhausen-Vilsen hat sich für den neuen Anbau des Rathauses ausgesprochen. Die Kosten dafür werden jedoch höher ausfallen, als zunächst veranschlagt.
22.10.2021, 17:27
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Budget um 170.000 Euro erhöht
Von Ivonne Wolfgramm

Bruchhausen-Vilsen. Mit großer Mehrheit hat sich der Samtgemeinderat Bruchhausen-Vilsen am Donnerstagabend für den neuen Anbau des Rathausgebäudes ausgesprochen. Jedoch mit zwei kleinen Änderungen, die nicht in der Beschlussvorlage standen und die der zuvor tagende Samtgemeindeausschuss nach seiner Besprechung empfohlen hatte.

Bereits 2017 keimte die Idee in der Samtgemeindeverwaltung, das Rathaus aufgrund der wachsenden Personalzahl zu erweitern, erklärte Cattrin Siemers von der Verwaltung. Im Haushalt für das Jahr 2021 waren bereits 480.000 Euro für den Bau veranschlagt worden, 30.000 Euro für die Planung, 450.000 Euro für die Umsetzung. Die Kosten für die Umsetzung waren allerdings mit einem Sperrvermerk versehen worden. "Es sollten von der Verwaltung zunächst Alternativen zum Rathausanbau aufgezeigt werden und die Notwendigkeit des Anbaus unter dem Aspekt einer verstärkten Nutzung von Homeoffice durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung geprüft werden", heißt es dazu konkret in der Beschlussvorlage.

Langfristig sei eine Erweiterung der Räumlichkeiten des Rathauses unausweichlich, war der Tenor der Verwaltung gegenüber dem Samtgemeinderat. Durch die Einstellung einer weiteren Sozialpädagogin, zwei IT-Kräften, eines Technikers und eines Klimamanagers sei die Schaffung neuer Arbeitsräume erforderlich. Eine Unterbringung weiterer Mitarbeiter in vorhandenen Räumen des Rathauses sei nicht möglich. "Wir haben derzeit noch sechs Mitarbeiter, die in Kellerbüros arbeiten. Denen möchten wir schnellstmöglich ein besseres Arbeitsumfeld ermöglichen", erläuterte Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann in diesem Zusammenhang. 

650.000 Euro Kosten

Mit der Planung wurde bereits ein Ingenieurbüro beauftragt. Drei Entwürfe lagen am Donnerstagabend schon vor, die Cattrin Siemers dem Gremium vorstellte. Der von der Verwaltung favorisierte Entwurf sieht ein eingeschossiges Gebäude vor, das in sich geschlossen ist und neben mehreren Büroräumen über einen Technikraum, eine Teeküche und Toiletten verfügt, gleichzeitig aber vom bestehenden Rathaus zugänglich ist. Mit 650.000 Euro übersteigt dieser Entwurf allerdings das im Haushalt festgesetzte Budget um 170.000 Euro. Laut der Verwaltung habe der Samtgemeindeausschuss daher die Empfehlung geäußert, diesen Posten im Haushalt um die bestehende Differenz zu erhöhen und zu deckeln.

Es wurde um das "Was" und "Wie" gesprochen, doch Ratsheer Johann-Dieter Oldenburg (SPD) vermisste vor allem einen Aspekt: "Wo kommt der Neubau hin?" Bormann hatte darauf eine Antwort: "Der Neubau soll quasi im Garten des Archivs stehen. Wir wollten nicht, dass der Bau auf der anderen Seite zu viel Platz des Schulhofes einnimmt."

Lars Bierfischer von der SPD betonte, dass es seiner Fraktion wichtig sei, den Rathausmitarbeitern gute Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. "Wir haben das Vertrauen, dass die Verwaltung mit der erhöhten Summe verantwortungsvoll umgeht", sagte der Ratsherr in Bezug auf die gestiegenen Baukosten. Bevor aber weitere Investitionen in dieser Richtung getätigt werden, müsse geprüft werden, inwieweit mobiles Arbeiten und die Digitalisierung des Rathauses voranschreitet. "Das wird wichtig für künftige Generationen und wirkt sich auch auf das Raumangebot aus", sagte er und nannte als Stichwort die digitale Archivarbeit. Durch das Archivieren von Dokumenten auf digitalem Wege, ließen sich so Räume anders nutzen, die bisher für die Lagerung von Aktenschränken genutzt werden.

UWG übt Kritik an dem Entwurf

Auch die Grünen befürworten mit großer Mehrheit die Planungen. Doch Marlies Plate hatte auch Grund zur Kritik: "Die Kellerbüros waren zwar am Anfang ein Thema. Es ist aber schade, dass das jetzt weiter in den Hintergrund gerückt ist." Heinrich Klimisch von der CDU lobte, dass der bevorzugte Planentwurf ein in sich geschlossenes Gebäude sei. "Wenn diese Räume in Zukunft vielleicht nicht mehr genutzt werden, könnte man sie vermieten", war sein Vorschlag.

Weniger euphorisch zeigte sich die UWG-Fraktion. "Wir sind keine Gegner des Rathausanbaus", betonte Torsten Tobeck. "Es sollte aber noch die Frage geklärt werden, welche Übergangsmöglichkeiten es gibt." Die UWG vermisse die Suche nach Alternativmöglichkeiten, wie etwa die Anmietung von Büroräumen oder Bürocontainern. "Das wäre unser Vorschlag", sagte Tobeck. Ihm und seiner Fraktion gehe das Prozedere um den Anbau zu schnell.

Am Ende der Diskussion gab es zwei Beschlüsse zu fassen: Zum einen wurde der Planentwurf für den Anbau des Ratshauses zur Kenntnis genommen. Zum anderen wird der Sperrvermerk unter der entsprechenden Kostenstelle im Haushalt aufgehoben, die Summe auf 650.000 Euro erhöht und gedeckelt. Dafür gab es drei Gegenstimmen und eine Enthaltung. Der Rat hat somit den Rathausanbau auf den Weg gebracht. 

Zur Sache

Neun Ratsmitglieder verabschiedet

Auch im Samtgemeinderat hieß es nun Abschied nehmen. Neun Ratsfrauen und Ratsherren werden in der kommenden Wahlperiode dem Gremium nicht mehr angehören. Die Ratsvorsitzende Claudia Staiger und Samtgemeindebürgermeister Bernd Bormann bedankten sich mit einem Blumenstrauß und einer Ehrenurkunde für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren bei:

Ulrike Lampa-Aufderheide

Gerda Ravens

Klaus Masemann

Pitt Brandstätter

Arend Meyer

Werner Pankalla

Heinfried Kabbert

Reinhard Thöle

Heinrich Lackmann

Auch für Claudia Staiger war es die letzte Sitzung als Ratsvorsitzende. Sie wird die Position im nächsten Rat nicht mehr übernehmen.

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