Bevölkerungsschutz im Kreis Diepholz Weyhe hat als erste Nordkreis-Kommune Sirenen umgerüstet

Weyhe hat als eine der ersten Kommunen im Landkreis Diepholz ihre Sirenen zur Warnung der Bevölkerung umgerüstet. Die Technik kann nun über das digitale Alarmierungssystem des Kreises ausgelöst werden.
08.09.2021, 16:01
Lesedauer: 3 Min
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Weyhe hat als erste Nordkreis-Kommune Sirenen umgerüstet
Von Alexandra Penth

Landkreis Diepholz. Die Gemeinde Weyhe hat ihre Sirenenanlagen auf Fernwirkempfänger umgerüstet. Damit gehört sie neben Schwaförden, Kirchdorf, Siedenburg, Sulingen, Rehden, Barnstorf und Wagenfeld zu den ersten Kommunen im Landkreis Diepholz, die eine Auslösung der Sirenenanlagen über das digitale Alarmierungsnetz des Landkreises in die Hand nehmen. Die Fernwirkempfänger-Technik ist dabei über den Landkreis beschafft worden.

Die Gemeinde Weyhe hatte sich die Umrüstung bereits vor einigen Jahren vorgenommen, erklärt Henning Wrede, der bei der Gemeinde unter anderem für den Bereich Feuerwehr zuständig ist. Das Thema sei somit nicht erst durch die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz neu diskutiert worden.

Vor drei Jahren hatte das Ausschreibungsverfahren stattgefunden, so Wrede. Im Zuge der Umstellung auf das digitale Alarmierungssystem für die Feuerwehr hatte Weyhe von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, neben den Meldeempfängern für die Feuerwehrkräfte über den Landkreis auch die Fernwirkempfänger zu beschaffen, die die Auslösung der Sirenenanlagen über das digitale Netz ermöglichen. "Im Vordergrund stand für uns, die Möglichkeit der Bevölkerungswarnung zu erhalten", erklärt Wrede. Der Bundeswarntag im vergangenen Jahr habe gezeigt, dass es deutlichen Verbesserungsbedarf gibt – und die Gemeinde in ihrem Vorhaben nochmals bestärkt. 

Die Gemeinde Weyhe unterhält zur Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr und zur Bevölkerungswarnung insgesamt 19 Sirenenanlagen im Gemeindegebiet. Diese wurden 1993 nach Auflösung der Warnämter und der damit verbundenen Abschaffung des Warndienstes von der Bundesrepublik Deutschland übernommen. Eine Fachfirma hat vor Kurzem nun die Fernwirkempfänger eingebaut. In den Feuerwehrtechnischen Zentralen im Landkreis war die Technik zuvor programmiert worden. Drei volle Tage wiederum habe der Einbau vor Ort in Weyhe gedauert, so Wrede. 

Durch die Umstellung auf den digitalen Alarmierungsbetrieb erfolgt der allgemein bekannte Probealarm am ersten Sonnabend im Monat in Weyhe nun immer um 12 Uhr anstatt um 10 Uhr. Dies war in der vergangenen Woche das erste Mal der Fall. Beim Signal "Feuer" handelt es sich um einen einminütigen, dreimal unterbrochenen Ton und bei "Warnung" um einen einminütigen auf- und abschwellenden Heulton. Bei "Entwarnung" ist ein Dauerton von einer Minute zu hören, um eine "Probe" handelt es sich wiederum, wenn der Sirenenton einmal für zwölf Sekunden aufheult und dann ausläuft.

Sirenen haben auch im Zeitalter von Warn-Apps und Co. ihre Daseinsberechtigung, sagt Wrede. Wobei sie allein nicht ausreichen würden, weshalb ein "Warnmix" sinnvoll sei. Die Anlagen geben ja lediglich ein akustisches Signal von sich, das der Bevölkerung verständlich machen soll, sich nun weiter über Radio, Fernsehen oder Apps zu informieren. 

In der Gemeinde Stuhr gibt es wie in Weyhe 19 Sirenenstandorte. "Es ist angedacht, je Ortsteil jeweils eine Sirene mit einem digitalem Alarmumsetzer auszustatten, sodass diese Sirenen digital oder auch manuell mit einem Schlüsselstarter in entsprechenden Alarmfällen bedient werden können", teilt die Gemeinde Stuhr auf Nachfrage mit. Für Katastrophenfälle ist grundsätzlich der Landkreis Diepholz als Untere Katastrophenschutzbehörde zuständig. "Das Thema 'Warnung der Bevölkerung' und Zivilschutz ist bei den Städten und Gemeinden und dem Landkreis Diepholz bereits seit längerer Zeit in der Diskussion", so die Gemeinde weiter. In Kürze werde es dazu einen ergänzenden Austausch geben.

Der Aufwand der Umrüstung bestehender Sirenen im Landkreis ist stark abhängig vom jeweiligen Standort, etwa ob sie auf einem Dach oder einem gesonderten Sirenenmast angebracht ist, erklärt Landkreis-Sprecherin Meike Zum Vohrde auf Nachfrage. Die Feuerwehreinsatz- und Rettungsleitstelle Diepholz sei für die Fernwirkempfänger vorbereitet worden. So kann sie die Sirenen direkt über das digitale System auslösen.

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