Fußball

Zwei Pläne in der Schublade: So kann es weitergehen in den Bezirksligen

Vor Ostern wird es wohl nichts mit einer Saisonfortsetzung. Abgeschrieben ist die Spielzeit aber noch nicht. Zwei Varianten hat der Bezirk Hannover nun vorgestellt. Ein Problem: die Vorbereitungszeit.
14.01.2021, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup

Amateurfußball im Jahr 2021 – das gleicht einem Blick in die Glaskugel. Wann zum Beispiel die Bezirksligisten aus dem Diepholzer Nordkreis wieder auf dem Platz stehen und um Punkte spielen werden, konnte ihnen am Mittwochabend niemand genau sagen. Auch nicht die Verantwortlichen des NFV-Bezirks Hannover um den ersten Vorsitzenden August-Wilhelm Winsmann und seinen Stellvertreter und Spielausschuss-Chef Thorsten Schuschel. Perspektiven, wie es weitergehen kann, zeigten sie den Vertretern der insgesamt 79 Bezirksligisten beim virtuellen Treffen allerdings durchaus auf.

Zwei Varianten stellte Schuschel vor, wobei schnell deutlich wurde: An einen schnellen Start ist für die Fußballer nicht zu denken. Ende März, Anfang April – auf eine frühere Rückkehr in den Punktspielbetrieb brauchen sich die Kicker unter anderem der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, des SV Bruchhausen-Vilsen, des TuS Sudweyhe, des SC Twistringen, des SV Heiligenfelde, des TSV Bassum, des TV Stuhr und des TSV Okel nicht einzustellen.

Die erste der beiden Varianten sieht vor, dass die Vorrunde ab dem 21. März oder spätestens 10. April beginnt, normal beendet wird und dann die Auf- und Abstiegsrunden folgen. Sprich: Die Saison wird komplett zu Ende gespielt. Keine Partie würde ausfallen. Die Nordkreis-Klubs müssten vor der Aufteilung noch fünf mal ran. Falls der erste Plan nicht zu halten sein sollte, tritt die Alternative in Kraft: Demnach werden die Qualifikationsrunden abgebrochen, es geht sofort mit Auf- und Abstiegsrunden weiter. Die Plätze werden nach der Quotientenregel vergeben. In der Staffel mit den Nordkreis-Mannschaften braucht jetzt allerdings niemand vorschnell den Taschenrechner zu zücken: Alle Teams haben neun Begegnungen ausgetragen. Das jetzige Tabellenbild wäre also auch das endgültige. Demnach würden die beiden Aufsteiger Seckenhausen und Vilsen in die Aufstiegsrunde gehen.

Eine sportliche Lösung ist also der Königsweg für den Bezirk. Die große Frage, die die Trainer beschäftigt: Ist diese überhaupt möglich? „Ich finde es gut, dass wir zumindest einen Zieltermin haben“, sagt Benjamin Jacobeit, gemeinsam mit Sven Helms für den TuS Sudweyhe verantwortlich. Etwas, auf das man den Fokus richten kann, auch wenn natürlich nicht klar ist, ob Plan A oder B überhaupt einzuhalten sind. „Alles ist schwammig“, fasst Torsten Klein, Trainer des TSV Bassum, die Gesamtsituation zusammen. Ein Vorwurf sei das nicht, ergänzt er. „Mehr ist im Moment auch nicht möglich. Man kann nur abwarten.“ Er wundere sich allerdings darüber, dass ein Abbruch nicht groß thematisiert wurde. Der Bezirk sei aber auch noch nicht unter Zugzwang. An einen Neustart im März und auch im April mag Klein allerdings nicht glauben. Und auch Seckenhausens Coach Iman Bi Ria hält den Mai für wahrscheinlicher. Dann würde es mit Sicht auf beide Modelle eng werden.

Einig sind sich die Trainer darin, dass eine zweiwöchige Vorbereitungszeit zu kurz ist. „Nach vielen Monaten Pause brauchen wir mehr Zeit. Da geht es um Bewegungsabläufe, um Koordination, um Balance und Zweikampfverhalten. Da muss man erst wieder reinkommen“, sagt Jacobeit und befürchtet einige Verletzte. Ähnliche Sorgen macht sich Bi Ria, vor allem mit Blick auf die erste Variante: „Zwei Wochen Vorbereitung für 14 Spiele. Da mache ich mir Sorgen um die Gesundheit der Spieler.“ Die große Bedeutung der Spiele erhöhe das Risiko sogar noch. Unter diesem Gesichtspunkt könne man besser die Vorrunde abbrechen und mit mehr Vorbereitungszeit in die Auf- und Abstiegsrunden starten, findet er.

Die Seckenhauser sagen das als Spitzenreiter natürlich aus einer entspannten Position heraus. Die Sudweyher etwa würden bei Variante B dagegen keine Chance mehr auf die Aufstiegsrunde haben und sie wegen eines Punktes verpassen. Natürlich wäre das bitter, sagt Jacobeit. Aus sportlicher Sicht sogar das Worst-Case-Szenario. Aber allein darum geht es schon lange nicht mehr. "Letztendlich sage ich: Lasst uns einfach Fußball spielen, wenn es wieder möglich ist.

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