Jugendfußball Auf der Jagd nach dem Hallentitel

Wenn draußen der Spielbetrieb ruht, sind die Fußballer der Region noch nicht im Ruhemodus. In der Halle spielen sie um die Kreismeisterschaft. Die Vorbereitungen dafür laufen bereits seit September.
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Von Thorin Mentrup

Winterzeit ist Hallenzeit. Das gilt im Speziellen für die Fußballer. Wenn die Plätze draußen eine Pause bekommen, dann sind die Kicker noch lange nicht im Ruhemodus. Für sie rollt der Ball dann unter dem Dach weiter. Das ist logistisch eine ganz schöne Herausforderung, besonders wenn die Kreismeisterschaften im Jugendfußball anstehen. Im Bereich des Fußballkreises Diepholz jagen in allen Altersklassen jüngere und ältere Talente dem Ball hinterher. Rund 300 Mannschaften sind gemeldet, wie Stephan Meyer, der Vorsitzende des Kreisjugendausschusses und Hallenleiter, erklärt.

Die Vorbereitungen für die Hallenrunde laufen seit Monaten. Ende September hat das Meldefenster geschlossen, im November, da waren die Fußballerinnen und Fußballer im Seniorenbereich noch draußen aktiv, begannen die ersten Spiele. Doch die Zeit wird im Jugendfußball benötigt, denn der Weg zur Hallenmeisterschaft ist alles andere als ein kurzer. Bei den jüngeren Kickern, bei denen es noch eine Vielzahl von Mannschaften gibt, gilt es, mehrere Etappen erfolgreich zu meistern: Bei den U11-Junioren in der E-Jugend zum Beispiel findet an zwei Spieltagen erst einmal eine Qualifikationsrunde für die 27 Teilnehmer statt. Es folgt eine K.o.-Runde mit zwei weiteren Turnieren, dann erst steht die Endrunde an, bei der die Sieger in A- und B-KLassen ermittelt werden. Bis zum Titel ist es also ein langer Weg. „Alle Mannschaften spielen mindestens vier Turniere“, rechnet Meyer vor. Bis zur Endrunde, der fünften Veranstaltung der Kreishallen-Serie, scheidet gar kein Teilnehmer aus.

Dieser Turniermodus hat sich bewährt, findet der Kreisjugendausschuss-Vorsitzende. „Der Zuspruch ist gut. Der jetzige Modus ist in meinen Augen auch der Modus der Zukunft. Die Anzahl der Termine ist für die Vereine und für uns händelbar“, sieht er genau den richtigen Mittelweg. Denn auch die Arbeit, die auf die Fußballkreis-Ehrenamtlichen zukommt, ist immens. Besonders Henri Voss aus Barenburg und Bianca Steimke aus Staffhorst seien enorm eingespannt, betont Meyer und rechnet vor: „Gerade in der Hoch-Zeit sind sie jeden Abend zwei Stunden beschäftigt.“ Schließlich gilt es nicht nur, Spielpläne zu erstellen, sondern auch den Kontakt zu den Vereinen zu halten. „Wir versuchen, allen gerecht zu werden“, erklärt Meyer, dass auf die Wünsche der Teams eingegangen wird. Wenn sie etwa am angepeilten Termin keine Zeit hätten, werde alles dafür getan, um eine Lösung zu finden, sie etwa einer anderen Gruppe zuzuordnen. Bei den jüngsten Talenten werden auch mal Nachmeldungen akzeptiert. „Da müssen wir auch eine gewisse Flexibilität zeigen“, findet Meyer. Wichtig sei vor allem, die Kicker von der G- bis zur D-Jugend in die Halle zu bekommen. „Da ist die Begeisterung am größten, da sind dann auch viele Eltern mit dabei und die Hallen sind voll.“ Das sehe bei den älteren Jugendmannschaften schon anders aus.

Besonders bei der Zusammenstellung der Quali-Runden-Gruppen spielen regionale Gesichtspunkte eine Rolle. Doch nicht nur das: „Wir achten darauf, dass ein Verein, der ein Turnier ausrichtet, auch selbst vertreten ist“, sagt Meyer. Bei den U11-Junioren hat dementsprechend am zweiten Spieltag in Sudweyhe auch der heimische TuS mitgespielt. Dazu kamen die Nachbarn des TSV Weyhe-Lahausen. Auch der TSV Heiligenrode, der TuS Syke und der TSV Ristedt hatten keine allzu weite Anreise. Dementsprechend groß war die Unterstützung: „Wir können uns auf unsere Eltern verlassen. Sie haben Lust, und das motiviert die Kinder“, freut sich Ristedts Trainer Heinfried Hoops. Auch er findet den Modus mit vier sicheren Turnieren optimal. „Das ist perfekt für uns. So haben wir Planungssicherheit.“ Sicher planen kann er mit seinem Team für die K.o.-Runde bei den B-Mannschaften. Der TSV wurde Vierter seiner Gruppe. „Die Kinder sollen vor allem Spaß haben“, zählt für den Coach nicht nur das nackte Ergebnis.

In Sudweyhe machte am Sonnabend der TSV Heiligenrode II schnell die Spitzenposition in seiner Gruppe fest. Die ersten drei Spiele der Rückserie gewannen die Blau-Weißen und konnten sich deshalb sogar den Luxus erlauben, gegen den TuS Syke mit 0:4 zu verlieren. Der TSV und der TuS zogen damit sicher in die K.o.-Runde der A-Teams ein. Der TSV Weyhe-Lahausen schaffte als einer der beiden besten Gruppendritten ebenfalls den Sprung. Doch weiter geht es bei den Meisterschaften für alle Mannschaften. Das spielt Meyer in die Karten, sieht der Rehdener doch die Hauptaufgabe des Fußballkreises darin, die Begeisterung der Kinder am Fußball zu erhalten. „Dafür“, weiß er, „ist jedes Spiel wichtig.“ Erst einmal darf er sich jetzt aber über eine kleine Verschnaufpause freuen. Denn weiter geht es bei den Hallenmeisterschaften des Fußballkreises erst im neuen Jahr, wahrscheinlich in der zweiten Kalenderwoche. Dann wollen auch die Ristedter wieder Vollgas geben. „Die harten Brocken sind ja jetzt aus unserer Runde raus. Deshalb hoffen wir, dass wir um die Plätze eins, zwei oder drei mitspielen können“, sagt Hoops. Für Meyer dagegen zählt, „dass alles so gut weiterläuft wie bisher.“

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