Kreismuseum Einblick in die Zeitgeschichte

Helmut Niedfeldt war als Pressefotograf lange Zeit im Landkreis Diepholz aktiv. Nun stellt er seine Werke im Syker Kreismuseum aus.
13.05.2022, 16:02
Lesedauer: 2 Min
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Von Rita Behrens/rbe

Syke. Im Syker Kreismuseum werden in der aktuellen Sonderausstellung „30 Jahre Zeitgeschichte im Landkreis Diepholz durch das Kameraobjektiv betrachtet“ Pressefotografien des Heiligenfelders Helmut Niedfeldt gezeigt. Im Ackerbürgerhaus können die thematisch geordneten Bilddokumente und Begleittexte ab Sonntag bis zum 10. Juli in Augenschein genommen werden. Die offizielle Eröffnung soll adäquat am internationalen Museumstag, am 15. Mai ab 15 Uhr, stattfinden. „Ein Teil der Familie Niedfeldt wird dabei sein“, kündigten die Kuratorinnen Nele Miethig und Miriam Schulz beim Pressetermin an. 

Des Weiteren informierten die beiden Historikerinnen im Vorfeld über die komplexe Recherche zur Biografie und zum Tätigkeitsbereich des Bildreporters zwischen 1962 bis 1989. Erst zu Beginn der 1960er-Jahre hatte er den Beruf gewechselt. Zuvor bei den Bremer Borgward-Werken beschäftigt, sattelte er seinerzeit vom Hobbyfotografen zum Bildreporter bei der Kreiszeitung um.

Wie Miriam Schulz berichtete, habe sie während ihrer zweijährigen Phase des Nachforschens 14 Meter Regalwände mit Fokus auf den Fotografen Niedfeldt im Syker Stadtarchiv durchforstet. Zur Vorbereitung der Ausstellung ließ sie sich von der Frage lenken: „Welche Themen waren wann und wie relevant?“ Insgesamt wurden circa 200.000 Fotos ausgewertet. Zwölf Themenfelder wurden herausgearbeitet, die aktuell präsentiert werden. Dazu zählen etwa Bildung, Kalter Krieg, Landwirtschaft, Sport oder Ökologie. Jeder Bereich wird mit vier zeittypischen Bildern, Anekdoten und Informationen offeriert – zum Beispiel über die Leester Jugendhausinitiative 1981 oder die Verschiebung eines Probealarms in Bassum/Helldiek von 1963 auf 1964.

Das Besondere an dem ehemals privaten Archiv sei der vorgefundene Themenkontext, erklärte die engagierte Kuratorin weiterhin. Nicht allein die Bilder, sondern auch die zugehörigen Artikel archivierte der Heiligenfelder Fotograf sorgsam. Im Jahr 2020 habe sie ihn noch im Kontext der Übernahme seiner gesammelten Zeitdokumente zusammen mit Stadtarchivar Hermann Greve interviewt. Zu dieser Zeit lebte er seit mehr als einem Jahr in Osnabrück.

Die sehr sehenswerte Ausstellung spiegelt neben der Biografie Niedfeldts die regionale Zeitgeschichte der 1960er-, 70er- und 80er-Jahre wider. Aber auch die Entwicklung der fotografischen Professionalität wird gezeigt. So sind in den Schaukästen Kameras und weitere Utensilien auffindbar, etwa sein Ausrüstungskoffer „Leica M2“ wie auch seine kleine Ledertasche. Letztere beherbergte die Wechselobjektive jederzeit griffbereit. Vielen war sie als „seine alltägliche Begleiterin“ bekannt, wusste Schulz zu berichten.

Die Besucher werden sowohl den damaligen Alltag als auch die ereignisreichen Jahre im Landkreis erleben, aber auch eine interaktive Rezeption ist möglich. Postkarten mit Helmut Niedfeldts Motiven (zum Beispiel des Bassumer Freibades) liegen zum Mitnehmen bereit. Zudem steht ein reich bebilderter Begleitband kurz vor der Fertigstellung, der Weiteres zum Wirken des Bildreporters liefert. Vorbestellungen nimmt das Kreismuseum bereits an.

Die Ausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonnabend von 14 bis 18 Uhr geöffnet, auch an den Feiertagen. An Sonntagen kann ein Besuch von 10 bis 18 Uhr erfolgen. Neben der kostenlosen Eröffnung am Sonntag ab 15 Uhr wird Miriam Schulz am 12. Juni und am 3. Juli jeweils ab 15.30 Uhr durch die Sonderausstellung führen.

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