Wilde Müllentsorgung

„Ich kann so etwas einfach nicht verstehen“

Die Schwarmer Bruchlandschaft ist idyllisch, gern genommen für Spaziergänge. Doch in jüngster Zeit häufen sich die Fälle von wilder Müllentsorgung in diesem Areal.
01.01.2021, 15:02
Lesedauer: 2 Min
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„Ich kann so etwas einfach nicht verstehen“
Von Micha Bustian

Schwarme. Bruchmühlen, Bruchhöfen, Berxer Marschbruch – das Wort Bruch ist in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen regelmäßig zu hören. Laut Internet-Lexikon ist das Bruch eine „Bezeichnung für Sumpf- oder Moorland“. Ein Bruch mit Baumbestand bilde einen Bruchwald. Nirgendwo in der Definition ist die Rede von Müllkippe, Deponie oder Grünschnitt-Sammelstelle. Als ebendies missbrauchen aber Unbekannte das Schwarmer Bruch. Und das regelmäßig.

Die Bruchlandschaft in Schwarme erstreckt sich beidseitig der Bremer Straße, die über Emtinghausen und Riede nach Bremen führt. Die von Gräben und dem Flüsschen Eiter durchzogenen Wiesen sind Rückzugsgebiet für seltene Tiere. Menschen nutzen die Wege gerne für einen erholsamen Spaziergang. Und hier beginnt das Problem mit der wilden Abfallentsorgung, denn einige der Fußgänger schmeißen Zigarettenschachteln, Süßigkeitenverpackungen, Kaffeebecher, Fast-Food-Behältnisse und Getränkedosen achtlos auf Wege und Wiesen. Ein deutschlandweit bekanntes Zivilisationsproblem, dem Schwarmes Bürgermeister Johann-Dieter Oldenburg persönlich auf den Leib rückt, indem er den Müll einsammelt und in einer Plastiktüte der heimischen Mülltonne zuführt, so Oldenburg.

Doch damit nicht genug. Ende November berichtete Schwarmes stellvertretender Gemeindedirektor Ralf Rohlfing darüber, dass Unbekannte die Schutzhütte im Schwarmer Bruch genutzt haben, um sich eines ausgedienten Schlafsofas zu entledigen. Die Verantwortlichen haben sogar versucht, das Möbelstück in Brand zu setzen. Eine gute Woche später schrieb der Syker Kurier, dass an gleicher Stelle 40 alte Reifen abgeladen wurden. „Teilweise mit Grünspan“, berichtete Johann-Dieter Oldenburg. Ein Hinweis darauf, dass die Reifen schon längere Zeit an einem anderen Ort lagerten.

„Es ist eine Katastrophe, was in dieser Hütte schon alles entsorgt wurde“, findet Schwarmes Bürgermeister, der darauf hinweist, dass die Entsorgung dieser wilden Müllablage „stets zu Lasten der Steuerzahler“ gehe.

Und natürlich zu Lasten der Umwelt. Seit 2014 wird das circa 880 Hektar große Gebiet über das vereinfachte Flurbereinigungsverfahren attraktiver gemacht. Die Ziele definiert das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser so: Anpassung des Wirtschaftswegenetzes, Flächentausch und Zusammenlegung von Grundstücken sowie Entwicklung einer vielfältig strukturierten Kulturlandschaft. Ein weiteres Ziel ist die Renaturierung der Eyter.

Klingt gut. Wilde Abfallentsorgung allerdings wirkt da kontraproduktiv. Deshalb wünscht sich Johann-Dieter Oldenburg, „dass die Verursacher zur Verantwortung gezogen werden“. Dafür hofft er auf die Hilfe der Bevölkerung. Die ist aufgefordert, solche Delikte bei der Polizei in Bruchhausen-Vilsen zu melden. Die Telefonnummer lautet 0 42 52 / 93 85 10.

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