Tag des offenen Denkmals im Kreis Diepholz Kirchenkonzert und viele offene Türen

Allerhand Türen historischer Bauwerke öffnen sich auch im Landkreis Diepholz am 12. September. Daneben ist in Weyhe zu dem Anlass das traditionelle Konzert in der Felicianuskirche zu erleben.
07.09.2021, 16:23
Lesedauer: 4 Min
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Von Alexandra Penth Sarah Essing

Landkreis Diepholz. Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, will die Kantorei der Kirchweyher Felicianus-Kirchengemeinde einem Komponisten des Barock ein Denkmal setzen, der zu Lebzeiten zwar eine große Berühmtheit war, heute aber etwas in Vergessenheit geraten ist. "Georg Philipp Telemann war einst bekannter als Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel", sagt Ursula Bederke, die bei dem traditionellen Konzert am Tag des Denkmals die Blockflöte spielen wird. Denn Telemann war als Vielschreiber bekannt, soll mehr als 3600 Stücke komponiert haben – "mehr als Händel und Bach zusammen", wie Bederke betont. 

Georg Philipp Telemann rahmt das um 17 Uhr beginnende Konzert in der Kirche am Kirchweg ein, von ihm stammt das Eröffnungsstück, eines im Mittelteil und der Schluss. Bederke war es auch, die den Schwerpunkt des Konzertes festgelegt hat. "Ich kannte mehrere Trio-Sonaten für unsere Kombination", sagt sie und meint damit das Zusammenspiel mit Kantorin Elisabeth Geppert am Klavier und Olga Klosowska an der Violine.

Als besonders hebt Geppert auch das "Präludium in D-Dur" von Dietrich Buxtehude hervor, das sie an der großen Orgel begleiten wird. "Meistens wird bei dem Konzert zum Tag des offenen Denkmals die große Orgel gespielt", sagt sie. Als bekanntes Stück soll "Der Frühling" von Antonio Vivaldi erklingen. Moderner und rhythmisch wird es mit dem österreichischen Komponisten Walter Haberl. Bederke wird dabei in einem Teil auf der Blockflöte improvisieren. "Wir haben uns viel Zeit genommen, um fröhliche Stücke herauszusuchen", sagt Olga Klosowska. 

Es ist nämlich das erste Konzert in der Felicianuskirche seit Oktober 2020. "Wir freuen uns riesig, hier wieder vor Publikum spielen zu dürfen", sagt Elisabeth Geppert. Neben der Kantorin, Klosowska und Bederke werden außerdem Petra Müller als Sängerin und Christiane Korting am Cello zu hören sein. Der Eintritt kostet zwölf, ermäßigt fünf Euro. Karten gibt es nur an der Abendkasse ab 16.15 Uhr. Die Plätze in der Kirche sind so vorbereitet, dass der Abstand gewährleistet ist, betont Geppert. Es gilt die 3G-Regel.

Stuhr:

Auch zahlreiche historische Orte in der Gemeinde Stuhr sind am 12. September geöffnet. So etwa die Kirche zum Heiligen Kreuz an der Bremer Straße 41 in Brinkum von 12.15 bis 17 Uhr. Ab 12.30 Uhr gibt es Kirchen- und Orgelführungen in Kleingruppen und Aktionen für Kinder und Erwachsene, etwa ein Kirchen-Quiz, ein Kirchen-Puzzle und ein Bibel-Memory sowie Kaffee, Tee und Kleingebäck. Auch die Alte Schusterwerkstatt in Heiligenrode, Auf dem Kloster 2 A, öffnet von 11 bis 18 Uhr. Das nahe gelegene Mühlenensemble ist in der Zeit ebenfalls zu begutachten. Der Heimatverein Heiligenrode verkauft ab 14 Uhr Brot und Butterkuchen – frisch gebacken im Backhaus des Mühlenensembles. Eventuell wird auf der Mühlenwiese auch Kaffee angeboten.

