Landkreis Diepholz Verwaltung warnt vor Betreten von Wäldern

Die Stürme der vergangenen Tage haben weitere Folgen für den Landkreis Diepholz. Unter anderem warnt die Kreisverwaltung vor dem Betreten von Wäldern.
21.02.2022, 18:04
Lesedauer: 3 Min
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Von Micha Bustian Eike Wienbarg

Landkreis Diepholz. Die Stürme der vergangenen Tage haben weiterhin Auswirkungen auf den Landkreis Diepholz. So warnt die Kreisverwaltung aktuell vor dem Betreten von Wäldern. "Die Stürme haben in den Wäldern des Landkreises Spuren hinterlassen. Zahlreiche Bäume sind entwurzelt oder gebrochen und Baumkronen auseinandergebrochen. Auch nach dem Abflauen der Stürme der letzten Tage besteht weiterhin die Gefahr umstürzender Bäume und herabfallender Äste", heißt es dazu vom Landkreis. Deshalb wird darum gebeten, Wälder in der nächsten Zeit möglichst nicht zu betreten. Zudem besteht die Gefahr, dass aufgrund des vielen Regens flachwurzelnde Baumarten instabil werden. "Die Situation ist nicht ganz ungefährlich. Ein Blick nach oben ist aktuell nicht unangebracht", mahnt Landrat Cord Bockhop. Förster würden derzeit mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden arbeiten. Soweit das Betreten von Wäldern, Parks oder anderen baumbestandenen Flächen unvermeidbar ist, geschieht dies auf eigene Gefahr.

Des Weiteren hat auch der Sturm „Antonia“ Spuren hinterlassen. So zum Beispiel in Schwarme. Dort wurde am Sonntag gegen 20.45 Uhr die örtliche Feuerwehr per Funkmeldeempfänger zu einer technischen Hilfeleistung alarmiert. Der Grund: Teile eines Baumes waren an der Forststraße auf eine Telefonleitung gefallen. Wie Ortsbrandmeister Frank Tecklenborg mitteilte, sicherten die Einsatzkräfte zunächst die Telefonleitung mit Leinen gegen Rückschlag. Anschließend trennten die Einsatzkräfte die Baumkrone vom Stamm und schnitten diesen der Motorsäge bis auf eine ungefährliche Höhe zurück. Seitens der Ortsfeuerwehr Schwarme waren 13 Einsatzkräfte mit drei Fahrzeugen eine gute halbe Stunde unter der Leitung von Zugführer Lars Knobloch im Einsatz.

Auch in der Nähe von Twistringen zeigte "Antonia" ihre Kraft. Gegen 14.20 Uhr kippte der Anhänger eines Lastwagens auf der Landesstraße 341 um. Laut Feuerwehr-Pressesprecherin Birgit Klathmann hatte die Zugmaschine dadurch leichte Schräglage. Als Konsequenz lief aus dem Überlauf des Tanks Diesel aus. Die Feuerwehr fing den Kraftstoff auf, Menschen kamen nicht zu Schaden. Darüber hinaus bestand die Gefahr, dass die Zugmaschine auch noch umkippt. Diese wurde von den Feuerwehrleuten um Einsatzleiter Ortsbrandmeister Klaus Krebs entsprechend gesichert. Nachdem ein Bergungsunternehmen den Anhänger wieder aufgestellt hatte, konnte der Laster selbstständig weiterfahren. 40 Einsatzkräfte konnten nach etwa eineinhalb Stunden zum Standort zurückkehren. Die Nienburger Straße musste aufgrund des Unfalls und der Aufräumarbeiten zeitweise voll gesperrt werden.

Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV), zu dem Teile der Gemeinde Stuhr sowie die Städte Bassum und Twistringen gehören, warnt hingegen, dass die starken Regenfälle der Nacht von Sonntag auf Montag örtlich zu einer Überlastung von Schmutz- und Regenwasserkanälen führen könnten. Der OOWV erinnert in diesem Zusammenhang Hausbesitzer daran, tiefer gelegene Anschlüsse mit einer Rückstauklappe zu sichern. Diese verhindert, dass Schmutzwasser beispielsweise in Kellern austritt. Die hohen Niederschlagsmengen seien für den Boden schwer aufzunehmen. Ist die Fläche dazu noch zu großen Teilen versiegelt, stehen schnell ganze Straßenzüge unter Wasser. „Die Regenmassen dringen in Schmutzwasserkanäle ein. Deshalb ist es für Menschen in gefährdeten Gebieten wichtig, technische Vorkehrungen zu treffen und einen möglichen Versicherungsschutz zu prüfen“, rät Axel Frerichs, stellvertretender Geschäftsführer des OOWV.

Der OOWV betreibt in seinem Verbandsgebiet 45 Kläranlagen und mehrere hundert Regenrückhaltebecken. Letztere hätten in der Nacht von Sonntag auf Montag ihren Zweck erfüllt. Axel Frerichs sagte am Montag: „Sie sind vielerorts vollgelaufen. Viele Gewässer sind derzeit noch überlastet, sodass das Wasser aus den Regenrückhaltebecken mit zeitlicher Verzögerung ablaufen wird. Wir hoffen darauf, dass sich die Lage im Tagesverlauf deutlich entspannt.“ Im Internet unter der Adresse www.oowv.de stellt der OOWV in der Rubrik "Der OOWV/Downloads" Infomaterial zum Thema Starkregen zur Verfügung.

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