Fußball

Alles eine Frage des Starts

Der außerordentliche Verbandstag der Fußballer ist Geschichte. Er endete mit dem erwarteten Ergebnis. Aber wie geht es nun weiter? Was ist für die neue Saison absehbar?
29.06.2020, 16:11
Lesedauer: 3 Min
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Von Thorin Mentrup
Alles eine Frage des Starts

Wann dürfen die Fußballer – hier vom Bezirksligisten SV Heilgenfelde – wieder jubeln? Diese Frage beschäftigt die Kicker nun.

Thorin Mentrup

Als beim außerordentlichen Verbandstag des Niedersächsischen Fußballverbandes virtuell darüber beraten wurde, was mit der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison passieren sollte, da waren einige Fußballer des Bezirksligisten SV Heiligenfelde in Amsterdam. Sie erlebten ein entspanntes Wochenende, besuchten unter anderem die Johan-Cruyff-Arena. Allzu sehr beschäftigte sich die Truppe, zu der auch Trainer Torben Budelmann gehörte, nicht mit dem, was die Delegierten von ihren Rechnern aus beschlossen. Letztlich kam es ohnehin so, wie es ein Großteil der Fußballer erwartet hatte: Abbruch mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger, die Quotientenregelung entscheidet über die Endplatzierung im Klassement (wir berichteten).

„Wir wussten ja, dass wir nicht direkt betroffen sein würden“, erklärt Budelmann, „deshalb haben wir uns da keinen großen Kopf gemacht.“ Heiligenfelde ist zwar in der Bezirksliga ganz vorn mit dabei, dass es nicht für die Landesliga reichen würde, war dennoch abzusehen. Als Dritter ist der SVH dennoch das erfolgreichste NFV-Herrenteam unseres Verbreitungsgebiets. Andere Teams hat der Abbruch dagegen unmittelbar betroffen. So etwa den SV Bruchhausen-Vilsen II: Er steigt wegen des Rückzugs des TuS Varrel in die 2. Kreisklasse in die Kreisliga auf. Andere Teams wie die Vilser Erste, aber auch der SC Twistringen, der TSV Okel und die TSG Seckenhausen-Fahrenhorst können nun fest mit der Bezirksliga planen. Die letzten Zweifel sind ausgeräumt.

Für etwas mehr Klarheit hat der Verbandstag auch bei den Mitgliedern des Spielausschusses des Fußballkreises Diepholz gesorgt. Der Blick zurück hat sich auch für sie nun erledigt. Die alte Saison ist abgehakt, die neue rückt nach mehr als 100 Tagen Corona-Spielbetriebspause endgültig in den Fokus. „Jetzt ist die spannendste Frage, wann es weitergeht“, weiß Budelmann, der auf den September hofft. Etwas weniger optimistisch äußert sich Michael Steen, Spielausschussvorsitzender im Fußballkreis Diepholz: „Ich rechne eher mit dem Oktober, wenn nicht sogar noch später.“ Schließlich könne es jederzeit zu einem Lockdown kommen, wie unter anderem das Beispiel Gütersloh und Warendorf zeige. Trotzdem richtet auch Steen sein Augenmerk bereits auf die neue Serie. „Alles hängt davon ab, wann sie starten wird“, hängt er mit seinen Kollegen in der Warteschleife. Klar ist: Je später der Startschuss fällt, desto schwieriger wird es, eine normale Saison mit Hin- und Rückserie zu spielen. Eine Spaltung der Ligen auf Kreisebene wie in der Regionalliga Nord will Steen nicht ausschließen.

Im Kreis Diepholz sei die Zahl der Teams für die kommende Saison ähnlich hoch wie jetzt. „Wir haben Verluste im einstelligen Bereich. Das ist gut“, betont Steen. Generell scheint der Spielbetrieb durchaus umsetzbar. Die Ligen wachsen durch fehlende Absteiger nicht allzu stark an. Die Kreisliga bleibt sogar bei 16 Teams. Die 1. Kreisklasse spielt mit 17 Mannschaften. In der 3. Kreisklasse tummeln sich insgesamt 40 Klubs. „Da müssen wir schauen, ob wir mit drei oder vier Staffeln spielen. Auch das hängt vom Starttermin ab“, sagt Steen.

Gespräche – natürlich ebenfalls virtueller Natur – wird es laut dem Kreisspielausschuss-Vorsitzenden auch noch mit dem Bezirk geben. Dessen Ligen sind wesentlich stärker von dem Abbruchs-Szenario betroffen: Die Bezirksliga Hannover I mit Heiligenfelde, Stuhr, Sudweyhe, Bassum, Okel, Twistringen, Seckenhausen und Vilsen wächst durch die Nienburger Aufsteiger Münchehagen und Uchte auf 19 Teams an. Das ist ein anderes Kaliber: „Geht es später als im September los, wird es eng“, ahnt Budelmann, dass es dann einen Plan B geben muss. Mindestens. Dabei herrscht im Bezirk Hannover noch nicht das größte Problem, wie der Blick nach Lüneburg verrät: In der Bezirksliga 3 würden dort momentan 21 Teams auflaufen. Das ist kaum darstellbar, selbst bei einem Start im September. „Es gibt so viele Unwägbarkeiten“, weiß Steen. Eines stünde aber schon jetzt fest: „Es wird für die Spielausschüsse auf jeden Fall spannend werden, die neue Saison zu planen.“

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