Korbball Entspannt in die Restrunde

In Brake startet die Korbball-Niedersachsenliga am Sonntag in die Restrunde. Die meisten Mannschaften unseres Verbreitungsgebiets sind nach zehn Partien im Soll. Ein Duo greift oben an, nur Sudweyhe II zittert.
16.01.2020, 13:18
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Von Thorin Mentrup

Landkreis Diepholz. Spitzengruppe, Mittelfeld und Abstiegskampf: Die ersten zehn Saisonspiele haben die Niedersachsenliga-Korbballerinnen unseres Verbreitungsgebiets in alle Tabellenregionen verschlagen. Am Sonntag starten der TSV Heiligenrode II, der SV Heiligenfelde, der TV Stuhr, der FTSV Jahn Brinkum und der TuS Sudweyhe II ab 10 Uhr in Brake in die Restrunde – im Gepäck die Hoffnung auf einen erfolgreichen Auftakt. Die meisten Teams sind voll im Soll, wie sie im Rück- und Ausblick verraten.

TSV Heiligenrode II

Der Titelverteidiger mischt auch in dieser Saison ganz oben mit und startet hinter Brake als Zweiter in den ersten Spieltag des neuen Jahres. „Ich hoffe, dass wir da oben bleiben können. Brake ist der Favorit, aber vielleicht können wir mit ihnen noch die Plätze tauschen“, traut Trainerin Meike Daneke ihrer Mannschaft durchaus die Titelverteidigung zu. Ein Unterfangen im Vorbeilaufen werde das aber nicht. „Jedes Spiel ist spannend. Wir müssen um jeden Sieg kämpfen“, weiß sie, dass nicht nur das Duell gegen den Klassenprimus von entscheidender Bedeutung sein wird in der ausgeglichenen Liga, in der sich meist das Team mit der besseren Tagesform durchsetzt. Bange ist Daneke vor dem Auftakt nach bislang starken Auftritten nicht. „Wir haben eine gute Mannschaft, die immer zusammenhält“, verrät sie das Erfolgsrezept. „Die Spielerinnen verstehen sich gut, machen auch privat viel gemeinsam.“ Beim TSV macht′s aber auch die Mischung: Die Akteurinnen seien zwischen 20 und 50 Jahren alt. „Die Älteren nutzen die Geschwindigkeit der Jüngeren, die Jüngeren nutzen die Erfahrung der Älteren. Das ist eine gute Kombination“, weiß Daneke. Es stimmt also bei den Heiligenroderinnen, die erst 73 Körbe zugelassen haben. Aufsteigen können sie nicht, weil die erste Mannschaft in der Bundesliga spielt. Trotzdem wollen sie erneut die Meisterschaft feiern – und dafür am Wochenende die ersten Siege einfahren.

SV Heiligenfelde

Der SVH wollte ins gesicherte Mittelfeld – und findet sich nach zehn Begegnungen auf Rang drei wieder, nur zwei Punkte hinter dem Spitzenduo Brake und Heiligenrode. Wachsen da etwa Aufstiegshoffnungen beim SVH? „Wir sollten auf dem Teppich bleiben“, verneint Jörg Spalkhaver, der die Mannschaft gemeinsam mit seiner Frau Frauke trainiert. „Unser Ziel verfolgen wir bis jetzt sehr gut, aber es sind auch noch acht Spiele. Deshalb sollte man auch nicht zu euphorisch sein“, warnt er vor verfrühten Höhenflügen. Insgesamt aber stimmt die Entwicklung, das Team hat den Umbruch bislang sehr gut gemeistert. „Die Mannschaft ist schnell zusammengewachsen. Das hat meine Frau und mich sehr positiv überrascht“, gibt Spalkhaver zu. Viele Mechanismen griffen zügig ineinander, davon zeugen der Sieg über Brake und das Remis gegen Heiligenrode. „Aber wir haben auch Spiele verloren, die wir hätten gewinnen können“, fügt der Coach an. Die eine oder andere Schwankung sei aber normal. Entsprechend entspannt startet der SVH in die Restrunde. Die Bundesliga sei erst mittel- bis langfristig wieder ein Thema. „Jetzt wollen wir erst einmal wieder eine Saison mit einem positiven Punktverhältnis abschließen.“ In dieser Hinsicht ist Heiligenfelde auf dem besten Weg.

