Korbball-Bundesliga Aufsteiger FTSV Jahn Brinkum freut sich auf die neue Herausforderung

Am Wochenende startet die Korbball-Bundesliga in ihre neue Spielzeit. Weiterhin dabei sind der TuS Sudweyhe und die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst, dazu kommt der FTSV Jahn Brinkum. Gessel-Leerßen zog zurück.
23.09.2022, 16:34
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Von Christine Leska-Ottensmann

Mit dem Spieltag am Sonntag beim TB Stöcken startet die Korbball-Bundesliga Nord in ihre neue Saison. Nach dem sportlichen Abstieg des TSV Heiligenrode sowie dem Rückzug des FC Gessel-Leerßen (siehe unten stehender Text) sind nur noch drei Mannschaften aus dem Landkreis Diepholz in Deutschlands höchster Spielklasse aktiv.

Im Kader des letztjährigen DM-Teilnehmers TuS Sudweyhe gab es einige Veränderungen: Jule Walz studiert inzwischen in Osnabrück und hat sich entschieden, eine Korbballpause einzulegen und stattdessen dem Handball hinterherzujagen. Beatrice Hauch wechselt in die eigene Zweite. Co-Trainerin Andrea Bothmer geht „in Korbball-Rente“, würde aber bei Bedarf aushelfen. Die langjährige Korbfrau Luisa Schlemm ist nur noch an den Spieltagen anwesend. „Sie wird auch nicht mehr am Korb spielen, sondern nur noch auf dem Feld“, betont Trainerin Julia Hoffmann. „Dafür haben wir mit Emma Scibbe und Malin Wetjen zwei weitere sehr gute Korbfrauen im Kader. Sie haben schon in der Saison und bei der Deutschen Meisterschaft einen tollen Job gemacht“, schwärmt die Trainerin.

Wieder in die Mannschaft zurückgekehrt ist Alina Hinners, die nach der DM 2019 studienbedingt eine Pause eingelegt hatte. „Alina befindet sich seit drei Monaten wieder im Training. Sie ist eine super Bereicherung für unser Team“, freut sich Hoffmann über die Rückkehrerin. Im erweiterten Kader steht auch Pia Arnold, die im Notfall aushilft. „In den vergangenen Jahren hatten wir viele Veränderungen im Kader, anders als bei Teams wie Findorff, Oldenbrok oder Stöcken. So ist es schwierig, Konstanz hineinzubekommen. Daher ist eine Zielsetzung in diesem Jahr schwierig. Der Klassenerhalt ist natürlich das Minimalziel“, betont Hoffmann. Um dieses Ziel zu erfüllen, haben die Sudweyherinnen in der Vorbereitung viel am Kreisspiel, der Kondition, den Würfen und am „Zusammenfinden“ gearbeitet.

Auch auf die Frauen der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst darf man gespannt sein. Zweifelsohne mit viel Potenzial ausgestattet, konnten sie dieses bisher nicht konstant abrufen. „Die letzte Saison hat für uns nicht so geendet, wie wir es uns gewünscht hätten. Spielerisch waren wir zwar oft gut aufgestellt, aber es fehlte uns manchmal an Treffsicherheit und stabiler Leistung, um nötige Punkte für eine bessere Platzierung einzufahren“, erklärt Trainerin Camilla Hahn. „Daher möchten wir uns in diesem Jahr konstanter präsentieren, um diese Punkte nicht liegenzulassen. Eine konkrete Platzierung haben wir nicht im Sinn, aber spielerisch möchten wir überzeugen.“

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der eingespielte Kader nicht verändert. Nach ihrer Babypause ist Luise Budig langsam wieder ins Training eingestiegen und könnte im Laufe der Saison zum Einsatz kommen. In der Vorbereitung absolvierten die Seckenhauserinnen einige Trainingsturniere. „Aus jedem Spiel kann man Erkenntnisse ziehen, was schon gut läuft und woran wir noch arbeiten müssen. Es gibt jetzt nicht die eine Sache, die wir als Baustelle festmachen. Unsere Zielsetzung ist „Spaß am Korbball“ zu haben und diese Spielfreude auf den Platz zu bringen“, wünscht sich Hahn.

