Arbeitsmarkt Zahl der Erwerbslosen sinkt im September im Kreis Diepholz

Die Zahl der Erwerbslosen ist im Landkreis Diepholz auch im September gesunken.
30.09.2022, 17:35
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Zahl der Erwerbslosen sinkt im September im Kreis Diepholz
Von Sarah Essing

Landkreis Diepholz. Die Arbeitslosenzahlen im Geschäftsbereich der Agentur für Arbeit Nienburg-Verden, der auch den Landkreis Diepholz beinhaltet, sind im September im Vergleich zum Vormonat wieder gesunken, gibt Geschäftsführer Christoph Tietje bekannt. Grund dafür sei im Wesentlichen die Aufnahme einer Ausbildung von zuvor arbeitslos gemeldeten Jugendlichen, erläuterte er.

Waren im August noch 12.347 Männer und Frauen im gesamten Geschäftsbereich arbeitslos, so sank dieser Wert im September auf 11.849 Erwerbslose. Die Arbeitslosenquote sei damit um 0,2 Prozentpunkte auf nun 4,5 Prozent gesunken, im Vorjahr waren es noch 4,1 Prozent.

Im Landkreis Diepholz sind 5272 Menschen arbeitslos gemeldet. Das bedeutet eine Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat sind 73 Personen (1,4 Prozent) weniger arbeitslos. Im Vorjahresmonat waren es jedoch noch 239 Personen weniger.

Bei den Agenturen in Diepholz, Sulingen, Syke und in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen waren im September 1847 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum August sind dies 64 Erwerbslose (3,3 Prozent) weniger, im Vorjahresmonat waren 212 Personen mehr arbeitslos.

Gleich hoch geblieben ist hingegen der Bedarf. "Das ist seit gut einem Jahr ziemlich konstant", führte Tietje aus. 282 neue Stellen meldeten die Arbeitgeber im Landkreis Diepholz. Das sind nur 57 weniger als im Vormonat. Insgesamt sind noch 2093 Stellen unbesetzt. Diese finden sich im verarbeitenden Gewerbe, im Baubereich, in Einzelhandel und Gastronomie sowie im Sozial- und Pflegebereich und auch in der Zeitarbeit. Damit stelle sich der Arbeitsmarkt als ziemlich stabil dar, sagte Tietje. Schwierigkeiten wie Lieferengpässe, Energiekosten und Inflation haben darauf offenbar noch keine Auswirkungen.

Im Bereich des für die Grundsicherung zuständigen Jobcenters sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, führte dessen Geschäftsführer Harald Glüsing aus. Im September waren dort 3425 Menschen arbeitslos gemeldet, neun weniger als im August. Im Vorjahr waren es allerdings 451 Menschen weniger. Zu einem nicht unerheblichen Teil liege das daran, dass nun die ukrainischen Flüchtlinge eingearbeitet seien, so Glüsing. Ihre Zahl habe sich "verhundertfacht". Waren es im Geschäftsbereich vor dem Krieg nur 17, sind es nun rund 1700. "Das war ein großer Kraftakt und eine Riesenbelastung", unterstreicht er die Anstrengungen, die das Einarbeiten gekostet habe. Vergleichbar sei dies nur mit den Arbeiten zur Einführung des Arbeitslosengeldes II, da es galt, einen großen Schwung auf einen Schlag zu bearbeiten.

Nichtsdestotrotz sei die Lage im Moment stabil, resümierten die beiden Geschäftsführer. Ob das auch so bleibe, sei fraglich, vor allem vor dem Hintergrund, dass Wirtschaftsprognosen für das kommende Jahr von einer Rezession ausgehen. "Wie stark diese wird, wissen wir alle noch nicht", sagte Christoph Tietje. Allerdings sei zu erwarten, dass dies keine sofortigen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt habe. Denn Arbeitskräfte sind weiterhin knapp und die Nachfrage ist hoch. Die demografische Entwicklung habe sich auch nicht gewandelt, sodass in dieser Hinsicht vorerst keine Änderungen zu erwarten seien.

Für den Bereich des Jobcenters "müssen wir uns darauf einrichten, erst einmal steigende Zahlen zu haben", sagte allerdings Glüsing. Vor allem die steigenden Energiekosten bescheren ihm neue Anträge von Menschen, die bisher keinen Unterstützungsbedarf hatten.

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