Fußball

Am Freitag herrscht Klarheit

Der Bezirk Hannover hat Fakten geschaffen, der Fußballkreis Diepholz wird in Kürze nachziehen. In wenigen Tagen soll die Klasseneinteilung für die kommende Saison feststehen.
28.07.2020, 14:46
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Am Freitag herrscht Klarheit

Ob sich der TuS Sudweyhe II (links: Keno Behrmann) und der TV Neuenkirchen in der Kreisliga erneut gegenüberstehen werden? Bald wird das entschieden sein.

Michael Braunschädel

Landkreis Diepholz. Der Fußball-Bezirk Hannover hat Fakten geschaffen und mit der Staffeleinteilung den Weg bereitet für die kommende Saison. Doch wie sieht es eine Ebene darunter aus? Wann wird der Kreis nachziehen? Spielausschussvorsitzender Michael Steen aus Asendorf verrät: Bereits am Freitag soll die Staffeleinteilung für die Spielklassen ab der Kreisliga abwärts im Postfach der Vereine landen.

Am Donnerstagabend wird der Spielausschuss des Fußballkreises Diepholz zusammenkommen. Es wird eine besondere Sitzung werden. Nicht nur, weil der Neustart des Punktspielbetriebs immer greifbarer wird, sondern auch, weil es nach langer Zeit mal wieder ein Treffen von Angesicht zu Angesicht sein wird. „Das hatten wir auch schon länger nicht mehr“, freut sich Steen auf das Wiedersehen mit seinen Kollegen. Sie hatten sich seit dem Beginn der Fußball-Zwangspause nicht mehr persönlich getroffen. Im Austausch waren sie dagegen ständig.

Einig werde man sich sicher schnell, glaubt Steen. Schließlich waren die Spielausschüsse sämtlicher Kreise – also auch Diepholz – in die Entscheidungsfindung des Bezirks Hannover eingebunden. „Da hat man alle Kreise mit ins Boot genommen. Das ist alles super gelaufen“, zeigt sich der Asendorfer noch immer erfreut über die gute Zusammenarbeit.

Der Kompromiss dort wird, so viel lässt er durchblicken, mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf Kreisebene zum Tragen kommen. Sprich: Die Ligen werden geteilt werden. Im Bezirk sieht das so aus: Die Landesliga findet in zwei Staffeln statt, die Bezirksligisten spielen sogar in zehn. „Es spricht auch nichts dagegen, die Klassen zu halbieren. Es ergibt sich ja fast von selbst“, findet Andreas Henze, der Vorsitzende des Fußballkreises. Für die Kreisliga und 1. Kreisklasse, so Steen, zeichnen sich Achterstaffeln ab, darunter gebe es auch mal Zehnerstaffeln, „weil es anders nicht zu machen sein wird“, wie er erklärt. Auch hier werde man regionale Schwerpunkte setzen, wie es im Bezirk gehandhabt wurde. Für Kreisliga-Aufsteiger TSV Barrien ist ein Duell mit dem TuS Sudweyhe II also wahrscheinlicher als ein Aufeinandertreffen mit dem SV Friesen Lembruch. Im Raum steht der Modus, zunächst eine Doppelrunde zu spielen und dann eine einfache Runde, um die Auf- beziehungsweise Absteiger zu ermitteln. In Stein gemeißelt ist das allerdings noch nicht. Genauso wenig wie die Aufteilung. Die letzten Details werden erst am Donnerstagabend geklärt.

Beginnen wollen die Diepholzer die neue Saison Anfang September. Dafür warten sie wie alle Sportler auf grünes Licht von der Politik. Die Regelungen für den Sport gelten bis Ende August. Die aktuelle Verordnung gilt für einen längeren Zeitraum als in der Vergangenheit. Da hatten die Verordnungen meist eine oder zwei Wochen Bestand. „Es ist völlig legitim, dass jetzt ein bisschen mehr Zeit vergeht“, weiß Henze, wie sorgsam über weitere Lockerungen, die den Spielbetrieb endgültig erlauben würden, entschieden werden muss. Probleme im Kreisgebiet sieht der Bassumer nicht. „Da achten alle sehr genau auf die Abstände und Hygieneregeln.“ Selbst ein Bild gemacht hat er sich davon beim Test des SC Twistringen gegen den JFV RWD.

Sprechen wird der Spielausschuss auch noch einmal über den Kreispokal. „Die Tendenz ist dahingehend, dass wir keinen Pokal spielen werden“, verdeutlicht Steen. Hier unterscheidet sich die Vorgehensweise des Kreises von der des Bezirks: Der wird seinen Pokal, dessen Gewinner in der darauffolgenden Saison im Verbandswettbewerb um ein Ticket für den DFB-Pokal spielt, austragen – allerdings ebenfalls in anderer Form als gewohnt. Er wird, wie berichtet, erst nach der Winterpause stattfinden. Die zehn Staffelsieger der Bezirksliga-Vorrunden und die jeweils drei Besten der zwei Landesligen sind im Achtelfinale dabei, das an Gründonnerstag über die Bühne gehen soll. Zumindest im Kreis Diepholz sieht es momentan danach aus, als werde es keine K.o.-Duelle im Pokal geben. Bereits in der abgebrochenen Spielzeit gab es keinen Sieger. Der Kreis verzichtete im Gegensatz zu vielen seiner Nachbarn auf eine Austragung des Wettbewerbs im Elfmeterschießen. In Diepholz waren mit der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und dem SV Bruchhausen-Vilsen die beiden Topteams der Kreisliga noch im Wettbewerb. Als Aufsteiger in die Bezirksliga sind sie ohnehin dabei im Rennen um einen der Achtelfinalplätze im kommenden Frühjahr – wenn auch nicht unbedingt als Favoriten.

Wichtig sei in erster Linie, einen Plan so zu entwickeln, dass die kommende Spielzeit möglichst problemlos über die Bühne gehen könne, betont Henze. „Es wäre der Super-Gau, wenn wir die Saison wieder nicht zu Ende bringen könnten“, hofft er darauf, eine sorgenfreie Runde spielen zu können. Für den Fall der Fälle geben die Satzungen und Ordnungen des Niedersächsischen Fußballverbandes zwar mittlerweile Handlungsmöglichkeiten vor, aber darauf ankommen lassen wollen es die Fußballer sicher nicht. Schließlich haben sie nach ihrer monatelangen Zwangspause gerade erst wieder einen kleinen Schritt in Richtung Normalität gemacht.

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