Friedensprojekt Eine Aktion mit hoher Resonanz

Fünf Monate hatten Syker Bürger die Gelegenheit, im Rathaus ihre Gedanken zu Krieg und Frieden niederzuschreiben. Das künstlerische Projekt hat nun vorerst sein Ende gefunden.
04.12.2022, 11:29
Lesedauer: 2 Min
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Eine Aktion mit hoher Resonanz
Von Ivonne Wolfgramm

Syke. Fünf Monate ist es her, dass die Syker Künstlerin Silvia Lauer-Schulz ihr künstlerisches Friedensprojekt anregte und sich dafür Unterstützung in der Stadtverwaltung suchte. Den Anfang nahm diese Aktion im Juni. Nun, fünf Monate später, hat das Projekt vorläufig sein Ende gefunden.

Angesichts des Krieges in der Ukraine habe sich Silvia Lauer-Schulz Gedanken darüber gemacht, was Frieden überhaupt bedeute und wie man ein Zeichen dafür setzen könne. Dazu hat sie das Bild einer Friedenstaube überarbeitet, das sie ursprünglich schon 2012 gemalt hatte, und der Stadt zur Verfügung gestellt. Seit Juni hängt es inzwischen im Syker Rathaus am Eingang zum Ratssaal. Dazu lag ein großes Buch mit schwarzem Einband und blanken Seiten bereit, in dem jeder, der wollte, seine Gedanken und Gefühle zum Thema Krieg und Frieden teilen konnte. "Es ist einiges zusammengekommen", berichtet die Künstlerin. Neben Zitaten in Deutsch und anderen Sprachen haben auch "Schmierereien und unschöne Formulierungen" ihren Weg in das Buch gefunden, wie Lauer-Schulz es bezeichnet. Doch die meisten Botschaften seien positiv. Regenbögen, Friedenstauben, Hände, Herzen oder durchgestrichene Panzer seien Symbole, die sich in dem Buch häufig wiederfänden.

"Das ist genau das, was wir erreichen wollten", sagt Sykes Bürgermeisterin Suse Laue über die Aktion. Besonders freue sie, dass die Resonanz der Kinder und Jugendlichen im Zuge des Projektes so hoch gewesen sei. Denn neben dem Buch hatten Syker Jugendpfleger Abdelhafid Catruat und Sykes Kulturbeauftragte Kathrin Wilken auch die Schulen in der Hachestadt angeschrieben. Von der Grundschule bis zu den weiterführenden Schulen konnten die Kinder und Jugendlichen ihre Gedanken zum Thema Frieden in künstlerischer Form darstellen. Das Ferienprogramm der Stadt bot eine weitere Möglichkeit dazu. "Es sind so viele Bilder zusammen gekommen, wir könnten das ganze Rathaus damit schmücken", berichtet Kathrin Wilken. Eine Auswahl der Bilder ist derzeit im Foyer des Rathauses zu sehen. Im Sinne der Jugendarbeit sei das Thema Frieden aber hiermit noch nicht beendet, sagt Jugendpfleger Catruat. "Wir stehen im Kontakt mit ukrainischen Jugendorganisationen, wollen den Kontakt aufnehmen und in diese Richtung aktiv werden."

Und auch im Rathaus möchte man dem Projekt, trotz des offiziellen Endes, weiterhin einen Raum geben, wie die Bürgermeisterin erklärt. "Silvia Lauer-Schulz hat das Bild mit der Friedenstaube der Stadt geschenkt. Wir werden es erst mal hängen lassen. Es ist einfach wunderbar und wir sind sehr dankbar." Gleichzeitig möchte die Stadt damit auch ein Zeichen setzen. Denn Suse Laue ist überzeugt: "In Zukunft werden mehr Menschen aus der Ukraine, Afrika oder über die Balkanroute zu uns kommen. Und das Bild besitzt eine unheimliche Symbolkraft."

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