Verkehrsunfallstatistik, Teil zwei

Zahl der Verkehrstoten steigt um 38,5 Prozent

18 Tote hat die Polizeiinspektion Diepholz im Jahr 2019 auf den Straßen des Landkreises gezählt. Das ist ein Anstieg um 38,5 Prozent.
26.03.2020, 18:23
Lesedauer: 2 Min
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Zahl der Verkehrstoten steigt um 38,5 Prozent
Von Micha Bustian
Zahl der Verkehrstoten steigt um 38,5 Prozent

18 Tote hat die Polizeiinspektion Diepholz im Jahr 2019 auf den Straßen des Landkreises gezählt.

Weser-Kurvier/STV

Bittere Bilanz: 18 Tote hat die Polizeiinspektion Diepholz im Jahr 2019 auf den Straßen des Landkreises gezählt. Das ist ein Anstieg um 38,5 Prozent. Zahlen, die der Verkehrsunfallstatistik der Polizeiinspektion Diepholz zu entnehmen sind. Der Höchststand an Verkehrstoten stammt aus dem Jahr 2010; damals verloren 30 Menschen im Straßenverkehr ihr Leben. Seither schwankt die Zahl der Verkehrstoten zwischen zwölf und 20 pro Jahr. Dort reiht sich nun auch das Jahr 2019 ein.

Fünf der Toten waren Radfahrer. Neben einem tödlichen Sturz auf den Kopf starben in vier Fällen Radler, die auf die Straße gefahren waren, ohne auf den fließenden Verkehr zu achten. Elf der 18 im Straßenverkehr Getöteten kamen ums Leben, weil sie, so der Diepholzer Polizei-Pressesprecher Thomas Gissing, in ihrem Fahrzeug aus unbekannten Gründen auf die Gegenfahrbahn gerieten, dort mit entgegenkommenden Autos kollidierten oder gegen einen Baum prallten. Ob Ablenkung, Übermüdung oder körperliche Mängel für diese Unfälle ursächlich waren, kann Gissing letztlich nur vermuten. Fakt ist: In einem Fall war ein mehr als riskantes Überholen in einer Rechtskurve für den Tod einer entgegenkommenden Autofahrerin ursächlich. „Diese Verkehrsunfälle mit den sehr schweren Folgen gilt es zu verhindern“, mahnt Thomas Gissing, auch wenn die Ursachen nicht immer einfach zu ermitteln seien.

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit schwerem Personenschaden – laut Definition der Polizei Schwerverletzte und Tote – hat sich auf 185 reduziert. Elektronische Auswertungsmöglichkeiten zeigen die Entwicklung typischer Strecken für schwere Unfälle. Thomas Gissing ist sich sicher, dass „die gemeinsame Überwachung durch Polizei und kommunale Verkehrsüberwachung für Verbesserungen sorgen kann“. Langfristig allerdings werde für bestimmte Strecken nur der verkehrsgerechte Ausbau eine Erlösung bringen.

Das gilt beispielsweise für die Bundesstraße 51 nördlich von Bassum, wo durch den Ausbau riskante Überholmanöver vermieden werden sollen. Aber auch die Ortsdurchfahrt Twistringen könnte einen Umbau vertragen – nicht nur, um die Sicherheit der Radfahrer deutlich zu verbessern. Wolfgang Rehling von der Verkehrswacht drängt angesichts der Getöteten, der sechs Schwerverletzten und zwei Leichtverletzten auf der B 51 zwischen Klenkenborstel und Nordwohlde auf einen baldigen Baubeginn. Dieser wird seit Jahren durch die Unfallkommission des Landkreises Diepholz angemahnt, aus unterschiedlichen Gründen aber immer wieder verschoben.

Fahranfänger im Alter von 18 bis 24 Jahren waren an acht Verkehrstoten schuld, Senioren ab 65 Jahre an sechs Verkehrstoten. Damit haben Senioren immer noch einen höheren Anteil am Unfallgeschehen als die Fahranfänger. Hier sei die Prävention der geeignete Weg zur Verbesserung der Situation, findet Wolfgang Rehling. Sein Tipp: Landkreis, Fahrschulen, Verkehrswachten und Polizei bieten nach wie vor Seniorenfahrseminare unter dem Titel „Fit im Auto“ an. Für das Jahr 2020 sind bislang elf Termine geplant, von denen die beiden ersten jedoch abgesagt werden mussten. Die Wiederaufnahme der Seminare erfolgt schnellstmöglich nach Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen.

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