Korbball

In diesem Jahr kein Korbball mehr

In diesem Jahr wird kein Korbball mehr in der Bundesliga gespielt. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Saisonstart auf Januar 2021 verschoben.
05.06.2020, 14:08
Lesedauer: 4 Min
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Von Christine Leska-Ottensmann
In diesem Jahr kein Korbball mehr

In diesem Jahr wird in der Bundesliga kein Korbball mehr gespielt.

Michael Galian

Landkreis Diepholz. Gefühlt eine halbe Ewigkeit ist es her, dass die Korbball-Bundesliga am 8. März ihren letzten Spieltag in Moordeich ausgetragen hat. Rund 200 Personen weilten in der Halle am Neuen Weg. Kurz darauf kam Corona, ganz Deutschland war im absoluten Ausnahmezustand. Aufgrund der Pandemie wurde die Deutsche Meisterschaft in Weyhe für Anfang Mai abgesagt. Jetzt folgt der nächste Schock: Obwohl die Bundesländer ihre Corona-Maßnahmen immer weiter lockern, wurde bereits jetzt beschlossen, dass es im Jahr 2020 keine Spiele in der Bundesliga geben wird. Das gab das Technische Komitee bekannt. Der Saisonstart wird (erstmal) auf den 17. Januar 2021 verschoben.

Vorausgegangen war eine aktualisierte Verordnung des Deutschen Turner-Bundes (DTB), dem der Korbballsport unterstellt ist. Darin hieß es: „Alle DTB-Wettkämpfe und Wettbewerbe 2020 werden grundsätzlich auf der Bundesebene abgesagt.“ Für die einzelnen Landesverbände kann es dagegen andere Regelungen geben. Ihnen solle mit der Verordnung die Möglichkeit gegeben werden, „nach eigenem Ermessen auf der lokalen und regionalen Ebene Wettkämpfe unabhängig von Terminen auf der Bundesebene zu koordinieren und durchzuführen. Auf der jeweiligen Landesebene herrschen für alle Teilnehmenden vergleichbare Rahmenbedingungen, diese ermöglichen sportlich faire Wettkämpfe. Die Begrenzung der Wettkämpfe auf die lokale Ebene ist zudem ein Beitrag zur Eindämmung der Pandemie, da unter anderem das Reisen der Teilnehmenden durch das Bundesgebiet wegfällt“. Im Klartext bedeutet das: Während die Bundesliga bis Ende des Jahres pausieren muss, kann es sein, dass die Landesverbände früher in den Ligabetrieb starten. Das würde ab Niedersachsenliga abwärts gelten. Die Entscheidung muss aber jeder Landesverband selber treffen.

„Nach der Verordnung des DTB hat das Technische Komitee in einer Telefonkonferenz diese Entscheidung gefällt. Das TK versucht, das Beste aus dieser schwer nachvollziehbaren Entscheidung zu machen und möchte die Durchführung einer Deutschen Meisterschaft in 2021 ermöglichen. Womöglich kann das TK im Oktober mehr sagen und bittet bis dahin um Geduld“, erklärt Holger Schulze, Staffelleiter der Bundesliga Nord.

Bereits vor knapp zwei Wochen hatte er den Nord-Pokal aufgrund abweichender Pandemie-Bestimmungen in den verschiedenen Bundesländern und einer möglichen Terminnot abgesagt. „Die Vorbereitungen für die DM, Ausschreibung und Auslosung des Pokals, die Erstellung des Bundesliga-Spielplans mit Start am 20. September oder als Plan B und C ein Start im November oder Dezember – die Arbeiten waren jetzt alle für die Katz. Aber so ärgerlich das auch ist: Die Gesundheit ist das Wichtigste! Es ist gut, dass so früh ein Zeichen gesetzt wurde."

Bei den betroffenen Vereinen der Bundesliga Nord herrscht Verständnis, aber auch großes Bedauern über die Entscheidung. „Wir finden es total schade, dass wir dieses Jahr keine Korbballspieltage in der Bundesliga bestreiten dürfen. Dennoch sind auch wir der Meinung, dass die Gesundheit von uns allen, also Spielerinnen, Trainern und Fans, absolute Priorität hat“, betont Jördis Detken, Mannschaftsführerin des TSV Heiligenrode. „Die Hallenluft und der Ball in der Hand fehlen uns aktuell trotzdem sehr. Wir versuchen aber, unter Einhaltung der aktuellen Maßnahmen, wieder gemeinsam Sport zu treiben."

Wie der TSV Heiligenrode treffen sich auch die Damen des FC Gessel-Leerßen aktuell auf dem Sportplatz. Dort gibt Co-Trainer Patrick Damaschun das Kommando vor, Sprint-, Kraft- und Ausdauerübungen stehen auf dem Plan. „Auch meine Mannschaft ist enttäuscht, kann die Entscheidung aber nachvollziehen“, berichtet Trainerin Anja Brüning. Mit Spannung wartet sie auf die Entscheidung der Landesverbände. „Wenn die Ligen unterhalb der Bundesliga und auch die Jugendteams schon vor 2021 alle wieder spielen dürfen, halte ich es für schwachsinnig, wenn nur die Bundesliga-Vereine nicht antreten dürfen.“

Auch die Korbballerinnen der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst waren geschockt und traurig, verrät Trainerin Camilla Hahn. „Die Nachricht über die Verschiebung des Saisonstarts gleich um vier Monate kam am Abend vor unserem ersten gemeinsamen Training. Die Stimmung bei unserem Treffen auf dem Sportplatz war natürlich gedrückt. Man hätte doch noch warten können. Oder man trägt Spieltage ohne Zuschauer aus oder Mannschaften hätten sich zu einzelnen Partien treffen können. Ich bin mir sicher, dass viele Teams für Ideen offen gewesen wären. Nun hoffen wir aber natürlich, dass alle Maßnahmen fruchten“, wünscht sich Hahn. Motivation haben ihre Mädels derzeit. „Wir nehmen seit einem Monat an der TSG-Fitness-Challenge teil. Jetzt ist Halbzeit und wir stehen eigentlich ganz gut da“, freut sie sich. „Danach könnte es etwas schwierig werden, die Motivation hochzuhalten, wenn man keine Spiele in Aussicht hat. Aber wir werden das Beste daraus machen.“ Möglicherweise sieht es im Herbst auch schon wieder anders aus und erste Testspiele werden zumindest dann erlaubt.

Fraglich ist noch, wie es ab Januar weitergeht. In den vergangenen Jahren gab es sieben Spieltage in der Hauptrunde, danach drei Spieltage in der Playoff-/Playdownrunde. Das ist zeitlich und auch von der Hallenkapazität nun nicht mehr möglich, lediglich fünf Termine sind derzeit geplant. „Mir schwebt momentan die Durchführung über eine komplette Runde ohne Rückspiele über 3,5 Spieltage und eine Playoffrunde über die verbleibenden 1,5 Spieltage vor. Aber weitere Ideen sind willkommen“, sagt Staffelleiter Holger Schulze.

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