Fußball

Kleins Freude am Entwickeln

Torsten Klein war die Wunschlösung des SV Bruchhausen-Vilsen für die Nachfolge von Patrick Tolle – und sagte tatsächlich zu. Der 49-Jährige freut sich auf die neue Aufgabe.
28.10.2020, 15:01
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Von Thorin Mentrup

Bruchhausen-Vilsen. Es lag auf der Hand, nur offiziell bestätigen wollte es bislang niemand – weder der SV Bruchhausen-Vilsen, noch Torsten Klein selbst. Doch jetzt steht fest: Der 49-Jährige wird in der kommenden Saison Trainer des Fußball-Bezirksligisten sein und auf Patrick Tolle folgen. Die Vilser Verantwortlichen um den 1. Vorsitzenden Thomas Warnke sprechen von einer absoluten Wunschlösung – und auch Klein selbst freut sich auf seine neue Aufgabe.

Böse Überraschungen mögen die Brokser nicht. Das Was-wäre-wenn-Szenario spielen sie beim SV Bruchhausen-Vilsen deshalb regelmäßig durch. Dann diskutiert der engste Kreis, Klubchef Thomas Warnke, der 2. Vorsitzende Thomas Kues sowie der Sportliche Leiter Herren und Torwarttrainer Andreas Mann, gemeinsam eine Frage: Was wäre, wenn unser Trainer morgen kommt und uns mitteilt, dass er in absehbarer Zeit aufhören wird? Wer soll, wer kann dann überhaupt weitermachen? Ein Name, das verrät Warnke, sei dabei in der Vergangenheit immer wieder gefallen: Torsten Klein. „Aber so richtig konkret ist das lange nicht geworden.“

Doch das änderte sich jetzt. Warnke sagt zwar: „Wenn ein Trainer erst ein Jahr bei einem Verein ist, dann fragt man ihn nicht. So fair muss man sein.“ Aber bei Klein sah die Situation anders aus: Er ist seit Januar 2017 Trainer des TSV Bassum, wird am Ende der laufenden Serie also viereinhalb Jahre bei den Lindenstädtern verbracht haben – im Fußball eine lange Zeit. Ein Beleg dafür, dass es zwischen Coach und Verein passt, wie der 49-Jährige noch immer betont. Doch dann fühlte Vilsen vor, auch weil Tolle selbst und auch sein Co-Trainer Jörn Meyer, der nach Warnkes Angaben weitermachen wird, sich für Klein aussprachen. „Wir mussten also gar nicht lange den Markt sondieren“, verdeutlicht Warnke die große Einigkeit der Brokser. Nur wenn Klein abgesagt hätte, hätten er, Kues und Mann noch einmal intensiv tagen müssen.

Doch der B-Lizenzinhaber gab sein Ja-Wort. „Vielleicht haben wir das Momentum auf unserer Seite“, überlegt Warnke mit Blick auf den Höhenflug der Lilahemden, die als Aufsteiger Rang zwei belegen und gute Chancen haben, in die Meisterrunde zu kommen. Auch dank eines 4:2-Sieges über Kleins Bassumer. Nach diesem Spiel vor zweieinhalb Wochen weihte Tolle seine Elf in seine Pläne ein, aus beruflichen Gründen am Saisonende das Traineramt niederzulegen. Und während die Akteure die Nachricht noch verdauen mussten, hatte sich bereits angebahnt, wer der neue Mann am Steuerruder sein würde.

Vilsen sei für ihn eine sehr interessante Aufgabe, betont Klein. „Der Verein ist grundsolide aufgebaut, da greift ein Rad ins andere.“ Und auch die sportliche Perspektive passe: „Ich wollte keine Mannschaft mit ausgedienten Spielern, sondern eine junge Truppe, bei der man nach ein paar Jahren sieht, dass sie sich weiterentwickelt hat, dass sie vorangekommen ist. Das ist für mich der der größte Erfolg.“ Klein, der Förderer und Entwickler. Dass der Wietzener in Vilsen arbeitet und vom Training relativ entspannt in die Nachtschicht starten kann, sei ein Vorteil, aber kein Grund für die Zusage gewesen. „Mit dem Aufwand hatte ich noch nie Probleme“, sagt Klein, einer der akribischsten Trainer der Region.

Dass die Vilser Elf zu seinen Vorstellungen passt, davon hat er sich selbst oft genug überzeugt. „Ich habe viele Spiele von ihnen gesehen. In der Mannschaft passt es. Das ist eine junge Truppe, die gut zusammenspielt und zusammenhält.“ Und die vor allem noch besser werden kann. Kapitän Jan-Christoph Kornau zählt mit seinen 24 Jahren schon den zu den erfahrenen Kräften. Unter Tolle, den Klein seit Jahren kennt, haben viele Talente den Übergang von der Jugend in den Seniorenbereich gemeistert. Jetzt müssen sie sich etablieren. Das ist eine Aufgabe nach Kleins Geschmack.

Vor allem habe er gespürt, dass die Mannschaft hungrig sei, sagt der Coach. „Die Jungs kommen zum Training, weil sie etwas lernen wollen. Das ist doch geil.“ Vor allem deckt sich das mit den Ansprüchen des Trainers an sich selbst: „Ich will weiter Einsatz und Einstellung vorleben und den Willen, sich verbessern zu wollen“, kündigt er an. Genau deshalb fiel immer wieder sein Name beim Vilser Was-wäre-wenn-Szenario.

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