Wasserversorgung im Kreis Diepholz

Allgemeinverfügung für Beregnungszeiten angedacht

Der Landkreis Diepholz arbeitet derzeit an verschiedenen Ansätzen für das Wasserversorgungskonzept. So wird gerade unter anderem eine Allgemeinverfügung für die Beregnung zu bestimmten Zeiten vorbereitet.
28.03.2021, 15:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Allgemeinverfügung für Beregnungszeiten angedacht
Von Esther Nöggerath

Landkreis Diepholz. Der Landkreis Diepholz beschäftigt sich derzeit intensiv mit der Wasserversorgung im Kreisgebiet. Vor gut einem Jahr hat die Verwaltung damit begonnen, ein Wasserversorgungskonzept auf den Weg zu bringen, um rechtzeitig auf die großen Herausforderungen in der Wasserwirtschaft durch den Klimawandel reagieren zu können. „Ich möchte, dass auch in Zukunft Wasser in einer ausreichenden Menge und in guter Qualität für Mensch und Natur im Landkreis Diepholz zur Verfügung steht„, betont Landrat Cord Bockhop. “Angesichts der Klimaprognosen bedeutet dies, dass es ein 'Weiter so' in der Wasserwirtschaft nicht geben kann.“

Derzeit überprüft die Kreisverwaltung deshalb die erteilten Erlaubnisse für Grundwasserentnahmen darauf, ob diese in der Praxis auch benötigt werden und ob die Mengenfestsetzung hinsichtlich der Ermittlungsmethode dem Stand der Technik entspricht. Dort, wo das nicht der Fall ist, soll die Erlaubnis im Einzelfall möglicherweise angepasst werden. Ziel dabei ist es laut Landkreis, eine Bevorratung mit Wasserrechten zu verhindern.

Außerdem bereitet der Landkreis als Reaktion auf die extrem trockenen Jahre 2018 und 2019 derzeit eine Allgemeinverfügung vor, nach der die Beregnung für jedermann zu bestimmten Zeiten am Tag untersagt wird, wenn als Folge der eingesetzten Beregnungstechnik zu erwarten ist, dass ein hoher Anteil des eingesetzten Wassers verdunstet.

Als Auftakt für die Erarbeitung des Wasserversorgungskonzeptes hat die Verwaltung zudem bereits eine Abfrage bei allen Institutionen gestartet, die von einer möglichen Wasserknappheit betroffen sein könnten. „Wir wissen, wo der Schuh drückt“, sagt Stephan Maaß, Leiter des Fachdienstes Umwelt und Straße. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden, auf Grundlage der umfangreichen Erkenntnisse, die uns vorliegen, ohne ein externes Gutachterbüro sehr zeitnah in die Maßnahmenbearbeitung einzusteigen.“

Derzeit führt die Kreisverwaltung auch Gespräche mit allen Nutzern der Ressource Grundwasser, insbesondere hierbei auch mit den Wasser- und Bodenverbänden sowie der Landwirtschaft über eine mögliche Neuorganisation der Feldberegnung. Der sogenannte Zuregnungsbedarf in der Landwirtschaft treffe auf eine Grundwasserverfügbarkeit, die zurzeit noch auskömmlich ist. Alle Prognosen würden jedoch darauf hindeuten, dass der Zuregnungsbedarf in der Landwirtschaft weiter stark steigen wird und auch muss, um landwirtschaftliche Produkte weiterhin in der Menge und Güte zu erzeugen, heißt es seitens des Landkreises. Damit es dabei auch in der Zukunft nicht zu Engpässen kommt, braucht es nach Auffassung der Beteiligten neue Strukturen. Ein breiter Konsens bestehe auch in der Überzeugung, dass in der Wasserwirtschaft ein Paradigmenwechsel dahingehend erforderlich ist, Wasser nicht mehr schnellstmöglich in die Nordsee abzuleiten, sondern möglichst lange in der Fläche zu halten und so für die Grundwasseranreicherung zu nutzen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+