Wessels Hotel Ein Büro für alle

Im ehemaligen Wessels Hotel in Syke tut sich etwas. Ein Co-Working-Space zieht für vier Monate in die ehemalige Bettenburg. Bei guter Resonanz könnte sich diese Art der Nutzung auch langfristig etablieren.
06.12.2022, 17:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Tim Waßmuth

Syke. Im Gebäude des ehemaligen Wessels Hotel tut sich etwas, wenn auch nur für einen Übergangszeitraum. Ein sogenannter Pop-up Co-Working-Space hat dort Einzug gehalten und soll vier Monate bleiben. Pop-up-Stores sind Geschäfte oder Konzepte, die leer stehende Räume vorübergehend nutzen. Die Stadt möchte so herausfinden, ob das Projekt Potenzial hat, um sie vielleicht sogar auch langfristig in Syke zu etablieren. Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr.

Doch was ist ein Co-Working-Space überhaupt? Ganz platt gesagt: ein Raum mit Schreibtischen, Stühlen und einem Internetanschluss. Man könnte auch schlicht und einfach von einem Büro sprechen. Allerdings mit wechselnden Kollegen. Denn, hier können Privatpersonen, Selbstständige oder auch Firmen sich einen Arbeitsplatz mieten – mal für einen Tag, mal für einen längeren Zeitraum. Das Konzept ist nicht neu. In vielen größeren Städten sind die flexiblen Arbeitsplätze schon länger vertreten. Und nun möchte man auch in der Hachestadt schauen, ob das nicht etwas wäre, was Anklang findet. "Wir brauchten einen geeigneten Raum und da bot sich der Leerstand an", erzählt Thomas Kuchem, Erster Stadtrat in Syke.

Viermonatiges Projekt

Die Firma Co-Work-Land hat sich dem Projekt angenommen. Sie betreibt bereits mehrere flexible Büros deutschlandweit. Christian Willner vom Verein Netzwerk der Kreativ- und Innovationswirtschaft (Kiwi) betreut schon in Verden ein ähnliches Projekt. So machte der Verein Kiwi Co-Work-Land auf Syke aufmerksam. Die Fördermittel dazu kommen von der "Perspektive Innenstadt" der N-Bank, denn, das viermonatige Projekt ist in dieser Phase für Interessierte kostenlos. Sie können sich über die Internetseite www.coworkland.de einbuchen. Entweder für einen gesamten Tag, Nachmittag oder Vormittag. Bestenfalls 48 Stunden im Voraus, aber auch spontan können Interessierte gerne vorbeischauen.

Christian Willner ist einer von drei Community-Managern. Unterstützung bekommt er von Angelika Litauer und Stefan Buchholz. Auf Angelika Litauer traf er im Co-Working-Space in Verden, die den Raum als Studentin nutzte. Er fragte, ob sie nicht auch als Community-Managerin unterstützen wolle. Das tat sie und ist seitdem Teil seines Teams. Stefan Buchholz wird als dritter im Bunde ebenfalls an einigen Tagen in Syke vor Ort sein und Hilfestellung leisten – falls benötigt. Interessierte sollten einen Laptop mitbringen und eventuell ein HDMI- oder Displayport-Kabel. Monitor, Schreibtisch, Drucker und Co. stellt der Anbieter. Eine dringende Empfehlung sei zudem ein Headset oder Kopfhörer. Auch Kaffee gibt es und "der schmeckt sehr gut", versichert Thomas Kuchem. 

Entstehung von Synergieeffekten

Gerade für Personen, die im Homeoffice nicht arbeiten können, weil beispielsweise zu Hause der Platz dafür fehlt, sei der flexible Arbeitsplatz eine gute Sache. Zudem können "Synergieeffekte entstehen", meint Christian Willner. Er habe auch schon erlebt, dass sich beim Co-working Personen getroffen haben und ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellten. Corona habe die Idee noch einmal beflügelt. "Wir wollen Menschen die Möglichkeit geben, an einem anderen Ort als zu Hause zu arbeiten", sagt Bürgermeisterin Suse Laue. Acht Arbeitsplätze plus einen Konferenzraum, der Platz für bis zu zwölf Leute bietet, können die Anbieter zur Verfügung stellen.

Wie es nach den vier Monaten weitergeht, sei noch ungewiss. Eine weitere Nutzung von Wessels Hotel komme nicht infrage. "Eventuell wäre das eine Idee für den Anbau", so Suse Laue. Ansonsten wolle man sich – je nachdem, wie das Projekt angenommen wird – in der Stadt umschauen und mit Vermietern sprechen. "Wir sind von dem Konzept überzeugt", sagt Thomas Kuchem.

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