Handball Abpfiff ohne Nachspielzeit

Erst war der Spielbetrieb nur bis zum 19. April ausgesetzt worden, doch nun hat auch die Handball-Region Mitte Niedersachsen die Saison für beendet erklärt.
22.04.2020, 13:57
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Jürgen Prütt

Landkreis Diepholz. Diese Entscheidung war keine große Überraschung mehr. Nachdem der Handball-Verband-Niedersachsen (HVN) die Saison 2019/2020 aufgrund der Corona-Krise am 8. April für beendet erklärt hatte, holt nun auch die Handball-Region Mitte Niedersachsen seine Teams aus der Warteschleife. „Abpfiff ohne Nachspielzeit“ – mit dieser Überschrift wurde den Vereinen das Ende der Saison auf der Homepage der Region mitgeteilt. Zunächst war der Spielbetrieb bis zum 19. April ausgesetzt worden. Gleichzeitig verkündete Mario Wittenberg das Aus für den Tag der Handballjugend. „Aufgrund der derzeit unsicheren Situation muss das Turnier ein Jahr Pause machen“, teilte der stellvertretende Vorsitzende Jugend der Region aus Stuhr mit. Die Traditionsveranstaltung wäre in diesem Jahr am 5. Juli in Rotenburg über die Bühne gegangen.

Die Aufsteiger werden anhand der Quotienten-Regelung ermittelt, Absteiger gibt es keine. Auf diese Nachricht dürften all die Teams gewartet haben, die beim Abbruch der Saison am 13. März um den Klassenerhalt bangen mussten. Zur Bewertung der Tabellen in den einzelnen Spielklassen werden demnach die erspielten Punkte durch die Anzahl der Spiele geteilt. Nutznießer dieser Entscheidung in der Regionsoberliga der Frauen der TSV Schwarme. Obwohl der TSV in 15 Spielen nur einen mageren Punkt auf der Habenseite verbucht hat, dürfte das Team um die Haupttorschützenen Jasmine Wolters und Sabrina Fischer auch in der kommenden Spielzeit ebenso wieder in der höchsten Klasse auf Regionsebene an den Start gehen wie bei den Männern Ligaschlusslicht HSG Phoenix II. Man würde allen Mannschaften, die die abgebrochene Saison auf einem Abstiegsplatz abgeschlossen hätten, dringend dazu raten, in der tieferen Spielklasse zu starten, hofft die Region indes in der Abstiegsfrage bei den Klubs auf eine realistische Einschätzung der eigenen Leistungsstärke. Zum Ende der Saison 2020/21 sollen die Staffelgrößen durch entsprechend mehr Absteiger wieder angepasst werden.

Eng ging es an der Tabellenspitze in der Regionsliga der Frauen zu. Mit Spitzenreiter HSG Phoenix II (24:2 Punkte/Quotient 1,85) und dem Tabellenzweiten HSG Stuhr (24:4/1,71) dürfen gleich zwei Teams aus dem Landkreis Diepholz den Aufstieg feiern. „Wir hätten diesen schon gerne in der Halle klargemacht“, sieht Stuhrs scheidender Trainer Mike Owsianowski die HSG im Frauenbereich auf einem guten Weg. Das Fundament würde stimmen, versichert der 36-Jährige. In der kommenden Spielzeit tritt Owsianowski bekanntlich bei den Landesliga-Männern der Spielgemeinschaft das Erbe von Sven Engelmann an. Die Frauen werden in der Saison 2020/2021 von Philipp Albers gecoacht.

Das letzte Spiel in der Saison 2019/2020 haben in der Landesklasse der Männer die HSG Bruchhausen-Vilsen und die SG Achim/Baden III bestritten. Für die Mannen von Trainer Gerd Anton endete die Partie am 12. März mit einer Enttäuschung. 37:26 lautete das Resultat nach 60 Minuten für die Gäste. Während sich die Anreise für die Drittvertretung des Männer-Oberligisten somit ausgezahlt hatte, verpasste die Mannschaft von Trainer Gerd Anton den Fahrstuhl in Richtung Landesliga. Mit einem Erfolg wäre die Sieben aus dem Luftkurort in der Tabelle auf Rang drei gerutscht und damit auf einen Aufstiegsrang geklettert. Als Belebung für die Landesklasse haben sich unterdessen die beiden Aufsteiger aus dem Landkreis Diepholz erwiesen: Die Frauen der HSG Bruchhausen-Vilsen nehmen in der Endabrechnung Platz vier ein, für die Männer der HSG Phoenix steht Platz sieben zu Buche.

Erst zum dritten Mal in seiner Geschichte muss der erstmals 1962 in Achim-Baden ausgetragene Tag der Handballjugend komplett ausfallen. In den Jahren 1980 und 2014 war die Freiluft-Großveranstaltung aufgrund starker Regenfälle vor dem ersten Anwurf abgesagt worden. Nach 2005, 2009 und 2013 wäre das Event mit weit mehr als 1000 Aktiven und Zuschauern zum vierten Mal in seiner Historie in Rotenburg zu Gast gewesen. „Für 2021 planen wir wieder fest mit dem Tag der Handballjugend“, sagt Mario Wittenberg.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+