Gymnasium Syke Das Herz der Schule wieder mit Leben füllen

Der Innenhof des Gymnasiums Syke ist das Herzstück der Schule. Allerdings wurde er lange Zeit vernachlässigt. Das ist nun vorbei. Der Landkreis investierte 250.000 Euro für eine Neugestaltung.
01.06.2022, 15:39
Lesedauer: 4 Min
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Das Herz der Schule wieder mit Leben füllen
Von Sarah Essing

Syke. Der Gong läutet die zweite große Pause am Gymnasium Syke ein und schon öffnen sich die Türen. Eine Gruppe Fünft- und Sechstklässler strömt hindurch in den Innenhof, jeder sucht sich ein Plätzchen rund um das Schachfeld, das dort auf dem Boden aufgemalt ist. Ältere Jahrgänge kommen von der anderen Seite, suchen sich eine leere Bank und lassen sich dort nieder. So soll es sein, so ist es gedacht: der Innenhof als Aufenthaltsort und Freifläche. "Er ist das Herzstück der Schule", findet Schulleiter Knut Wessel. Dass dieses Herz nun wieder mit Leben gefüllt werden kann, habe der Landkreis mit einer Neugestaltung des Innenhofs möglich gemacht.

Dazu wurde die Fläche zunächst von allem Überflüssigem befreit, namentlich hauptsächlich Büsche und Sträucher, die mehr wucherten, als lauschige Ecken schufen. Zudem sei die Neugestaltung nicht allein optischen Gründen geschuldet gewesen, fügt Valentina Holle, schulfachliche Koordinatorin des Gymnasiums hinzu. Auch die Rohre der Wasserleitung waren marode und mussten ausgetauscht werden. Im Februar begannen die Arbeiten. "Es wurden neue Wege und Beete angelegt", zeigt Wessel in das Karree. In geschwungenen Linien führen diese Wege rund um die Beete auf den kreisförmigen Platz im Mittelpunkt. Dieser Bereich ist geblieben, wie er war, allerdings laden inzwischen neue Bänke zum Sitzen ein.

An einer Seite wurde ein Schachfeld auf den Boden gemalt. Mit großen Figuren, die dort bereitstehen, lässt sich ein Päuschen so auch für eine Partie nutzen. Getrennt durch einige kleine Apfelbäume, bietet ein Stück weiter die große Außenterrasse der Mensa Raum fürs Mittagessen oder Snacks in Freistunden. Denn genau für diese Zeiten ist der Innenhof gedacht, führt Wessel aus: für Pausen und Freistunden, für Erholung oder auch Klassenfeste, aber auf keinen Fall für Freiluft-Unterricht.

Nichtsdestotrotz bietet auch der Innenhof etwas zum Lernen. Die Pflanzen in den neu angelegten Beeten wurden nicht allein nach ästhetischen Prinzipien ausgesucht. "Es wurden überwiegend Pflanzen gewählt, die auch für den Unterricht verwendet werden können", verrät Wessel. In enger Absprache mit dem Fachbereich Biologie und mit Claudia Barho, die auch den Schulgarten betreut, fanden überwiegend heimische Kräuter, Gräser und Wildblumen einen Platz: Lavendel, Beinwell, Salbei, Lungenkraut, Malven, Nachtkerze, Färberkamille, Frauenmantel und vieles mehr.

Gegenüber der Mensa-Terrasse wurde in einem Stück Rasen eingesät – "Damit die Schüler sich dort niederlassen können", so Wessel. Erhalten geblieben sind hingegen die hölzernen Skulpturen, die einst im Kunstunterricht entstanden. Ein Stück ist noch nicht fertig. Dort soll noch eine Wildblumenwiese mit Tothölzern entstehen. Auch die Beleuchtung fehlt noch teilweise, kleine Feinheiten, die nicht daran hindern, den Innenhof bereits zu nutzen. "Wir sind sehr glücklich, dass es nun so ist, wie es ist und genutzt werden kann", betont Wessel und ist dankbar, dass der Landkreis 250.000 Euro für die Neugestaltung in die Hand genommen hat. Auch vor dem Hintergrund, dass im Sommer mit dem Anbau begonnen werden soll. "Dann fehlt eine Querung, aber jetzt kann man durch den Innenhof gehen", berichtet Wessel.

Zur Sache

Zwei neue Mitglieder in der Schulleitung

Nicht nur der Innenhof ist neugestaltet, auch das Team der Schulleitung hat Zuwachs bekommen. Bereits seit gut einem Jahr ist Valentina Holle in Amt und Würden. Die Mathe- und Physiklehrerin hat im Juni 2021 den Posten der schulfachlichen Koordinatorin übernommen. Neben dem Aufgabenfeld C, Naturwissenschaften und Mathematik, unterliegt ihr damit auch die Etatverwaltung, der Ganztag, das Schulverwaltungsprogramm sowie der Stunden- und Vertretungsplan. Zudem ist die Studiendirektorin Klassenlehrerin einer neunten Klasse und betreut für das Kultusministerium als Landeswettbewerbsleiterin auch die Juniorsparte "Schüler experimentieren". "Das liegt mir sehr am Herzen", betont sie.

Die 38-Jährige ist seit 13 Jahren am Gymnasium Syke, kam direkt nach ihrem Referendariat. "Ich fühle mich an dieser Schule sehr zu Hause und möchte das mitgestalten", bekennt sie. So engagierte sie sich im Personalrat und war Fachobfrau für Mathematik. Zudem habe sie schon immer ein Faible für Verwaltungsaufgaben und Organisation gehabt. Dass sie auch im Bereich der Schulleitung Verantwortung übernehmen möchte, sei ihr daher immer klar gewesen, auch wenn es nun früher passiert sei als gedacht.

Erst seit einer Woche ist Tim Schöning am Gymnasium Syke. Mitten im Schuljahr wurde der 41-Jährige vom Gymnasium Bruchhausen-Vilsen in die Hachestadt versetzt, um dort den Posten des Oberstufenkoordinators zu übernehmen. Damit rückt der gebürtige Weyher ein wenig näher an den Wohnort, bekennt er mit einem Lachen. Wie Valentina Holle war auch Schöning an seiner alten Schule zuvor im Personalrat aktiv und hat sich dort ins Schulleben eingebracht. "Allerdings eher projektbezogen", wie er sagt. Etwa als Betreuer der Arbeitsgemeinschaft "Schule gegen Rassismus". An seiner neuen Position reize ihn vor allem, dass er damit einer Scharnierstelle zwischen Schülern und Kollegen bildet. "Gefühlt ist das eine Stelle, wie gemacht für mich", findet der Mathematik-, Politik- und Wirtschaftslehrer. Die Herausforderung sei hingegen, das nun an einer Schule zu tun, die er noch nicht kennt. Aber das werde sich mit der Zeit ergeben.

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