Luise-Chevalier-Schule Neunter Jahrgang gestaltet Holocaust-Gedenktag in Syke

Der neunte Jahrgang der Luise-Chevalier-Schule gestaltet wieder den Holocaust-Gedenktag im Syker Theater. Rund 50 Jugendliche beschäftigen sich drei Tage lang mit den Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges.
25.01.2023, 18:14
Lesedauer: 3 Min
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Neunter Jahrgang gestaltet Holocaust-Gedenktag in Syke
Von Lina Wentzlaff

Syke. Manch einer wird meinen, klassischer Tanz, Theater oder Breakdance passe nicht zu der Gestaltung des Holocaust-Gedenktages. Die Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs der Luise-Chevalier-Schule wollen am kommenden Freitag, 27. Januar, die Zuschauer im Syker Theater eines Besseren belehren. Drei Tage lang gestalten sie zusammen mit Pädagogen des Bürgerzentrums Neue Vahr aus Bremen ein Programm, das Themen wie Diskriminierung, Rassismus und demokratisches Handeln aufgreift und eine Verbindung zwischen Vergangenheit und Zukunft schafft.

Da das Konzentrationslager Auschwitz am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit wurde, erklärte 1996 der damalige Bundespräsident Roman Herzog das Datum zum bundesweiten Gedenktag. Mittlerweile wird dieser vielerorts mit Kranzniederlegungen begangen, Kommunen und öffentliche Einrichtungen flaggen auf halbmast und gedenken der Opfer der Nationalsozialisten – auch in der Hachestadt. "Ich bin froh, dass wir 78 Jahre später die Erinnerung an die Opfer in Syke wachhalten können", betont Stadtjugendpfleger Abdelhafid Catruat. In diesem Jahr sollen die Feierlichkeiten in Kooperation mit der Luise-Chevalier-Schule im Syker Theater stattfinden.

Förderung in Höhe von 5300 Euro

Für die Umsetzung des Projektes steht der Stadt eine Förderung der Landesarbeitsgemeinschaft Offene Kinder- und Jugendarbeit Niedersachsen in der Höhe von 5300 Euro zur Verfügung. Durch diese war es den Organisatoren möglich, Pädagogen des Bürgerzentrums Neue Vahr vom Projekt "Demokratie neu erleben" für einen mehrtägigen Workshop in der Grund- und Oberschule zu engagieren. Das Projekt steht unter der Leitung von Saher Khanaqa-Kükelhahn. "Die Coaches erarbeiten mit den Jugendlichen ein Programm für den Holocaust-Gedenktag zum Thema Respekt, Rücksichtnahme und Demokratie", erklärt Simone Treunert, Didaktische Leiterin der Luise-Chevalier-Schule.

Im Zentrum dieses Workshops steht dabei, den Jugendlichen die Ungeheuerlichkeit des Holocaust auf eine Weise näherzubringen, die sie mit ihren eigenen Erfahrungen und ihrer eigenen Lebenswelt verknüpfen können. Anders, als es ansonsten im Unterricht möglich wäre. "Das Projekt ist für unsere Schule eine große Bereicherung", betont Treunert. "Es geht hier auch darum, die Jugendlichen für demokratische Werte zu sensibilisieren."

Rund 50 Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs sind an der Gestaltung des Gedenktages beteiligt. Insgesamt drei Gruppen haben sich im Verlauf des Workshops gegründet: In einem Raum wird getanzt, im nächsten proben die Erzähler der Theaterszene ihren Text und im Forum erklingen Hip-Hop-Sounds zu dynamischen Bewegungen der Jugendlichen. "Das alles zusammen soll eine Aufführung ergeben", erklärt Projektcoach Milan David Kuzinak. "Als roter Faden dienen die Namen von deportierten Sykerinnen und Sykern im Zweiten Weltkrieg, die vor den Szenen zu hören sein werden."

Weitere Projekte geplant

Die Schwere des Holocaust könne den Jugendlichen in einem dreitägigen Projekt nur annähernd respektvoll nähergebracht werden, betont Roberto Guerra, der sich dem Thema mit den Schülerinnen und Schülern mithilfe des Mediums Theater widmet. Nichtsdestotrotz sei es unglaublich wichtig, dass die Gräueltaten weiterhin thematisiert werden. "Zurzeit gibt es 28 Kriege weltweit. Das Thema ist somit nicht nur eines der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart und Zukunft", stellt Abdelhafid Catruat klar. Besonders freue er sich, dass er erneut eine Jugendgruppe für das Thema motivieren konnte. Die Aufarbeitung der Geschichte sei für die Zukunft der Jugendlichen wichtig. "Deswegen sind wir als Stadt auch sehr daran interessiert, dass wir das Projekt weiterführen."

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Schon im vergangenen Jahr war die Gedenkfeier im Syker Theater geplant. Statt einer Aufführung erwartete die Gäste coronabedingt nur ein Film mit Ausschnitten vom Entstehen und den von den Schülern erarbeiteten Beiträgen. "Das soll dieses Jahr wieder anders werden", freut sich Abdelhafid Catruat. "Wir hoffen, dass auch viele Jugendliche aus den umliegenden Schulen kommen."

Info

Die Vorstellung der Luise-Chevalier-Schule zum Holocaust-Gedenktag ist öffentlich. Eingeladen sind zudem die älteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen aus der Hachestadt. Beginn ist am Freitag, 27. Januar, um 8.30 Uhr im Syker Theater, La-Chartre-Straße 1. Die Eröffnungsrede wird Bürgermeisterin Suse Laue halten.

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