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TSV Süstedt überrascht mit Rang zwei

Der TSV Süstedt überrascht, der TSV Bassum II enttäuscht. Ein Rückblick auf die Saison in der 1. Fußball-Kreisklasse.
21.04.2021, 15:03
Lesedauer: 3 Min
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TSV Süstedt überrascht mit Rang zwei
Von Jannis Klimburg

Landkreis Diepholz. Der Fußball steht still. Größtenteils zumindest. Die Kinder und teilweise die Jugendlichen dürfen sich eingeschränkt auf dem Platz austoben. Aber die Erwachsenen scharren weiter mit den Hufen, dass sie endlich wieder gegen das runde Leder kicken dürfen. Bis es soweit ist, wird es wohl aufgrund der weiter angespannten Corona-Situation noch etwas dauern. Somit ist genügend Zeit, um die vergangene Spielzeit unter die Lupe zu nehmen. Auch wenn in der 1. Kreisklasse gerade einmal nur die erste Serie von der Hinrunde absolviert wurde.

Die Spielzeit wurde annulliert. Es wird keine Auf- und somit auch keine Absteiger geben. Das hatte der Niedersächsische Fußballverband jüngst mitgeteilt. Blöd gelaufen für den FC Gessel-Leerßen, der sich mit großer Wahrscheinlichkeit für die Aufstiegsrunde qualifiziert hätte. Denn nach sieben Spielen in der Staffel Nord hatten die Rot-Weißen die Tabellenführung inne, blieben in diesen Begegnungen ungeschlagen und kassierten bei 20 geschossenen Toren auch nur drei Gegentreffer. Direkt dahinter reiht sich der TSV Süstedt mit 17 Punkten ein. „Den FC Gessel-Leerßen hätten wir wohl auch nicht mehr eingeholt, dafür sind sie einfach zu stark“, betont TSV-Trainer Simon Röper, der mit den Auftritten seiner Schützlinge sehr einverstanden war. „Es hätte keiner damit gerechnet, dass wir so weit oben stehen. Daher bin ich von der Leistung sehr angetan.“ Denn in der Spielzeit 2019/20, die ebenfalls abgebrochen wurde, tummelte sich Süstedt noch im Tabellenkeller. Dennoch sei es das Ziel gewesen, oben mitzuspielen. „Und das haben wir schließlich auch erreicht“, freut sich Röper.

Der entscheidende Unterschied zur Vorsaison: Die Neuzugänge sind total eingeschlagen. „Wir haben einen guten Ball gespielt und uns stets entwickelt. Daher hätten wir die Spielzeit natürlich gerne auch zu Ende gespielt“, meint der Süstedter Übungsleiter. Das Ziel sei es nun, den Kader stetig immer weiter zu verbessern und vor allem in der Breite zu erweitern. „Und dann können wir es kaum abwarten, endlich auf den Platz zurückzukehren.“

Zu grün hinter den Ohren

Deutlich minder erfolgreich verlief die Saison für den TSV Bassum II, der mit fünf Zählern nur auf dem vorletzten Platz in der Nord-Staffel landete. Zwischen dem TSV Süstedt und der Bassumer Reserve reihten sich von Platz drei runter der TSV Weyhe-Lahausen (11 Punkte), TSV Schwarme (7) und der SC AS Hachetal (7) ein. Das war nach den vergangenen beiden Aufstiegen aus der 3. Kreisklasse aber auch zu erwarten, wie Coach Sven Oberortner findet. „Ich habe die Jungs gewarnt“, sagt er. „Aber wir haben es zu sehr auf die leichte Schulter genommen. Und dann haben wir die Partien teilweise auch sehr töricht verloren.“ Nun müssen seine Jungs die Lehren daraus ziehen und in der kommenden Spielzeit die vielen vermeidbaren Fehler abstellen. Denn genug Potenzial steckt in der Zweitvertretung des TSV Bassum. „Bei einem Altersdurchschnitt von 21 Jahren ist es klar, dass die Routine und Erfahrung fehlt. Das hat man in der Saison gemerkt“, konstatiert Oberortner, der auch weiß, dass mehr möglich gewesen wäre. „Daher sind wir sehr enttäuscht über den sechsten Platz.“ Doch in der neuen Saison wollen die Jungspunde dann wieder voll angreifen. „Es wird zwar noch ein paar Jahre dauern, aber mittelfristig sind die Jungs in der Lage, in der Kreisliga mitzukicken.“

Höhen und Tiefen beim SCT II

Als einziges Team hier aus der Region durfte beziehungsweise musste der SC Twistringen II in der Südstaffel antreten. In acht Begegnungen hat die Reserve der Bezirksliga-Mannschaft 14 Zähler zusammengesammelt - das bedeutet Rang vier. „Ich bin unzufrieden, aber eben auch nicht ganz zufrieden“, fasst Timo Rathkamp seine Gemütslage zusammen. „Unser Ziel war es eigentlich, die Aufstiegsrunde zu erreichen.“ Vielleicht hätte der SCT auch noch die paar Zähler auf die Spitze aufholen können, wenn die Saison nicht annulliert worden wäre. „Es waren viele Höhe und Tiefen dabei. Und wir hatten außerdem sehr viel Pech mit Verletzungen. Eigentlich konnten wir nie mit dem gleichen Kader an den Start gehen“, meint Rathkamp, der die Südstaffel viel stärker besetzt sieht als die im Norden. „Hier ist es schon viel schwieriger, oben mitzuhalten. Weil die anderen Teams extrem stark sind.“ Doch wenn das Ligensystem so beibehalten wird, muss sich der SC Twistringen II wohl oder übel damit abfinden.

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