Handball

Hungrig nach mehr

Die Frauen der HSG Bruchhausen-Vilsen haben sich in der Handball-Landesklasse schnell akklimatisiert. Der Aufsteiger beendete die Spielzeit auf einem guten vierten Platz. Und ist jetzt hungrig nach mehr.
17.08.2020, 15:59
Lesedauer: 3 Min
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Hungrig nach mehr
Von Jannis Klimburg
Hungrig nach mehr

Die HSG Bruchhausen-Vilsen (am Ball Lena Rajes) will wieder oben mitmischen.

Vasil Dinev

Nach einer nahezu makellosen Handball-Saison 2018/19 bejubelten die Frauen der HSG Bruchhausen-Vilsen den Aufstieg in die Landesklasse. Und auch dort haben sich die Schützlinge von Trainer Andreas Schnichels schnell akklimatisiert. Aufgrund der Coronakrise wurde die Saison bekanntlich abgebrochen. Auf Basis der Quotientenregelung beendete der Aufsteiger die Saison mit 23:11 Punkten auf einem guten vierter Platz. „Die Saison ist sehr gut verlaufen. Damit muss man als Liga-Neuling auf alle Fälle zufrieden sein. Aber wer weiß, was noch in der restlichen Spielzeit möglich gewesen wäre“, betont Schnichels.

Auf Rang vier lag die HSG Bruchhausen-Vilsen auch nach der Hinrunde. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Aufsteiger bereits überraschende 14:8 Zähler eingeheimst. Zwar verloren die Schnichels-Schützlinge am ersten Spieltag gegen den TSV Morsum, doch der Übungsleiter wusste gleich: „Nach der Partie war mir klar, dass wir auch gegen die Top-Teams der Liga mithalten können und uns nicht verstecken müssen. Wir sind mit viel Sicherheit in die nächsten Begegnungen gegangen.“ Das verdeutlicht auch die Bilanz: Nach drei Spielen stand die HSG mit 4:2 Punkten in der oberen Tabellenhälfte. Und eben nicht – wie von vielen Mitkonkurrenten vielleicht erwartet worden war – im unteren Drittel.

Der offensive Spielstil von Schnichels machte sich bezahlt. Einige Kontrahenten kamen damit überhaupt nicht zurecht. „Es muss bei uns nach dem Ballgewinn immer schnell gehen. In wenigen Sekunden wollen wir nach vorne kommen und den Gegner überrumpeln. Das hat meistens sehr gut funktioniert“, urteilt der Coach. „Lediglich die Abwehrleistung in einigen Duellen hat mir nicht ganz so gut gefallen. So zum Beispiel bei der 35:45-Pleite gegen den SVGO Bremen.“

Drei Spielerinnen unter den Top zehn

Und dennoch war die HSG Bruchhausen-Vilsen vor dem Start der Rückrunde in der Spitzengruppe mit dabei. „Wir haben uns natürlich gefragt: Wohin kann die Reise jetzt noch gehen?“, erklärt Schnichels. „Wir wussten, dass wir stabil bleiben müssen, und die Rückserie umso kniffliger wird, weil die Teams uns jetzt kennen.“

Doch gleich zu Beginn bewiesen die HSG-Frauen beim Unentschieden gegen den TSV Morsum eine „tolle Moral“, so der Übungsleiter. „Das war ein richtig starker Auftritt, der mir gezeigt hat, dass wir auch in der Rückserie die Spitzenteams ärgern können.“

Die HSG Bruchhausen-Vilsen setzte sich im weiteren Verlauf oben fest, hatte einen möglichen Aufstieg stets im Visier. „Wir sind weiter hungrig nach Toren geblieben. Das hat uns so extrem stark gemacht“, bekräftigt Schnichels. Das beweist auch die Torschützenliste nach dem Abbruch der Spielzeit. Gleich drei Spielerinnen der HSG stehen unter den Top zehn. Johanna Holthus präsentierte sich mit 125 Toren sogar am gefährlichsten von allen Spielerinnen in dieser Liga. Jeanette Eiskamp (107 Tore/Platz 3) und Ida Malin Schumacher (76 Tore/Platz neun) zeigten sich ebenfalls sehr abgebrüht vor dem gegnerischen Gehäuse. Doch die kleine Schwachstelle blieb weiterhin die Abwehr in den finalen Begegnungen der Saison. „Wir müssen es hinbekommen, noch homogener in allen Mannschaftsteilen zu werden, uns einfach besser abzusprechen“, erklärt Schnichels.

Trotz der besagten Abstimmungsprobleme landete die HSG Bruchhausen-Vilsen am Ende auf dem vierten Rang. Und das als Aufsteiger. „Uns fehlt noch ein bisschen die Cleverness. Aber das bleibt bei einer so jungen Truppe dann eben nicht aus. Wir haben in der gesamten Mannschaft ein Durchschnittsalter von etwa 21 Jahren“, betont Andreas Schnichels, der sich freut, dass der Kader weiterhin so zusammen bleibt.

A-Jugendliche stoßen dazu

„Ein paar Spielerinnen aus der A-Jugend werden noch zum Kader hinzustoßen, und dann sind wir in der Breite noch mal wesentlich besser aufgestellt. Damit hatten wir in der vergangenen Saison des Öfteren mal ein Problem in manchen Spielen. Das soll sich jetzt aber ändern. Dann werden wir mal schauen, wohin die Reise in der kommenden Saison gehen wird.

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