Sport und Corona

Spiele können problemlos verlegt werden

Die Anzahl der Corona-Infizierten steigt stark an. Deshalb haben die verschiedenen Sportverbände Änderungen für den laufenden Spielbetrieb vorgenommen.
27.10.2020, 16:59
Lesedauer: 3 Min
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Spiele können problemlos verlegt werden
Von Jannis Klimburg

Landkreis Diepholz. Die Zahl der Corona-Infizierten steigt. Das bringt Veränderungen und neue Auflagen mit sich. Nicht nur im Alltag, sondern auch im Sport. Ob die Saison in den jeweiligen Sportarten überhaupt wie geplant beendet oder manchmal sogar erst begonnen werden kann, ist fraglich. Fakt ist, dass die Verbände bereits auf die prekäre Situation reagiert haben. Vor allem im laufenden Spielbetrieb kommt es zu Änderungen. Ein Überblick.

Tischtennis

Das Präsidium des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen (TTVN) hat erst kürzlich folgende Anpassung für den Punktspielbetrieb der Vorrunde 2020/21 vorgenommen: „Eine Partie wird auf Antrag abgesetzt, wenn mindestens einer der beiden beteiligten Vereine aus einem bestehenden Risikogebiet stammt“, heißt es auf der Homepage des TTVN. Der Antrag auf Absetzung kann in einem solchen Fall sowohl vom Heim- als auch Gastverein an den zuständigen Spielleiter gestellt werden. Generell sei es jedoch das Ziel des TTVN – so lange dies unter dem Aspekt des Gesundheitsschutzes verantwortbar ist – den Spielbetrieb dort, wo es vertretbar ist, fortzuführen. „Die Dynamik der Entwicklungen macht es erforderlich, dass wir die Situation ständig neu bewerten“, heißt es auf der Homepage weiter. Das TTVN-Präsidium als Entscheidungsgremium wird spätestens am Freitag weitere Änderungen bekannt geben. Wie es dann für die Klubs der Region um das Aushängeschild TSV Heiligenrode weitergeht, ist noch offen.

Basketball

Fast wie beim Tischtennis sieht es beim Basketball aus. Auch der Vorstand des Niedersächsischen Basketballverbandes hat sich mit der Frage beschäftigt, wie man mit Begegnungen gegen Mannschaften aus Risikogebieten, zu denen auch der Landkreis Diepholz gehört, umgehen kann. Das Resultat: In solchen Fällen ist eine kostenfrei Spielverlegung möglich. Möchte ein Gegner also nicht gegen den SC Weyhe, den TSV Bassum oder den FTSV Jahn Brinkum spielen, kann die Partie problemlos verlegt werden. Diese Verlegungswünsche sind immer über den Spielleiter abzuwickeln. Da sich die Risikolage täglich ändert, kann es im Einzelfall auch dazu kommen, dass eine Spielverlegung außerhalb der in der Spielordnung genannten Fristen beantragt werden muss.

Handball

Auch die Mitglieder des Präsidiums des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) haben sich kürzlich in Hannover zusammengesetzt, um über das weitere Vorgehen während der Pandemie zu diskutieren. „Uns war wichtig, allen Beteiligten ein Höchstmaß an Planungssicherheit zukommen zu lassen“, betont Präsident Stefan Hüdepohl. In Gebieten, die eine Inzidenz von über 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche melden, lässt der Verband Spielverlegungen zu – wenn einer der beteiligten Vereine das beantragt. In der Handballregion Mitte Niedersachsen hingegen greift eine eigene Regelung. So wurde beschlossen, dass alle Begegnungen bis zum 22. November ausfallen. Der Spielplan bleibt aber dennoch bestehen. „Wir müssen als Region eine klare Vorgabe machen. Wir tragen Verantwortung für Sportlerinnen, Sportler und die Gesellschaft“, sagt Friedhelm Gollnow, stellvertretender Vorsitzender Spieltechnik.

Volleyball

Etwas anders läuft es dagegen beim Volleyball ab. Die Vereine werden noch mehr mit ins Boot geholt. Denn der Nordwestdeutsche Volleyballverband (NWVV) hat die Klubs gebeten, ihre Meinung bezüglich der Zukunft des Spielbetriebs abzugeben. Die Regionsvorsitzenden sollen die Meinungsbilder aus ihren Regionen einholen. So müssen sich aus dem Kreis Diepholz auch der SV Dimhausen und der SC Twistringen äußern. An diesem Sonntag, 1. November, kommt es dann zu einer Videokonferenz des Präsidiums, der Ressortleiter und der Regionsvorsitzenden, um das weitere Vorgehen zu diskutieren. Auch beim Volleyball wurden bereits einige Partien der neuen Saison absolviert. Doch auch hier ist ab einer Inzidenzzahl von mehr als 50 eine Neuansetzung des Spieltages möglich. Bereits fest steht: Am kommenden Wochenende werden keine Begegnungen stattfinden.

Fußball

Die Bremer Fußballvereine haben bereits am zurückliegenden Wochenende ausgesetzt. Auch die für diese Woche angesetzten Pokalspiele finden nicht statt. Wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht, dazu hat der Bremer Fußballverband (BFV) am Dienstagabend nach Redaktionsschluss getagt. In Niedersachsen haben einige Kreise wie zum Beispiel Oldenburg-Land/Delmenhorst und Verden den Spielbetrieb bereits unterbrochen. Im Kreis Diepholz rollt der Ball dagegen noch. „So lange es politisch erlaubt ist, können wir die Saison fortsetzen“, betont Andreas Henze, Vorsitzender im NFV-Kreis Diepholz. Der Bassumer fügt an: „Und so verfahren wir auch weiterhin. Sobald eine Mannschaft allerdings Bedenken hat, kann das Spiel sofort verlegt werden.“

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