Leichtathletik

Asendorfer glänzen, Stuhrer hadern

Bei den Landesmeisterschaften der U20- und U18-Junioren in Hannover liegen Freud und Leid eng beieinander. Für den TSV Asendorf läuft es glänzend, der LC Hansa Stuhr beklagt dagegen Verletzungen.
29.01.2019, 17:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Thorin Mentrup

Stuhr und Asendorf trennen geografisch knapp 40 Kilometer, rein sportlich waren es mit Blick auf die Leichtathletik-Landesmeisterschaften der U20- und U16-Junioren in Hannover allerdings Welten: Während der TSV Asendorf ein tolles und erfolgreiches Wochenende erlebte, waren es für die Athleten des LC Hansa Stuhr zwei Wettkampftage zum Vergessen.

„So ein Wochenende möchte man nicht wieder erleben“, fasste Berthold Buchwald, Leichtathletik-Spartenleiter des LC Hansa, die Gemütslage der Stuhrer nach den Titelkämpfen kurz und prägnant zusammen. Schon am ersten Wettkampftag setzten die schlechten Nachrichten ein: Jannick Voß, als Stabhochspringer ein Kandidat für die Goldmedaille, musste bereits beim Einspringen passen. Eine alte Rückenverletzung machte sich beim 16-Jährigen, der in diesem Jahr die Fünf-Meter-Marke anpeilt, wieder bemerkbar. Voß ließ sich für den Wettkampf streichen, schließlich hat er noch Großes vor: Am 23. und 24. Februar will er bei den Deutschen Meisterschaften in Sindelfingen starten und dort um Edelmetall mitkämpfen.

Nicht gut lief es auch für Elvio Kremming. Im 60-Meter-Sprint legte er zwar einen guten Start hin, kam aber dennoch nicht an seine Bestzeit heran. Mit seiner Zeit von 7,53 Sekunden schied er im Vorlauf aus. Besser wollte er es mit der 4x200-Meter-Staffel machen. Das Team mit ihm, den Oldenburgern Tim Gutzeit und Fleix Antonik sowie dem Ettenbütteler Jeron Serbin zählte zu den heißen Medaillenanwärtern. Auf der ersten Bahn liefen die favorisierten Werderaner: Deren Startläufer Fabian Linne, gerade erst Vizemeister im 60-Meter-Sprint geworden, übergab als Erster und lief dann in Kremmings Bahn. Der Stuhrer musste abbremsen und verlor dementsprechend wertvolle Zehntel. Die Startgemeinschaft Hansa-Ettenbüttel-Oldenburg arbeitete sich wieder heran, ehe es nach Buchwalds Schilderungen zu einer umstrittenen Szene kam: Der dritte Läufer der Bremer kam bei der Übergabe ins Stolpern und stürzte genau vor die Füße von Felix Antonik. Reaktionsschnell habe dieser den Werderaner von der Bahn geschubst und die Verfolgung aufgenommen und sein Team zur Vizemeisterschaft (1:33,07 Minuten) hinter den Bremern gelaufen. „Die Wechselrichter hatten davon nichts mitbekommen, die konzentrierten sich auf die Wechselräume. Prompt hob ein Wechselrichter die Fahne, der SVW hatte einen Wechsel überlaufen. Der Stadionsprecher erklärte uns zum Sieger, der Aushang nannte die Startgemeinschaft als Titelträger. Indessen hatte sich eine Gruppe von Trainern und Aktiven des SVW auf die Wechselrichter gestürzt und das Urteil angefochten. Schließlich nahmen die Wechselrichter die Entscheidung zurück, die Startgemeinschaft Hansa-Ettenbüttel-Oldenburg wurde auf Platz zwei gesetzt“, beschrieb Buchwald, was nach dem Rennen geschah und der Startgemeinschaft bitter aufstieß.

