Kreis-Leichtathletik-Verband Ehrung für drei Ausnahmetalente aus dem hiesigen Kreis

Weil die Sportgala in diesem Jahr ausfällt, hat der Kreis-Leichtathletik-Verband (KLV) Diepholz eine Wahl in den eigenen Reihen abgehalten. Der Nachwuchs zeigte im Vorjahr starke Leistungen.
24.01.2022, 11:52
Lesedauer: 3 Min
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Von Niklas Golitschek

Eine überraschende Auszeichnung in schwierigen Zeiten: Drei Nachwuchs-Athleten aus dem Diepholzer Nordkreis haben kürzlich einen Pokal des Kreis-Leichtathletik-Verbandes (KLV) erhalten und dürfen sich nun Sportler des Jahres 2021 nennen. Lena Isabel Gurka (FTSV Jahn Brinkum) und Carolin Evers (LC Hansa Stuhr) teilen sich in der weiblichen Jugend den Titel, in der männlichen Konkurrenz setzte sich Jason Lee Hoppe (LC Hansa Stuhr) knapp vor Leon Michelmann (TSV Asendorf) durch. Dessen Schwester und Vereinskollegin Lynn Michelmann, war ebenfalls nominiert.

Die Abstimmung hatte der KLV bereits im Dezember im Zuge seiner hybriden Mitgliederversammlung organisiert. Da die Sportgala mangels sportlicher Wettbewerbe im Vorjahr abgesagt ist, schaffte der Verband ein eigenes Angebot. „Wir konnten durch viel Engagement viel machen“, verwies der KLV-Vorsitzende Wilfried Becker auf zahlreiche Veranstaltungen. Bei denen hatten die Athleten aus dem Kreisgebiet trotz der pandemiebedingten Rückschläge immer wieder Bestleistungen gezeigt: „Wir wollten das für uns nicht aussetzen.“ Durch die knappen Ergebnisse und Stimmgleichheit bei der weiblichen Jugend musste dann noch ein Pokal nachbestellt werden.

In einer den Umständen entsprechenden, klein gehaltenen Zeremonie unter der 2G-Plus-Regel überreichten Wilfried Becker und die Schülerwartin Wiebke Till die Trophäen in einer Trainingseinheit der Vereine an die geehrten Athleten und Athletinnen.

Als „sehr aufregend“ beschrieb Preisträgerin Lena Isabel Gurka den Moment. Die Athleten waren vorab nicht über die Übergabe informiert gewesen, KLV und Trainer hatten alles vorbereitet. Gurka hat im Vorjahr den Kreisrekord im W14-Hochsprung eingestellt, holte mit 1,64 Meter den Landesmeistertitel. Das bedeutete auch Platz vier in der DLV-Bestenliste und eine Einladung zum norddeutschen Ländervergleichswettkampf der U16. „Ich glaube, das war eines der erfolgreichsten Jahre“, bilanzierte die 14-Jährige, die derzeit wegen Quarantäne nicht trainieren kann. Sie habe viel Spaß und wenige Verletzungen gehabt, das sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Daran will sie auch in diesem Jahr festhalten.

Trainer Klaus Lange freute sich ebenfalls über die Ehrung. „Das bestätigt die Quälerei. Lena ist wirklich sehr fleißig“, lobte er. Sie sei immer am Lächeln, höre zu und übernehme die Tipps: „So eine Athletin wünscht sich jeder Trainer“, sagt Lange stolz. Zumal die Unterstützung durch die Eltern hervorragend sei. Auch in den Wettkämpfen beschreibt ihr Trainer die Mentalität als Gurkas Stärke, immer noch eine Stufe höher zu wollen. Mit dieser Art bereichere sie den gesamten Verein. „Sie ist ein junges Vorbild für andere, aber nicht überheblich“, bilanzierte Lange.

Als Becker und Till dann zum Training des LC Hansa Stuhr kamen, dachte Carolin Evers zunächst, dass der Besuch ihrem Teamkollegen Jason Lee Hoppe galt. „Wenn wer kommt, dann meist für Jason“, erzählte sie. Umso überraschter sei sie dann gewesen, als ihr Name aufgerufen wurde. Als Bezirksmeisterin W13 im Blockwettkampf Sprint/Sprung mit 2403 Punkten; 1,56 Meter im Hochsprung und weiteren starken Leistungen hatte auch Evers im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt. Am meisten freute sie selbst die Steigerung um sechs Zentimeter im Hochsprung. „Da habe ich mich lange Zeit wenig verbessert und war teils schlechter“, schilderte sie. Trotz weniger Wettkämpfen habe sie gut trainieren können, auch im Nachwuchsleistungszentrum in Hannover. Inzwischen probiert sich Evers im Dreisprung aus und möchte hier mit guten Resultaten punkten. „Ich glaube, ich habe die Sprungkraft dazu“, gab sie sich zuversichtlich.

Mit drei Landesmeistertiteln, Silber im Hochsprung-Bundesvergleich der gleichen Platzierung in der Jahresbestenliste führte in der männlichen Konkurrenz kein Weg an Jason Lee Hoppe vorbei. „Das hat mich sehr gefreut“, sagte Hoppe, der inzwischen auch im Bundes-Nachwuchskader trainiert. Trotz Pandemie habe er im Vorjahr mit 1,92 Meter gute Leistungen im Hochsprung gezeigt und Spaß gehabt. Hoppe startet in diesem in der U18-Konkurrenz und darf nach Quarantäne-Pause in dieser Woche wieder ins Training einsteigen. Das künftig stärkere Teilnehmerfeld begreife er als Motivation, selbst noch besser zu werden. Als Ziel gibt er die Zwei-Meter-Marke und die Qualifikation für die Jugend-EM in Jerusalem aus.

Helge Ellwart, der auch Jason Lee Hoppe trainiert, freute sich für seine LC-Schützlinge. „Das ist noch einmal eine Wertschätzung“, sagte er. Die hätten beide nach ihrem starken Sportjahr verdient. Auch wenn die Verleihung unter bescheidenen Bedingungen für die Talente schwer einzuordnen gewesen sei. Für die Erinnerung an die eigene Laufbahn sei eine solche Auszeichnung auf jeden Fall ein wichtiger Baustein.

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