Standesamt Bruchhausen-Vilsen Weniger Trauungen als in den Vorjahren

91 Paare haben im Jahr 2020 im Bezirk des Standesamts der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen geheiratet. Das ist der geringste Wert seit 2016.
18.02.2021, 17:00
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Weniger Trauungen als in den Vorjahren
Von Micha Bustian

Sie kamen aus Hamburg nach Bruchhausen-Vilsen, aus Hannover, Köln, Frankfurt und Mönchengladbach. Sie kamen aus Kaltenkirchen in Schleswig-Holstein und aus Putbus auf Rügen. Nein, nicht zum Brokser Markt. Und auch nicht zum Museumsbahnhof. Sie kamen zum Heiraten in die Samtgemeinde. Das ist eines der Ergebnisse der Statistik, die das Standesamt jetzt veröffentlicht hat.

Trotz des Coronavirus haben sich im Jahr 2020 91 Paare in Bruchhausen-Vilsen trauen lassen. „Das sind nur ein paar weniger Heiratswillige als in den Vorjahren“, heißt es in der Pressemitteilung Samtgemeindeverwaltung. So weit, so richtig. Doch schaut man sich die Statistik über die Jahre an, ist ein abnehmender Trend zu erkennen. Seit 2016 ist es der erste zweistellige Wert, im Vorjahr feierten noch 115 Paare ihre Hochzeit im Bereich des Standesamtes Bruchhausen-Vilsen. Davon – siehe oben – aber auch ein Teil extra dafür Angereister.

Dieser abnehmende Trend zieht sich übrigens nicht durch die Paare aus der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, wo auch immer sie sich das Ja-Wort gegeben haben. Hier wurde im vergangenen Jahr mit 96 Eheschließungen der Top-Wert seit 2009 erreicht. 47 dieser Pärchen kommen aus dem Flecken Bruchhausen-Vilsen, 19 aus Martfeld, 16 aus Schwarme und 14 aus Asendorf.

Doch zurück zu den Hochzeiten im Bezirk des Standesamtes Bruchhausen-Vilsen: Hier hatte sich der Wert seit 2015 auf dreistellige Zahlen eingependelt. So gesehen kann man sogar von einem Corona-Einbruch sprechen. Das sorgt im Standesamt allerdings nicht für Besorgnis. „Die Paare, die im vergangenen Jahr ihren Termin verschoben haben, werden ihre Hochzeit wohl in diesem Jahr nachholen“, ist in der Presseinformation zu lesen.

Ebenfalls unter dem Corona-Einbruch leiden die speziellen Trauungsorte wie Robberts Huus in Schwarme, die Behlmer Mühle im Flecken Bruchhausen-Vilsen, die Noltesche Wassermühle in Süstedt, die Fehsenfeldsche Mühle in Martfeld und der Hochzeitswaggon des Deutschen Eisenbahn-Vereins. Es zog die Heiratswilligen zurück ins Trauzimmer im Rathaus. Mehr als die Hälfte aller Paare gab sich dort das Ja-Wort. „In den Vorjahren waren die Trauungen in den Mühlen und in Robberts Huus wesentlich besser gebucht. Das liegt sicherlich an den Einschränkungen, die die Brautpaare aufgrund der Pandemie bei ihren Zeremonien hinnehmen mussten.“

Beliebtester Monat zum Heiraten war in 2020 übrigens der August. Auf den Plätzen zwei und drei folgten der Juli und der Juni. Auch das lässt schließen, dass bei der Hochzeitsplanung auch auf das Pandemie-Geschehen geblickt wurde. Immerhin wurden für den Sommer einige Lockerungen beschlossen. Wobei das gute Wetter bei der Entscheidung für einen Sommermonat auch eine Rolle gespielt haben dürfte. Womit wir bei der Möglichkeit wären, unter freiem Himmel zu heiraten. Das geht in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen nämlich auch. 18 Paare nutzten diese Möglichkeit. Für Trauungen am Wochenende erhebt die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen einen Zuschlag. Der allerdings schreckt die Heiratswilligen offensichtlich nicht ab. Seit 2016 findet etwa die Hälfte der Trauungen am Freitagabend, am Sonnabend oder am Sonntag statt.

Übrigens: Scheidungen werden auch vom Standesamt registriert. 54 dieser Trennungsfälle zählte die Samtgemeindeverwaltung in 2020.

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