Kreisvolkshochschule

VHS stellt Unterricht vorerst ein

Die Kreisvolkshochschule Diepholz hat fast alle Kurse bis nach den Sommerferien abgesagt. Die unwägbare Lage macht eine Planung unmöglich. Ausgenommen sind die Sommerakademie und die Integrationskurse.
01.04.2020, 16:37
Lesedauer: 3 Min
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Von Sarah Essing
VHS stellt Unterricht vorerst ein

Die VHS-Geschäftsstelle in Syke ist derzeit geschlossen. Nun wurden auch alle Kurse bis nach den Sommerferien abgesagt.

Landkreis Diepholz. Die Kreisvolkshochschule Diepholz hat aufgrund der Corona-Situation beschlossen, die Unterbrechung ihres Unterrichtsbetriebes zu verlängern. War bisher der 18. April als Stichtag genannt, so werde der Kursbetrieb nun „voraussichtlich“ bis zum Ende der Sommerferien eingestellt, teilt die Bildungseinrichtung auf ihrer Internetseite mit. Interessierte, die sich bereits für Kurse angemeldet hatten, seien zudem per E-Mail informiert worden.

„Voraussichtlich.“ Auf dieses Wort legt Thomas Hermenau großen Wert. So ganz will der Leiter der Kreis-VHS die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass sich die Lage in ein, zwei Monaten vielleicht wieder beruhigt hat und die Kurse wieder starten können. Man habe diese Entscheidung nun „einfach als Vorsichtsmaßnahme“ getroffen. Faktisch bedeutet sie jedoch die Absage des Sommersemesters, auch das ist ihm bewusst.

„Es ist einfach eine unsichere Zeit“, sagt er und legt damit den Finger auf den Kern des Problems. All die Unwägbarkeiten angesichts der Corona-Krise machen es schwer, weiter zu planen. Wird das Kontaktverbot über den 18. April hinaus verlängert? Wenn ja, wie lange gilt es dann? Müssen vielleicht noch striktere Regeln in Kraft gesetzt werden? Hinzu komme, dass man nicht wisse, wie die Teilnehmer reagieren, selbst wenn das Kontaktverbot aufgehoben werde, so Hermenau weiter. Ob etwa jemand aus Vorsicht oder Sorge um die Gesundheit die Teilnahme an Kursen von sich aus absagt. „Viele unserer Teilnehmer sind schon älter, gehören zu Risikogruppen“, weiß er.

Unter diesen Voraussetzungen wäre schon ein einfaches Weiterführen der Kurse schwierig geworden, so dass man sich schließlich zu diesem Schritt entschlossen habe, so Hermenau. Wenn sich die Situation wieder ändert und es „verantwortbar“ ist, wieder Veranstaltungen durchzuführen, werde man sehen müssen, ob und wie das dann machbar ist.

Davon ausgenommen sind allerdings die Integrations- und Sprachkurse für Asylbewerber und Neubürger. „Diese werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert. Das Amt wird daher mitentscheiden, wie diese fortgeführt werden.“ Auch bei den Kursen, die aus dem Teilhabepaket finanziert werden, kann die VHS nicht allein entscheiden. „Das wird man besprechen müssen.“

Ebenfalls ausgenommen von dieser Regelung sind die Veranstaltungen der Sommerakademie der VHS. Diese kreativen Wochen- und Wochenendseminare finden vom 3. bis 23. August in der Freudenburg in Bassum statt. Anmeldungen dafür werden noch bis zum 19. Juni angenommen, und Hermenau hofft, dass diese stattfinden können und dass sich viele dafür anmelden. Das täte auch den Dozenten gut. Zum einen, weil der Ausfall der jetzigen Kurse sie als Honorarkräfte auch wirtschaftlich trifft. „Zum Glück“, so Hermenau, sei inzwischen geregelt, dass auch sie Ausgleichszahlungen beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur beantragen können. „Allein könnte die VHS das nicht stemmen“, macht Hermenau deutlich. Informationen dazu finden sich ebenfalls auf der Internetseite der VHS unter www.vhs-diepholz.de. Zum anderen habe die VHS Diepholz das Glück, zahlreiche motivierte Dozenten in ihren Reihen zu haben, die Spaß daran hätten, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihr Können weiterzugeben. „Ohne motivierte Dozenten funktioniert eine Volkshochschule nicht“, sagt er und ist daher dankbar für ihren Einsatz. Das gelte auch für die ehrenamtlichen Arbeitsstellenleiter, die mit viel Engagement bei der Sache seien und für die diese Zeit auch nicht einfach sei.

Thomas Hermenau kann sich daher auch gut vorstellen, dass das Coronavirus und die damit verbundenen Maßnahmen sowie deren gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Auswirkungen im kommenden VHS-Programm Thema sein werden. Voraussichtlich, denn bisher kann noch niemand genau sagen, wann es denn nun weitergehen kann.

Die VHS-Geschäftsstelle in Syke ist für Besucherverkehr derzeit wie alle anderen öffentlichen Einrichtungen geschlossen. Für dringende Fragen wurde jedoch ein Servicetelefon unter der Rufnummer 0 42 42 / 9 76 40 75 eingerichtet. Weitere Informationen finden sich zudem online unter www.vhs-diepholz.de.

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