Das Maß war aber noch nicht voll. Es kam noch Ärger für die Stuhrer, die mit Kremmings Start über 60 Meter Hürden noch ein Eisen im Feuer hatten. Doch es kam ganz anders: Kremming trat unglücklich in eine Hürde und stürzte schwer. Im Krankenhaus wurde ein Bruch diagnostiziert. Inzwischen ist der Athlet operiert, die Hallensaison abgehakt.

Purschwitz brilliert

Deutlich weniger Frust, dafür aber umso mehr Freude herrschte im Lager der Asendorfer. „Ein sehr erfolgreiches Meisterschaftswochenende liegt hinter uns“, berichtete Trainerin Ute Schröder stolz. Sie war mit einem großen Team von sechs Athleten zu den U16-Titelkämpfen gereist. Das Sextett wusste durch die Bank zu überzeugen. Dabei trumpfte Neuzugang Aaron Purschwitz in der Altersklasse M14 erneut groß auf. Ihm bescheinigte Schröder eine hervorragende Leistungssteigerung. Im 60-Meter-Vorlauf verbesserte sich das Talent auf 7,93 Sekunden. Im Finale setzte es sogar noch einen drauf, wurde in 7,85 Sekunden Landesmeister und ließ dabei unter anderem den Vorlaufschnellsten Bastian Lanitz (SV Werder Bremen) hinter sich. Kurz vor diesem Titelgewinn hatte Purschwitz im Weitsprung gezeigt, dass er auch in dieser Disziplin Fortschritte macht: 5,07 Meter bedeuteten eine persönliche Bestleistung. Rang fünf war der verdiente Lohn.

Einen tollen Einstieg ins Landesmeisterschaftsgeschehen hatte auch Youngster Leon Michelmann (M13), der bei der Altersklasse M14 hochstartete. Mit guten 4,80 Metern im Weitsprung kam er auf den sechsten Platz. Im 60-Meter-Hürdenlauf wurde er im Einlagelauf Dritter. Die Uhr stoppte für ihn bei 10,30 Sekunden. Im Finale steigerte sich Michelmann dann enorm: In 9,98 Sekunden sicherte er sich die Silbermedaille. Kurz vor dem Finallauf hatten er und Trainerin Schröder entschieden, den Startblock von links vorne auf rechts vorne umzustellen, um besser an die erste Hürde zu kommen. Dieser Schachzug war ein voller Erfolg. Stolz war Schröder auch auf Leonie Schmidt (W15). Die Dreispringerin erreichte mit ihrem besten Satz eine Weite von 9,44 Metern und wurde mit dieser neuen Bestleistung Vierte.

Gesa Ehlers sah sich im 800-Meter-Lauf der Altersklasse W14 einer ganz starken Konkurrenz gegenüber. Sie lief etwas verhalten, kam aber dennoch fast an ihre Bestzeit heran: 2:41,91 Minuten bedeuteten letztlich Platz 18. Im 60-Meter-Sprint stoppte für Ehlers die Uhr bei 8,90 Sekunden. Damit verpasste sie den Zwischenlauf ebenso wie ihre Teamkollegin Finja Kottmann, die für die Strecke in 8,91 Sekunden einen Wimpernschlag länger benötigte. Im Weitsprung kam Kottmann auf 4,32 Meter und Platz 13. „Das fehlende Training auf Tartan, die längeren Laufdistanzen und das alternative Hallen-Weitsprungtraining reichten nicht aus, um mit den Athleten aus dem Raum Hannover mitzuhalten, die mehrmals wöchentlich im Sportleistungszentrum trainieren können“, stellte Schröder mit Blick auf die unterschiedlichen Trainingsbedingungen fest. Ein voller Erfolg waren die Titelkämpfe aus Asendorfer Sicht dennoch.

Die einzige Vertreterin des FTSV Jahn Brinkum bei den Landesmeisterschaften in Hannover war Elise Peters. Sie startete in der Altersklasse W14 über die 800-Meter-Distanz und beendete ihren Zeitlauf nach 2:42,45 Minuten. Damit landete sie auf dem 17. Platz des Gesamtklassements.

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