Über 1700 Exponate Twistringer Strohmuseum eröffnet neue Ausstellung

Schätze aus Stroh können interessierte Besucher ab Sonntag, 22. Mai, in Twistringen bestaunen. Rund 1700 Exponate aus 25 Ländern präsentiert der Museumsverein aus der Sammlung von Ingraban Dietmar Simon.
17.05.2022, 15:57
Lesedauer: 3 Min
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Twistringer Strohmuseum eröffnet neue Ausstellung
Von Lina Wentzlaff

Twistringen. Museumsverein-Vorsitzende Heike Paul ist immer noch überwältigt, als sie von der großen Schenkung des Berliner Kunstsammlers Ingraban Dietmar Simon spricht. Um sie in guten Händen zu wissen, schenkte der 84-Jährige Exponate aus der ganzen Welt dem Twistringer Strohmuseum. Am kommenden Sonntag, 22. Mai, eröffnet das Museum seine neue Ausstellung "Strohkunst aus aller Welt" für interessierte Besucher. Die Vernissage beginnt um 14 Uhr mit einem Sekt-Umtrunk.

Im vergangenen Dezember bekam das Museumsteam eine Einladung in die Hauptstadt, nachdem der Berliner Kunstsammler Ingraban Dietmar Simon das Twistringer Strohmuseum im Internet entdeckt hatte. In der oberen Etage einer sehr alten Villa in Berlin-Grunewald, in der er lebte, präsentierte der ehemalige Jurist seine riesige Sammlung von Strohintarsien, -flechterei, -mosaiken und -marketerie aus dem 20. Jahrhundert. "Wir hatten vorher keine Vorstellung, wie viele Exponate die Sammlung umfasst", berichtet Paul und lacht.

Aus 25 Länder

Auf verschiedenen Tischen, auf dem Stubenschrank, neben dem Sofa – überall hatte er etwas ausgestellt. "Wir waren völlig überwältigt von der Vielfalt und der Menge." Rund 1700 Exponate aus 25 Länder dieser Welt kamen seit der Wende bei Ingraban Dietmar Simon zusammen. Das Besondere: Alle befassen sich mit demselben Thema "Kunst aus Stroh". Die Stücke sammelte er auf seinen Reisen, aber auch im Internet.

"Die Sammlung ist europaweit einzigartig", sagt Paul, die sich freut, die Schätze aus Stroh nun passend zum 30-jährigen Bestehen des Museums interessierten Besuchern zu präsentieren. Allerdings sei es gar nicht so leicht gewesen, sich für eine Auswahl für die kommende Ausstellung zu entscheiden, erzählt die Ehrenamtliche. Und das, obwohl der großzügige Spender jedes einzelne Exponat ganz genau dokumentiert hatte. "Das hat man selten." So konnte das Museumsteam die Ausstellung kistenweise je nach Herstellerland aufbauen. Doch aufgrund der Menge der Strohstücke kann nur rund Zweidrittel der Sammlung gezeigt werden.

Bügeln, biegen, nähen

Die verschiedenen Arbeiten spiegeln die unterschiedlichen Traditionen und Kulturen der Länder wider. "Viele Stücke stammen aus dem Osten, da Strohkunst dort noch länger Mode war." Das wertvollste Exponat kommt allerdings aus Afrika. Als Stroh gelten übrigens nicht nur Getreidehalme. "Als Stroh bezeichnet man alle getrockneten Pflanzen, so auch beispielsweise Bananenblätter", verrät Paul.

Die unterschiedlichen Farbnuancen der getrockneten Pflanzen werden mit Bügeln hergestellt. Je länger der Künstler das Stroh bügele, umso dunkler werden die Halme, da sie verbrennen. "Das glänzt dann wie Gold." Um kleine und große Kunstwerke aus den getrockneten Pflanzenteilen zu machen, werden diese dann gebogen, genäht oder geklebt. 

Verluste durch Corona

Rund 7000 Besucher begrüßt das Museum normalerweise im Jahr. Doch momentan mache es die Pandemie dem Museumsteam nicht leicht, sagt Heike Paul. Die großen Reisebusse voller Gäste fehlen, die in den Sommermonaten normalerweise ein- und ausgingen. Deswegen hoffen die Verantwortlichen, mit der neuen Ausstellung einige Besucher wieder ins Museum nach Twistringen zu locken. Die neue Ausstellung eröffnet das Museumsteam mit einer Vernissage um 14 Uhr.

"Eigentlich war es geplant, dass auch Herr Simon vor Ort sein wird", berichtet Paul. Der 84-Jährige lasse sich nun leider aus gesundheitlichen Gründen entschuldigen, sende aber ein Grußwort, das am Sonntag auch verlesen werde. Zudem werden auch Vertreter des Kreismuseums sowie Bürgermeister Jens Bley anwesend sein. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen auf der Museumsdiele.

Info

Bis zum 19. Juni wird an den Wochenenden "Strohkunst aus aller Welt" ausgestellt.  Interessierte können die Werke jeweils an den Wochenenden bestaunen, sonntags sogar mit Kaffee und Kuchen in der Museumsdiele. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.strohmuseum.de, per E-Mail an info@strohmuseum.de oder telefonisch im Museumsbüro unter 0 42 43 / 44 92.

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