Nach langer Zeit ist auch der FTSV Jahn Brinkum wieder im Oberhaus dabei. „Endlich sind wir am Ziel angekommen“, jubelt Trainer Thorsten Böger, der von einem glücklichen Aufstieg spricht. Für den Neuling zählt erst einmal nur der Klassenerhalt, wobei Böger ganz klar sagt: „Wir wollen uns in der Bundesliga etablieren.“ Er weiß, was seine Spielerinnen können, arbeitet er doch bereits seit der C-Jugend mit ihnen zusammen. Damals führte er die Talente zur Deutschen Meisterschaft, wo prompt die Silbermedaille heraussprang. In der A-Jugend wurden die Brinkumerinnen sogar Deutscher Meister, zudem holten sie noch einmal Silber.

„Wir spielen ein bisschen anders als andere. Das ist für die meisten erst einmal ungewohnt“, weiß der Jahn-Coach. Am Kader hat sich nichts verändert. Einzig Mara Schumacher vom Niedersachsenliga-Absteiger TSV Emtinghausen stieß dazu. Zudem hat sich die Situation bei Lea Reiners entspannt. „Vergangenes Jahr kam sie aus Ravensburg angefahren. Jetzt hat sie einen Job in Hamburg und kann uns wieder häufiger zur Verfügung stehen“, freut sich Böger auf die neue Herausforderung in der 1. Bundesliga.

Zur Sache

Der Rückzug des FC Gessel-Leerßen

Wenn die Korbball-Bundesliga Nord morgen in ihre neue Saison startet, wird ein Name fehlen: Zwar hatte der FC Gessel-Leerßen auch im zweiten Jahr in Folge den Klassenerhalt geschafft, doch der Verein zog seine Mannschaft überraschend zurück. Ärgerlich für so manchen Konkurrenten: Da dies erst nach dem in den Statuten benannten Meldeschluss erfolgte, „gaben die Regularien keine Möglichkeit her, die Anzahl der Mannschaften für die Saison 2022/23 zu erhöhen“, erklärt Holger Schulze, Staffelleiter der Bundesliga Nord.

Dementsprechend werden in dieser Saison nur sieben Mannschaften in der Liga antreten, es wird nur sechs Spieltage geben. Trotz des Rückzugs des FC Gessel-Leerßen muss laut Statuten ein sportlicher Absteiger ermittelt werden, demnach steigt der Tabellensiebte am Saisonende in die Niedersachsenliga ab. Wie und wann die Bundesliga Nord wieder auf acht Mannschaften aufgefüllt werden soll, muss das Technische Komitee in den nächsten Wochen noch entscheiden.

Den Gesselerinnen tut die Angelegenheit sehr leid. „Es war schon in den vergangenen Jahren eine Herausforderung für uns. Leider haben sich nach dem Meldeschluss bei einigen Spielerinnen noch private und berufliche Veränderungen gegeben. Wir hätten nie eine wettbewerbsfähige Mannschaft stellen können, vielleicht sogar Spiele absagen müssen. Daher haben wir uns schweren Herzens aus der Bundesliga zurückgezogen“, erklärt Nicole Glatzel, stellvertretende Spartenleiterin im FC. Die zurückgezogene erste wird nun mit der zweiten Mannschaft in der Bezirksoberliga antreten, in diesem Jahr die unterste Liga. In beiden Teams können nun A-Juniorinnen behutsam an den Erwachsenenbereich herangeführt werden.

Info

TuS Sudweyhe

Neuzugänge: Alina Hinners (Rückkehr nach jahrelanger Pause), Pia Arnold (eigene A-Jugend)

Abgänge: Jule Walz (Studium, spielt jetzt Handball), Co-Trainerin Andrea Bothmer

Geblieben: Alina Eilers, Nina von Weyhe, Emma Scibbe, Malin Wetjen, Merrit Eilers, Caro Witt, Carlotta Kehlenbeck, Luisa Schlemm

TSG Seckenhausen-Fahrenhorst

Neuzugang: Luise Budig

Abgänge: keine

Geblieben: Jana Harms, Sarah Kienker, Anke Lisser, Jana Meiche, Felicia Pereira, Carolin Rieckers, Mareike Rieckers, Tabea Ströhemann, Svenja Wegner, Pia Züdel

FTSV Jahn Brinkum

Neuzugang: Mara Schumacher (TSV Emtinghausen)

Abgänge: keine

Geblieben: Carina Bösselmann, Zoe Roos, Marlene Kamp, Dana Stöver, Alina Childs, Lea Reiners, Carina Ehresmann, Emma Preuß, Insa Knipper  CLE

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