Barrier Bad Stufenlos auf Schwimmtiefe

Das Barrier Bad hat ein neues Hydraulikaggregat für den Hubboden. Der Förderverein des Bades hatte dafür Spenden gesammelt.
26.07.2022, 16:53
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Stufenlos auf Schwimmtiefe
Von Sarah Essing

Syke-Barrien. In leuchtendem Himmelblau präsentiert sich das neue "Herzstück" des Barrier Hallenbades. Es bringt Farbe, aber vor allem auch wieder Leben in das Bad: das neue Hubbodenaggregat. Unerlässlich, um den Boden des Bades je nach Bedarf hoch und runter zu fahren. Auf Minimum 30 Zentimeter für die ganz Lütten oder auf zwei Meter für die Schwimmer. Dafür hat der Förderverein Barrier Bad, der die Schwimmhalle betreibt, seit letztem Sommer fleißig gesammelt. "Und nun wollten wir bekannt machen, dass es da ist und uns damit auch herzlich bei allen Spendern bedanken", sagt Fördervereinsvorsitzender Michael Niemeyer.

Die pneumatische Hebeanlage ist zusammen mit der Heizung, der Wasseraufbereitung und der Lüftung eines der existenziell wichtigen Teile für das Bad. Sie allein sorgt dafür, dass die Bodenhöhe reguliert werden und das Bad damit vielen unterschiedlichen Zwecken dienen kann, erläutert Niemeyer. Schon 2019 sei festgestellt worden, dass die 48 Jahre alte Anlage wohl die nächste größere Anschaffung sein würde, die der 125 Mitglieder starke Verein tätigen müsste. Die Corona-Pandemie, die 2020 begann, gewährte ein wenig Aufschub, doch dann wurde es Zeit. "Wir haben letztes Jahr gemerkt, dass sich der Hubboden immer schief gestellt hat", berichtet die zweite Vorsitzende, Anja Maaß. Die auf einer Waage basierende Hydraulik war nicht mehr richtig austariert, musste immer wieder nachjustiert werden.

Spenden für die Neuanschaffung

So begann der Verein im Sommer 2021 mit dem Sammeln von Spenden für die Neuanschaffung. 37.000 Euro netto, lautete das Ziel. "Das ist eine spezielle Technik und darum kostet sie auch spezielles Geld", sagt Niemeyer. Dieses wurde Ende Februar 2022 erreicht. Dank sehr vieler privater Spenden, wie Niemeyer unterstreicht, aber auch vom Lions Club, der Kirchengemeinde und aus der Kondolenzspende für den im November 2021 verstorbenen Vorsitzenden des Fördervereins, Peer Schmidt. "Und zum Glück haben wir das Aggregat sofort bestellt", sagt Niemeyer. So war es Anfang Juni da und konnte in zwei Tagen eingebaut werden.

Das klingt so einfach, doch tatsächlich waren dafür einige Anstrengungen erforderlich, verraten Niemeyer und Anja Maaß. Denn das neue Aggregat wiegt gut 100 Tonnen. Es in einem Stück durch die engen Gänge im Kellergeschoss des Bades an seinen Platz zu bringen, wäre unmöglich gewesen. Also wurde es auseinander gebaut und "die Einzelteile dann per Kran über den Versorgungsschacht an seinen Platz gebracht." Dort wurden die Teile aus purem Stahl, von denen eins schon 220 Kilogramm wiegen kann, wieder zusammengebaut.

Schwimmbetrieb lief weiter

"Der Schwimmbetrieb konnte dabei weitergehen", betont Anja Maaß und freut sich, dass sich der Boden nun auch schneller hoch oder runterfahren lässt. Nur noch knapp anderthalb Minuten dauert ein kompletter Durchlauf, der nun zudem nicht mehr über Stufen erfolgt, sondern fließend. "Damit sind wir jetzt erstmal gut aufgestellt", ist Niemeyer überzeugt.

Was aber nicht heißt, dass dem Förderverein die Aufgaben ausgehen. Die nächste, allerdings ungeplant und unerwünscht, ließ nicht lang auf sich warten. Nur 14 Tage nach Einbau des neuen Hubbodenaggregats gab die Lüftung den Geist auf. Doch zum Glück konnte die mit der Haustechnik beauftragte Firma WTH aus Bremen die erforderlichen Ersatzteile schnell besorgen und binnen 48 Stunden einbauen. 5000 Euro hat das den Verein noch mal gekostet. "Die Firmen unterstützen uns super", sind Niemeyer und Anja Maaß dankbar. 

Die nächste Herausforderung naht jedoch schon. Das Thema Gas treibt auch die Mitglieder des Badfördervereins um. So wurden Wasser und Luft im Barrier Bad Anfang Juli schon mal um ein Grad abgesenkt. Mit sieben bis zehn Prozent Einsparungen rechnen die Badförderer dadurch. Ob das reichen wird, wissen sie allerdings nicht. Ohnehin seien sie sich bewusst, dass in den Einsparungs- und Schließungsdiskussionen Hallenbäder ganz oben stehen auf der Liste, sagt Niemeyer. Doch so einfach modernisieren geht beim Barrier Bad eben auch nicht. Die Installation von Fotovoltaikanlagen müsse erst geprüft werden; die nächste Biogasanlage ist zu weit weg. Doch, kommt Zeit, kommt vielleicht auch Rat. Jetzt pausiert der Badebetrieb ohnehin. Die Grundreinigung steht an. Noch eine Aufgabe für die 125 Mitglieder des Fördervereins Barrier Bad.

Zur Sache

Ferienzeit ist Reinigungszeit

Die Sommerferien werden genutzt, um die Grundreinigung im Barrier Bad durchzuführen. Vier bis fünf Wochen nimmt das in Anspruch. Geleistet wird sie durch Mitglieder des Vereins. Es werden kleinere Reparaturen vorgenommen, etwa wenn eine Silikonfuge nachgezogen werden muss. Und alles, einschließlich der Rinnen, Abflüsse und Wände, wird gereinigt, "einmal sauer, einmal alkalisch", zählt Anja Maaß auf. "Dabei wird alles kontrolliert, auch der Boden des Hubbodens." 120 bis 150 Stunden ehrenamtlicher Arbeit kommen dabei leicht zusammen. Eine Woche Vorlauf wird benötigt, dann kann das Bad wieder den Betrieb aufnehmen.

Info

Der Internetauftritt des Fördervereins Barrier Bad findet sich unter www.foerderverein-barrier-bad.de. Neue Mitglieder, Unterstützer und Schwimmbadfreunde sind immer willkommen.

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