Das Rauchhaus Varrel an der Grünen Straße 8 ist ebenfalls wieder mit dabei. 1830 war es aus Altmaterialien als Heuerhaus und Räucherkate errichtet worden. Das Gut Varrel (Parkplatz Varreler Feld) lädt zu einem Spaziergang ein. Die Klosterkirche St. Marien, Auf dem Kloster 5, in Heiligenrode ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Sie beherbergt etwa 500 Jahre alte Fresken und das Geläut zählt nach Angaben der Gemeinde zum ältesten innerhalb der Landeskirche. Ebenso zeigt sich die St.-Pankratius-Kirche an der Stuhrer Landstraße 142 von 9 bis 18 Uhr mit ihrem einschiffigen Backsteinbau aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts, der das Ortsbild prägt.

Bruchhausen-Vilsen:

Bei der Museums-Eisenbahn Bruchhausen-Vilsen fahren am 12. September historische Lokomotiven zwischen Bruchhausen-Vilsen und Asendorf. Karten sind über www.nordwest-ticket.de und an den Nordwest-Ticket-Vorverkaufsstellen erhältlich. Außerdem wird bei der Wassermühle in Bruchmühlen ein großes
Mühlenfest von 11 bis 17 Uhr gefeiert. Es finden zahlreiche Aufführungen statt, heißt es in der Ankündigung. Darunter Songs mit Tamara G. und Harold M., Akkordeonmusik mit Darius Novacovici und Mühlenmärchen mit Britta Ogasahara. Bea Tilanus gibt an diesem Nachmittag Mahlvorführungen und Romke Schievink bringt Interessierten neue Erkenntnisse über die Bruchmühle näher. Kaffee, Kuchen, Bier und Bratwurst gibt es ebenfalls. Auch die Fehsenfeldsche Mühle, An der Mühle, und das Pastorenhaus in Martfeld öffnen ihre Türen. In der Zeit von 11 bis 17 Uhr wird es Führungen für Besucher geben und im Außenbereich bietet der Heimatverein Kaffee und Kuchen zum Mitnehmen an.

Der Biolandhof Meyer-Toms am Kiebitzheideweg in Schwarme, der im 15. Jahrhundert das erste Mal erwähnt wurde, öffnet am 12. September ebenfalls die Türen des denkmalgeschützten Hofensembles. Zur vollen Stunde wird Eigentümer Hermann Meyer-Toms die Besucher mitnehmen zu den architektonischen Spuren des harten und zeitintensiven landwirtschaftlichen Betriebs in alten Zeiten und aus der Familiengeschichte berichten, kündigt er an. Zu sehen gibt es nicht nur die alten Balken im restaurierten Fachwerkspeicher, das fensterlose Backhaus oder das "kleine Haus", ein ehemaliges Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert, sondern auch ein Bienenzaun, das letzte noch erhaltene Exemplar im Landkreis. Jürgen Büttelmann, Imker aus Ottersberg, wird ebenfalls für Gespräche über die Arbeit mit den Bienen zur Verfügung stehen. Für eine Kaffeepause ist das Team des Biolandhofs mit selbstgemachtem Zwetschgenkuchen ebenfalls gerüstet. Der Hof ist geöffnet von 10 bis 17 Uhr.

Syke:

Das Kreismuseum in Syke mit seinen zahlreichen historischen Gebäuden ist am Tag des offenen Denkmals am 12. September von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, kündigt Silke Brauer vom Museum an. Ab 14 Uhr führen Museumsmüller Erhard Wührmann-Kolander und seine Frau Ute die hand- und motorbetriebenen Grütz- und Schrotmühlen im Weserrenaissance-Speicher des beginnenden 17. Jahrhunderts vor. In der Bauerndiele wird zudem frisches Brot aus dem Steinbackofen verkauft sowie Kaffee und Kuchen serviert. Ergänzend bietet Museumsleiter Ralf Vogeding ab 15 Uhr eine Führung durch die Sonderausstellung „Menschen in der Kaiserzeit 1871-1914 zwischen Weser und Hunte – Ihr Leben in Fotografien, Dokumenten und Objekten“ an. Die Ausstellung ist am 12. September letztmalig zu sehen. Dafür ist die Teilnehmerzahl begrenzt, daher ist eine Anmeldung unter der Rufnummer 0 42 42 / 9 76 43 30 erforderlich.

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