Was Wegepaten so machen

Der Pate

Der Tourismus-Service Bruchhausen-Vilsen sucht nach einem ehrenamtlichen Wegepaten. Hermann Grieme ist einer von ihnen. Er erklärt, was ein Wegepate für Aufgaben hat.
01.12.2020, 16:50
Lesedauer: 3 Min
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Der Pate
Von Micha Bustian

Bruchhausen-Vilsen. Der Tourismus-Service Bruchhausen-Vilsen sucht einen ehrenamtlichen Wegepaten. Bitte was? Patenonkel, okay. Der Pate als Film mit Marlon Brando und Al Pacino, auch bekannt. Aber Wegepate? Hermann Grieme kann diesen Job gut erklären, er macht ihn „seit drei, vier Jahren“. Da er zugleich auch Gästeführer ist, kann er manchmal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Doch zur Sache: Was ist denn nun ein Wegepate? Niemand, der seinen Namen für einen Weg hergibt. Auch niemand, der die Asphaltlegung finanziert. Ein Wegepate „fährt etwa jedes Vierteljahr die Wege ab, die ihm anvertraut worden sind, und kontrolliert den Zustand der Fahrbahndecke und die Schilder“, erklärt Hermann Grieme. Klingt nicht nach stundenlanger harter Arbeit, aber dennoch: „Das kann die Gemeinde hauptamtlich nicht leisten.“

Er kümmert sich um den Radweg „Mühlenspuren“, der von Bruchhausen-Vilsen über Kleinenborstel und Martfeld zum Gasthaus Holschenböhl führt. Von dort aus geht es weiter durch den Süstedter Bruch und entlang der Rethwiesen nach Süstedt. Letztlich geht es weiter über Uenzen, Oesedum, Schaapsen, Müggenburg und Engeln zurück nach Bruchhausen-Vilsen. Damit nicht genug: Hermann Grieme ist auch noch für die Kreis-Diepholzer Hälfte der „Achter-Tour“ zuständig. Die beinhaltet den geografischen Mittelpunkt Niedersachsens.

Hermann Grieme fährt gerne Fahrrad. Jüngst hat sich der 71-Jährige ein E-Bike gekauft. Im Bremer Blockland ist er gerne unterwegs, aber rund um den Luftkurort kennt er sich inzwischen auch bestens aus. Man könnte fast sagen: Er kennt jedes Schild an jeder Kreuzung. Stimmt ja auch. Denn er ist Wegepate. Und deshalb fällt ihm sofort auf, wenn eines nicht am Platz ist. „Man wundert sich schon, wenn wieder Schilder fehlen. Ich finde es erstaunlich, was die Leute alles mit nach Hause nehmen.“

Manchmal sind die Wegweiser aber auch einfach nur unleserlich oder schwer zu finden. So wie an der Ecke Bassumer Straße/ Bruchhöfener Straße. Dort fehlt das Schild für die „Mühlenspuren“. Hermann Grieme weiß: „Das war vorhanden.“ Wieder ein Auftrag für den Bauhof. An einer Brücke über den Friedbruchgraben ist das Schild nur schwer zu finden. Ein wenig verloren hängt es am Brückengeländer. Aber: „Hier geht es nur nach links oder nach rechts, dann schaut man auch schon genauer hin und findet es dann.“ An der Kreuzung Schloßstraße/Burgstraße ist ein Wegweiser von einer Hecke überwachsen. Doch „generell hängt der Großteil der Schilder richtig“.

Hermann Grieme achtet aber auch auf die Beschaffenheit der Fahrbahn. Die ist nicht immer asphaltiert, also teilweise feuchtigkeitsempfindlich. „Die kann man nicht immer befahren“, hat der verheiratete Vater zweier Söhne beobachtet. Auch eine Bücke über dem Meliorationskanal erscheint ihm für die Überfahrt zu heikel. Da nimmt er lieber eine später. Solche Vorschläge gibt er an die Verwaltung weiter. „Die entscheidet dann“, ob die Tour verändert wird. „Da hängt ja auch einiges dran. Broschüren, Interneteinträge, Plakate.“

Während er das sagt, fliegen am Kanal zwei Reiher auf. Mit idyllisch wäre die Landschaft zwischen Kanälen, Feldern und Obstbäumen wohl richtig beschrieben. Das ist die schöne Seite seiner Arbeit als Wegepate.

Zurück zum Anfang: Der Tourismus-Service sucht einen ehrenamtlichen Wegepaten für den Wanderweg „Kleinbahnweg“. Der ist ungefähr vier Kilometer lang. Interessierte melden sich bitte beim Tourismus-Service unter der Telefonnummer 0 42 52 / 93 00 50 oder per E-Mail an tourismus@bruchhausen-vilsen.de.

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