Angebot des Vereins Sprachlos

Weyher Verein bietet Konzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

Der Weyher Verein Sprachlos bietet Fachberatung bei sexueller Gewalt. Nun richtet sich ein neues Angebot gezielt an Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Ein "institutionelles Schutzkonzept" soll erstellt werden.
09.07.2021, 17:23
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Ulbricht
Weyher Verein bietet Konzept zum Schutz vor sexualisierter Gewalt

Vier Träger von Einrichtungen können sich beim Team des Vereins Sprachlos bewerben, um ein "institutionelles Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt" zu bekommen.

Vasil Dinev

Landkreis Diepholz. Die Mitglieder des Weyher Vereins Sprachlos – Fachberatung bei sexualisierter Gewalt – stecken derzeit mitten in den Vorbereitungen für ein neues Projekt. „Aufgeklärt statt aufgeregt“ lautet der Titel. Gefördert werde das Ganze vom niedersächsischen Landespräventionsrat, berichtet Sozialpädagoge und Fachberater Stefan Freck, der das Projekt leitet. „Unser Ziel ist es, mit mehreren Trägern der Kinder- und Jugendhilfe ein institutionelles Schutzkonzept zur Prävention sexualisierter Gewalt zu erstellen“, sagt er. Dabei wolle der Verein die Träger begleiten. Zusätzlich werde ein qualifizierter Arbeitskreis in den jeweiligen Einrichtungen aufgebaut.

„Wir haben Platz für vier Träger“, so Freck weiter. Bewerben können sich Einrichtungen wie zum Beispiel Kindertagesstätten, Schulen, Jugendwohnen oder Jugendhilfen aus dem Landkreis Diepholz. Aber auch Einrichtungen aus dem angrenzenden Landkreis Oldenburg können sich für einen der geförderten Plätze bewerben.

Die Bewerbungsphase läuft bis Ende August, im Anschluss starten die ersten Beratungstermine. „Wir machen dann einen Plan fertig, wie die Arbeit vor Ort aussieht“, erläutert Stefan Freck. Diese Phase laufe bis Anfang November. Danach soll es bei jedem teilnehmenden Träger einen Kick-Off-Workshop zum Thema Prävention sexualisierter Gewalt geben. Inhalte dieses Workshops seien Wissensvermittlung zum Thema sexualisierte Gewalt und Informationen zum entsprechenden Schutzkonzept. „Nach dem Workshop ist der Arbeitskreis fit in diesem Thema“, verspricht der Projektleiter. Anschließend könne mit der Arbeit begonnen werden.

Bei weiteren Folge-Terminen können offene Fragen sowie die Arbeitsaufteilung geklärt werden. „Bis Ende des Jahres möchten wir mit vier Trägern den Start zum Einstieg ins Thema Schutzkonzepte, die Qualifizierung der Beteiligten beim Träger und einen funktionierenden Arbeitsprozess geplant haben“, zählt Freck die Ziele auf. Dafür sei eine gute Planung wichtig, betont er. Schließlich werden nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch Eltern, Kinder, Jugendliche und die Leitung in das Projekt mit einbezogen.

Damit die Arbeit rund um dieses sensible Thema auch funktioniere, sei es wichtig, dass die Mitarbeiter der Träger spezifisches Wissen über sexualisierte Gewalt erlangen und über die hohe Traumatisierung von Betroffenen Bescheid wissen, betont Freck. „Schließlich brauchen wir sie, um in den Prozess einsteigen zu können.“

Um all diese Ziele erfolgreich umsetzen zu können, hat sich das Sprachlos-Team um die erste Vorsitzende Ingelore Groß in einzelne Arbeitsbereiche aufgeteilt. „Wir möchten mit diesem Projekt Sprachlosigkeit in Sprachfähigkeit umwandeln und die Leute handlungsfähig machen“, erläutert sie. Interessierte Träger finden weitere Informationen im Internet unter www.sprachlos-ev-beratung.de.

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