TV Stuhr

Holprig gestartet, stark aufgehört – so lassen sich die ersten zehn Spiele der Stuhrerinnen wohl am besten beschreiben. Sie gewannen in den ersten fünf Partien nur einmal, blieben in den zweiten fünf dann aber ungeschlagen. Aus der Ruhe bringen ließ sich der TVS von dem Fehlstart nicht: „Wir wussten ja, woran es lag“, verweist Oliver Ihde auf die Verletzung von Korbfrau Laura Nordloh direkt zu Saisonbeginn. „Das macht viel aus“, fügt der Trainer an. Seine Spielerinnen mussten sich umstellen: Sie passten das System an, verinnerlichten es von Spieltag zu Spieltag besser und machte jedes Mal einen weiteren kleinen Schritt nach vorn. Mit dem 14:11 über den SV Brake II begann dann die starke Serie der Stuhrerinnen, die sogar Heiligenfelde bezwangen und sich in sichere Gefilde vorspielten. Als Fünfter sind sie voll im Soll. „Wenn wir da auch landen, ist es eine gute Saison“, sagt Ihde, der mit Beginn der Spielzeit das Zepter beim TVS übernahm. Die Niedersachsenliga kannte er damals noch nicht im Detail. Wenige Monate später kann er jedoch festhalten: „In dieser Liga ist alles möglich.“ Sogar ein Vier-Punkte-Spieltag, der seinem Team noch fehlt. Das wollen die Stuhrerinnen allerdings so schnell wie möglich ändern.

FTSV Jahn Brinkum

Die Brinkumerinnen um Trainer Thorsten Böger sind mit sich und der Korbballwelt im Reinen. „Wir sind vollends zufrieden“, sagt Böger. Der Aufsteiger, der im vergangenen Jahr den Deutschen Vizemeistertitel in der A-Jugend errang, befindet sich in einer Übergangsphase. Die Spielerinnen starten ins Studium oder ins Berufsleben. „Da gibt es momentan auch mal wichtigere Dinge als Sport“, weiß Böger. Seine Mannschaft hatte auch deshalb teilweise personelle Probleme, so unter anderem beim letzten Spieltag des vergangenen Jahres. Trotzdem bezwang der FTSV den Spitzenreiter Brake. Das zeigt, wie viel Qualität in der Truppe steckt. „Wir können alle Mannschaften von oben schlagen“, ist Böger überzeugt. Und tatsächlich hat Brinkum auch gegen Heiligenfelde und Heiligenrode gepunktet. Für den Angriff auf die Spitze reicht es in dieser Saison allerdings nicht. Dafür können die Brinkumerinnen nicht auf demselben konstant hohen Niveau arbeiten wie in den vergangenen Jahren in der Jugend. „Das ist normal in dieser Phase“, ist Böger alles andere als enttäuscht. Vielmehr sei er stolz darauf, wie gut sich seine Mannschaft dennoch schlage. „Wir sind gut in der Niedersachsenliga angekommen. Alle haben weiterhin noch wahnsinnig viel Lust auf Korbball. Wenn wir unseren Mittelfeldplatz behaupten, dann sind wir zufrieden.“

TuS Sudweyhe II

Der Start war vielversprechend für den TuS, der am ersten Spieltag drei Punkte sammelte. Das Problem: In den folgenden acht Begegnungen kam durch das 9:9 gegen Thedinghausen nur noch ein Zähler dazu. Sudweyhe startet als Vorletzter in die letzten acht Begegnungen der Saison. Woran es hapert, das weiß Trainer Torsten Hollendiek: „Man merkt manchmal, dass wir nicht perfekt eingespielt sind.“ Das liegt daran, dass die vielen jungen Spielerinnen, die zum Team gehören, auch mit der A-Jugend trainieren. Dann kommen die gemeinsamen Einheiten manchmal etwas kurz. An der generellen Qualität fehlt es der Mannschaft nicht. „Wir sind auf allen Positionen gut besetzt“, meint Hollendiek. In der Restrunde muss der TuS nun eine Aufholjagd starten, um die Klasse zu halten. Dabei hängt viel vom Spiel gegen den TSV Emtinghausen am Sonntag ab. Der TSV hat als Drittletzter vier Punkte Vorsprung auf die Sudweyherinnen. „Wenn wir nicht gewinnen, wird es schwer“, weiß Hollendiek. Der Klassenerhalt wäre wichtig für sein Team – auch mit Blick auf die jungen Spielerinnen. „Sie sollen ja vorankommen. Da wäre es schon gut, wenn wir in der Niedersachsenliga bleiben.“

Weitere Informationen

Der erste Spieltag des Jahres am Sonntag in Brake

10 Uhr: SV Brake I - Ovelgönner TV

10.50 Uhr: TSV Thedinghausen - FTSV Jahn Brinkum

11.40 Uhr: Ovelgönner TV - TSV Heiligenrode II

12.30 Uhr: SV Brake I - FTSV Jahn Brinkum

13.20 Uhr: TSV Thedinghausen - TV Stuhr

14.10 Uhr: TSV Heiligenrode II - SV Brake II

15 Uhr: TuS Sudweyhe II - SV Heiligenfelde

15.50 Uhr: TSV Emtinghausen - TV Stuhr

16.40 Uhr: SV Heiligenfelde - SV Brake II

17.30 Uhr: TSV Emtinghausen - TuS Sudweyhe II

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